Oberammergau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberammergau
Oberammergau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberammergau hervorgehoben
47.59666666666711.064444444444837Koordinaten: 47° 36′ N, 11° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Höhe: 837 m ü. NN
Fläche: 30,06 km²
Einwohner: 5290 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82487
Vorwahl: 08822
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 125
Adresse der Gemeindeverwaltung: Schnitzlergasse 5
82487 Oberammergau
Webpräsenz:
Bürgermeister: Arno Nunn

Oberammergau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Sie liegt im Ammertal am Fluss Ammer. Bekannt ist Oberammergau heute vor allem durch die alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele (zuletzt im Jahr 2000).

Bekannt ist Oberammergau auch für seine mit Lüftlmalerei verzierten Fassaden. Sehenswerte Beispiele dieser barocken Malerei sind unter anderem die Fassaden am Forsthaus, am Mußldomahaus und am Pilatus-Haus.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Blick vom Kofel auf Oberammergau

[Bearbeiten] Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 1471mm und liegt damit im oberen Drittel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. Über 97% zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Februar; am meisten regnet es im Juli. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 2,6mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im oberen Drittel. In über 99% aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

[Bearbeiten] Geschichte

Ansichtskarte von 1918 mit dem Oberammergauer Hausberg, dem Kofel

Im Pestjahr 1633 hatten die Einwohner von Oberammergau gelobt, regelmäßig ein Passionsspiel aufzuführen, der Beginn der heute weltberühmten Passionsspiele. Die Hofmark Oberammergau war ein Teil des Herrschaftsgerichts Murnau des Klosters Ettal und bis 1803 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts. Heute finden die bekannten Spiele unter breiter Mitwirkung der Ortsbevölkerung alle zehn Jahre statt. Die nächste Aufführung ist für den Sommer 2010 vorgesehen.

Im Jahr 1818 entstand im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern die heutige Gemeinde.

Seit 1938 war die Gemeinde Standort der Wehrmacht. Vor allem Gebirgs-, Nachrichten- und Sanitäts-Truppenteile waren hier untergebracht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde südöstlich des Orts in der ehemaligen Hötzendorf-Gebirgsjägerkaserne eine große Erprobungs- und Fertigungsanlage für Kampfflugzeuge der Firma Messerschmitt AG unter dem Namen Oberbayerische Forschungsanstalt errichtet. Zwangsarbeiter mussten dort unter der Regie der Nazis eine unterirdische Fabrik mit künstlichen Stollen im Berg Laber bauen.

Jedes Jahr findet der traditionsreiche König Ludwig-Langlauf statt, bei welchem mehrere tausend Teilnehmer in der freien (Samstag) und der klassischen Technik (Sonntag) an den Start gehen.

[Bearbeiten] Politik

Festspielhaus
Pilatushaus
Oberammergau vom „Hinteren Hörnle“, im Hintergrund das Wettersteingebirge mit der Zugspitze

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat von Oberammergau setzt sich aus 20 Mitgliedern zusammen, einschließlich des Bürgermeisters. Nach der Kommunalwahl vom 2. März 2008 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Partei / Liste Sitze
CSU 2
SPD 1
Für unser Dorf 6
Dorfpolitik – neu überdacht 2
Die Frauenliste 2
Parteilose Wählergemeinschaft 2
Neutrale Ammergauer Liste 1
Mit Augenmaß 2
Entschieden für Oberammergau 2
Gesamt 20

[Bearbeiten] Bürgermeister

Erster Bürgermeister der Gemeinde ist Arno Nunn (ohne Liste), zweiter Bürgermeister ist Florian Streibl (Für unser Dorf).

[Bearbeiten] Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau ein oben und unten durchgehendes goldenes Passionskreuz mit abhängendem silbernen Tuch, beiderseits eine wachsende silberne Schwurhand.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaft

[Bearbeiten] Mobilfunk in Oberammergau

Seit 2006 ist Oberammergau immer wieder im Mittelpunkt von Zeitungs-Schlagzeilen und Fernsehberichten. Dabei geht es um den Streit von Gemeinde und Bürgerinitiative „Strahlenfreier Ammergau“ auf der einen Seite und Mobilfunkindustrie auf der anderen Seite. Mittelpunkt dieses Streits sind zwei Mobilfunkantennen von T-Mobile im Ortszentrum, welche im August 2006 auf eine neue Technik umgestellt wurden. Zahlreiche Oberammergauer Bürger machen diese Umstellung für eine Reihe von gesundheitlichen Problemen verantwortlich.

[Bearbeiten] Bundeswehrverwaltungsschule

Ein Triebwagen der Baureihe 426 im Bahnhof Oberammergau

In Kreisen der Bundeswehrverwaltung ist Oberammergau auch als Standort der Bundeswehrverwaltungsschule IV bekannt. Hier werden die Verwaltungsbeamte des mittleren Dienstes und Verwaltungsfachangestellten ausgebildet. Daneben werden zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter der Bundeswehrverwaltung durchgeführt.

[Bearbeiten] Verkehr

Verkehrsmäßig ist Oberammergau über die Bundesstraße 23 (Deutsche Alpenstraße) sowie über die stündlich verkehrende Ammergaubahn (die in Murnau am Staffelsee von der Linie MünchenGarmisch-Partenkirchen abzweigt und hier ihren Endpunkt hat) zu erreichen. Zwischen Oberammergau und Oberau führt eine Straße am Schloss Linderhof vorbei über den Ammersattel zum Tiroler Plansee.

Geburtshaus von Ludwig Thoma

[Bearbeiten] Berühmte Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Ludwig Thoma (* 1867, † 1921), Schriftsteller.
  • Anton Lang (* 1875, † 1938), bekannter Jesus-Darsteller 1900, 1910, 1922
  • Ernst Maria Lang (* 1916), Architekt in München und Karikaturist der Süddeutschen Zeitung von 1947 bis 2003.
  • Max Streibl (* 1932, † 1998), Politiker (CSU), 1988 bis 1993 Bayerischer Ministerpräsident.
  • Nikolaus Lang (* 1942), Künstler, Professor an der Akademie der Künste in München von 2000 bis 2005.
  • Michaela Geiger (* 1943, † 1998), Politikerin (CSU), MdB und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
  • Christian Stückl (* 1961), Regisseur und Intendant des Münchner Volkstheaters

[Bearbeiten] Literatur

  • Ludwig Utschneider: Oberammergau im Dritten Reich – 1933–1945. Historischer Verein Oberammergau 1999 e. V., Oberammergau 2000, ISBN 3-9807212-0-5
  • Ludwig Utschneider: Die Straßennamen von Oberammergau. Historischer Verein Oberammergau 1999 e.V., Oberammergau 2005.
  • Ludwig Utschneider: Bibliographie zur Geschichte Oberammergaus und der Passionsspiele. Historischer Verein Oberammergau 1999 e.V., Oberammergau 2003.
  • Gerd Holzheimer/Elisabeth Tworek/Herbert Woyke (Hrsg.): Leiden schafft Passionen. Oberammergau und sein Spiel. A1 Verlag, München 2000, ISBN 3-927743-49-6
  • Christine Rädlinger: Oberammergau 1869–2000 – Zwischen Tradition und Fortschritt. Eigenverlag der Gemeinde Oberammergau 2002, ISBN 3-930000-08-3

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Oberammergau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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