Obelisco della Minerva

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Berninis Elefant auf der Piazza della Minerva

Der Obelisco della Minerva ist ein ägyptischer Obelisk in Rom

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Obelisk Minerveo aus rotem Granit stand ursprünglich in der ägyptischen Stadt Sais, wo er von Pharao Psammetich II. errichtet wurde. In Rom wurde er vor dem Tempel der Isis (Iseum Campense) aufgestellt und 1665 im Garten des Dominikaner-Klosters Santa Maria sopra Minerva wiedergefunden. 1667 entschied Papst Alexander VII. Chigi, den Obelisken vor der Kirche des Klosters aufzustellen. Der Dominikaner Domenico Paglia schlug vor, ihn auf sechs kleine Hügel zu stellen, wie sie im Wappen der Chigi zu sehen sind, mit einem Hund an jeder Ecke als Hinweis auf die Dominikaner, die domini canes (Hunde des Herrn). Der Papst lehnte den Plan ab und beauftragte Bernini.

Ein Meisterwerk ist der Elefant auf der Piazza della Minerva, der den kleinsten Obelisken in Rom (5,47 Meter) auf seinem Rücken trägt.[1] Ercole Ferrata schuf den Elefanten nach einem Entwurf Berninis (siehe Berninis Elefant). Dessen Vorschlag mit dem Elefanten geht wohl auf den Roman Hypnerotomachia Poliphili von Francesco Colonna zurück, in dem ein künstlicher Elefant "elephantina machina" mit einem Obelisken vorkommt und abgebildet ist.[2] Da Paglia warnte, nur mit seinen vier Beinen werde der Elefant den Obelisk nicht tragen können, ließ man unter seinem Bauch einen massiven Sockel stehen und versteckte ihn unter einer breiten, bis zum Boden reichenden Satteldecke. Der Sockel, auf dem die Skulptur steht, trägt die Inschrift:

Sapientis Aegypti/ insculptas obelisco figuras/ ab elephanto/ belluarum fortissima/ gestari quisquis hic vides/ documentum intellige/ robustae mentis esse/ solidam sapientiam sustinere.[3]

Das heißt sinngemäß, der Elefant zeige, dass es eines robusten Geistes bedürfe, um eine solide Weisheit auszuhalten. Das Wort robust spielt dabei auf die Eiche im Wappen der Familie della Rovere und des Papstes Alexander VII. Chigi an. Julius II. della Rovere hatte seinen Bankiers, den Chigi, gestattet, den sechs Hügeln in ihrem Wappen die Eiche der della Rovere beizufügen. Julius II. verdankte den Namen und das Wappen della Rovere seinerseits seinem Onkel Sixtus IV., der beides von einer Turiner Familie übernommen hatte, mit der er nicht einmal verwandt war.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Samuel Ball Platner, Thomas Ashby: A Topographical Dictionary of Ancient Rome. Oxford University Press, London 1929, S. 368–369 (online).
  • Cesare D'Onofrio: Gli obelischi di Roma. Rom 1967
  • Erik Iversen: Obelisks in exile. Bd. 1: The obelisks of Rome. Gad, Kopenhagen 1968.
  • Ernst Batta: Obelisken. Ägyptische Obelisken und ihre Geschichte in Rom. Insel, Frankfurt a. M. 1986, ISBN 3-458-32465-8 (Insel-Taschenbuch, 765).
  • Klaus Bartels: Roms sprechende Steine. 2. Auflage, von Zabern, Mainz 2001, ISBN 3-8053-2690-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obelisco della Minerva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://roma.andreapollett.com/S1/roma-c1.htm
  2. elephantina machina
  3. http://swastika-info.com/images/europa/denmark/elefanten-obelisk/index.htm

41.89797712.477567Koordinaten: 41° 53′ 53″ N, 12° 28′ 39″ O