Ober-Ostern

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49.6720277777788.8476666666667Koordinaten: 49° 40′ 19″ N, 8° 50′ 52″ O

Ober-Ostern
Höhe: 322–353 m ü. NN
Fläche: 5,86 km²
Einwohner: 404[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64385
Vorwahlen: 06164, 06253

Ober-Ostern ist ein Ortsteil von Reichelsheim (Odenwald) im Odenwaldkreis in Hessen mit rund 400 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ober-Ostern und Unter-Ostern teilen sich die Lage im Tal des Osterbachs, der als rechter östlicher Quellbach zusammen mit dem Mergbach die Gersprenz bildet. Dabei nimmt Ober-Ostern das Tal oberhalb der Einmündung des Erzbachs ein, den der Osterbach etwa auf seiner halben Länge von Südosten aufnimmt. Naturräumlich liegt das Tal im Vorderen Odenwald, dem aus kristallinem Gestein mit kleinteilig strukturiertem Oberflächenrelief gebildeten Teil des Odenwalds. Die Gemarkungsfläche beträgt 573 Hektar (1961), davon sind 204 Hektar bewaldet.

Der Ort besteht in der historischen Bausubstanz aus relativ gleichmäßig im Tal verstreuten Bauernhöfen. In der verkehrsgünstigen Lage am Südrand der Gemarkung nahe der Bundesstraße 460 ist daneben noch einige Wohnbebauung entstanden, die an die Ortslage von Weschnitz unmittelbar angrenzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste erhalten gebliebene Namensform Osterenaha ist für das Jahr 880 urkundlich bezeugt und meint einen nach Osten fließenden Bach. Die nächste Erwähnung als Obern Osterna datiert in das Jahr 1321. Seit 1398 sind die Schenken von Erbach mit Rechten an dem Dorf Osterna belehnt. Die Erwähnung eines Stein-(Bergwerks)-Zehnten lässt auf Erträge aus dem Bergbau schließen. Bis in die 1920er Jahre wurde Schwerspat abgebaut. Im Jahr 1806 kam der Ort mit der Grafschaft Erbach an das Großherzogtum Hessen.

Am 31. Dezember 1971 wurde Ober-Ostern zugleich mit vier anderen Gemeinden im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen in die Gemeinde Reichelsheim i. Odw. eingegliedert.[2]

Kultur[Bearbeiten]

Als ortbildprägendes Kulturdenkmal steht die jetzt als Kindergarten genutzte Alte Schule in der Mitte von Ober-Ostern, ein im Jahr 1900 im Stil einer malerischen Villa errichtetes Fachwerkgebäude mit Untergeschoss aus Sandsteinquadern.[3]

Es gibt drei Gaststätten und vier Vereine (Freiwillige Feuerwehr, Gesangverein, den Kastelruther-Spatzen-Fanclub Ostertal und die Theatergruppe Noachtwäwwere). Des Weiteren gibt es noch eine Kelterei, ein Alten- und Seniorenheim, ein Autohaus und einen Wohnmobilhersteller als Arbeitgeber im Dorf, nicht zu vergessen mehrere große und kleine Landwirte.

Regelmäßige Veranstaltungen sind jeweils im ersten Wochenende im September Kirchweih (Hawwerkerb) und an Ostern der Ostermarkt mit dem größten Osterhasen-Hampelmann der Welt (Guinness-Buch der Rekorde). Im Zuge der Schaffung eines von der UNESCO unterstützten Geoparks im Odenwald rund um Reichelsheim wurden an vielen Stellen Tafeln zur Erklärung der lokalen Geologie aufgestellt (siehe bergbaukundlicher Wanderweg Rohrbach-Bockenrod). Auch wurde in Ober-Ostern ein Stollen, der früher zum Versuchsabbau von Schwerspat (Baryt) angelegt worden war, der Öffentlichkeit unter fachkundiger Führung zugänglich gemacht.

Verkehr[Bearbeiten]

Ober-Ostern wird für den überörtlichen Verkehr durch die Kreisstraße K 52 erschlossen, die als Ostertalstraße am Ortsende von Unter-Ostern von der Landesstraße L 3105 abzweigt und kurz hinter der Kreisgrenze zum Kreis Bergstraße in Weschnitz in die als Siegfriedstraße bekannte Bundesstraße 460 einmündet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Peter Arras (* 5. November 1870 in Ober-Ostern; † 30. Juni 1939 ebenda) hessischer Politiker (HBB) und Abgeordneter des Landtags des Volksstaates Hessen in der Weimarer Republik.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. EWZ, abgerufen am 11. Mai 2015
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358.
  3. [Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): 'Ehemalige Schule'. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen]

Weblinks[Bearbeiten]