Obelisk am Karolinenplatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Obelisk auf dem Karolinenplatz von Nordwesten aus gesehen.
Der Obelisk von Westen.
Foto: MDosch, fav.me/d5f0kxl
Inschriften
Inschriften

Der Obelisk am Karolinenplatz in München ist ein Monument im Stadtteil Maxvorstadt. Aufgrund seiner Lage am Schnittpunkt dreier Straßenachsen ist er weithin sichtbar. Errichtet wurde er als Ehrenmal für die bei Napoleons Russlandfeldzug gefallenen Soldaten der Bayerischen Armee.

Bauwerk[Bearbeiten]

Das Monument, der Entwurf stammt von Leo von Klenze, steht in der Mitte des Karolinenplatzes. Auf drei Stufen aus Marmor erhebt sich auf einem viereckigen Bronzesockel der Obelisk. Die Gesamthöhe des Denkmals beträgt 29 Meter.

An den Ecken des Sockels befinden sich als Schmuck Widderköpfe, Sinnbilder des römischen Kriegswesens, die über seine Seitenflächen mit Girlanden aus Eichenlaub verbunden sind. Der Obelisk ist im Kern aus Backsteinen gefügt und mit Bronzeplatten verkleidet. Der Bronzeguss wurde durch Johann Baptist Stiglmaier durchgeführt.

Inschriften[Bearbeiten]

An den vier Seitenflächen des Bronzesockels finden sich die Sätze: „Den dreyssig tausend Bayern die im russischen Kriege den Tod fanden“, „Auch sie starben für des Vaterlandes Befreyung“, „Errichtet von Ludwig I Koenig von Bayern“ und schließlich „Vollendet am XVIII October MDCCCXXXIII“.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Mitglied des Rheinbunds hatte Bayern unter Max I. Joseph Truppen für Napoleons Russlandfeldzug 1812 zu stellen. Geführt von den Generälen Wrede und Deroy kehrten nur 2.000 von 30.000 Mann zurück. Bereits 1813 wendete sich Bayern gegen Frankreich und nahm an den Befreiungskriegen teil.

Klenze hatte schon 1818 als Mahnmal einen steinernen Monolithen in Obeliskenform geplant, er sollte am Odeonsplatz stehen; der Transport erwies sich allerdings als unmöglich. Erst 1833 wurde unter Ludwig I. die einfachere Ausführung am Karolinenplatz verwirklicht. Das Material für die Bronzeplatten stammt von Geschützen türkischer Kriegsschiffe, die 1827 im Seegefecht bei Navarino versenkt worden waren, einem entscheidenden Ereignis auf dem Weg zu einem unabhängigen Griechenland, dessen erster König Ludwigs Sohn Otto 1832 geworden war.

Literatur[Bearbeiten]

  • Moutchnik, Alexander (2012): 1812 год в исторической памяти Мюнхена и Баварии. Обелиск на Каролинской площади в Мюнхене как место памяти. [Das Jahr 1812 im Gedächtnis Münchens und Bayerns. Der Obelisk auf dem Karolinenplatz in München als Erinnerungsort]. International Conference "After the Storm. The Historical Memory upon 1812 in Russia and Europe", Deutsches Historisches Institut, Moskau, 28.-30. Mai 2012.
  • August Alckens: Die Denkmäler und Denksteine der Stadt München, Callwey, München 1936
  • Hans Roth: Münchner Denkmäler, Panonia, Freilassing 1981, ISBN 3-7897-0093-2

48.14472222222211.569166666667Koordinaten: 48° 8′ 41″ N, 11° 34′ 9″ O