Obduktion (Geologie)

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Obduktion (nach lateinisch obduco: über etwas ziehen, bedecken) bezeichnet in der Geologie zwei unterschiedliche Prozesse.

Überschiebung[Bearbeiten]

Der Begriff stellt den Überschiebungsprozess einer ozeanischen Lithosphäre (ozeanisches Mantel- bzw. Krustenmaterial) über kontinentale Kruste dar. In diesem Sinn stellt Obduktion einfach den Gegenbegriff zum Vorgang der Subduktion dar.

Bildung eines Akkretionskeils[Bearbeiten]

Andererseits wird besonders im englischen Sprachgebrauch die Bezeichnung obduction für die Bildung eines Akkretionskeils verwendet. Das heißt, ein Teil der ozeanischen Kruste, sowie ein Teil der ihr überlagernden Sedimente, wird wider Erwarten beim Zusammenprall mit einem Kontinentalblock nicht in den Oberen Mantel hinab gezogen (subduziert), sondern von seiner Unterlage abgeschert und auf die gegenüber liegende kontinentale Kruste aufgeschoben. Hierzu muss die kontinentale Kruste selbst für einige Zeit in die Subduktionszone hinuntergebogen worden sein, bevor sie sich auf Grund ihres niedrigeren spezifischen Gewichts wieder heraushob, und mit ihr die abgescherten Reste der ozeanischen Kruste.

Bekanntestes Beispiel sind in diesem Zusammenhang schmale Streifen von Ophiolithen, die in Faltengebirgsgürteln gefunden werden und die man für die letzten Überbleibsel ganzer Ozeane hält, die zwischen zwei kollidierenden Kontinentalblöcken verschwunden sind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Frisch, Martin Meschede: Plattentektonik. Primus-Verlag, Darmstadt 2005. ISBN 3-89678-525-7

Weblinks[Bearbeiten]