Oberau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Oberau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberau
Oberau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberau hervorgehoben
47.55916666666711.138888888889659Koordinaten: 47° 34′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Höhe: 659 m ü. NN
Fläche: 17,86 km²
Einwohner:

3.006 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82496
Vorwahl: 08824
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 126
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schmiedeweg 10
82496 Oberau
Webpräsenz: www.gemeinde-oberau.de
Bürgermeister: Peter Imminger (CSU)
Lage der Gemeinde Oberau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Ettaler Forst Wallgau Unterammergau Uffing am Staffelsee Spatzenhausen Seehausen am Staffelsee Saulgrub Riegsee (Gemeinde) Oberau Oberammergau Murnau am Staffelsee Mittenwald Krün Großweil Grainau Garmisch-Partenkirchen Farchant Ettal Bad Bayersoien Bad Kohlgrub Ohlstadt Eschenlohe Schwaigen Landkreis Ostallgäu Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Weilheim-Schongau ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Oberau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografische Lage

Oberau liegt an der Loisach in der Region Zugspitzland. Nach Garmisch-Partenkirchen sind es 8 km, nach dem nordwestlich gelegenen Oberammergau etwa 9 km, Die Landeshauptstadt München ist 90 km entfernt, nach Innsbruck in Tirol sind es 70 km.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Ortsgeschichte

Oberau um 1900

Die erste urkundliche Nennung des Ortes stammt aus dem Jahr 750 n. Chr. Bis zum 19. Jahrhundert bestand die Gemeinde nur aus wenigen Anwesen, die bis 1803 im Obereigentum des Klosters Ettal im Kurfürstentum Bayern standen. Der Ort war Bestandteil des klösterlichen Herrschaftsgerichtes Murnau. Bis 1802 war Oberau Grenzort. Südlich des Dorfes begann die die reichsunmittelbare Grafschaft Werdenfels. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Die Loisach diente den Oberauer Flößern, die vor allem Gipsstein und Holz nach München und Wien brachten, als Verkehrsweg. Der Verkauf von Gips brachte dem Ort vom Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine besondere Zeit des Wohlstandes. Die Lage an der Gabelung zweier alter Fernstraßen, die Venedig mit Augsburg verbanden, war eine weitere Quelle des Wohlstandes.

Als in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn die Flößerei verdrängte und die Gipsproduktion unrentabel wurde, waren es wiederum die Wasserkraft und der Holzreichtum, die den Ort vor Bedeutungslosigkeit und Armut bewahrten. Industriebetriebe siedelten sich an, Oberau wurde Bahnstation und die neue Ettaler Bergstraße wurde eröffnet.

Zwischen 1908 und 1914 hielten sich verschiedentlich Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej Jawlensky in Oberau auf und malten Motive im Ort selbst und in dessen Umgebung.[2]


[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Jahr 1970 1987 2000 2005 2006
Einwohner 2426 2599 2839 3108 3097

2005: 30. Juni ; 2006: 31. Dezember

[Bearbeiten] Politik

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1,398 Mio. €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 183.000 €.

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Kommunalwahl vom 2. März 2008 ergab folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:

Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 55,8 % 9 Sitze
Freie Wählergemeinschaft Oberau (FWG) 29,6 % 5 Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 14,6 % 2 Sitze

[Bearbeiten] Wappen

Auf dem Wappen ist auf blauem Hintergrund über fließendem Wasser ein weißes Mühlrad dargestellt. In Blau über gewelltem silbernen Schildfuß ein silbernes Wasserrad. Das Mühlrad symbolisiert die Wasserkraft des Giessenbaches und die Loisach als Verkehrsweg. Die 14 Schaufeln des Mühlrades stellen die 14 bäuerlichen Betriebe dar, welche im Tal gesiedelt haben. Die Farben Silber und Blau erinnern an die engen Beziehungen zum Kloster Ettal.


[Bearbeiten] Baudenkmäler

Liste der Baudenkmäler in Oberau

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Wirtschaft

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im Produzierenden Gewerbe 275 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 143 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 954. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe.

Im Jahr 1999 gab es außerdem 11 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 152 ha.

[Bearbeiten] Verkehr

Durch Oberau führt die Bundesstraße 2, von der innerhalb des Ortes die Bundesstraße 23 Richtung Oberammergau, Peiting und Augsburg abzweigt. Der Ort liegt zwischen dem Ende der Bundesautobahn 95 (MünchenGarmisch-Partenkirchen) und der ebenfalls autobahnähnlich ausgebauten, im Jahr 2000 in Betrieb genommenen Umfahrung des Nachbarortes Farchant. Täglich fahren etwa 42.000 Autos durch die enge Ortsmitte. Dies führt immer wieder zu Staus und belastet Einwohner und Urlaubsgäste sehr. Daher fordern Bürger seit nahezu 40 Jahren, durch den Bau eines Tunnels diese Verkehrsbelastung zu vermindern. Die im Jahr 2001 gegründete Bürgerinitiative zur Verkehrsentlastung Oberau, kurz VEO, hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf die verheerende Verkehrssituation aufmerksam zu machen und fordert seitdem vehement den Bau des Oberauer Westtunnels sowie der B23 neu.

Im Schienenverkehr ist Oberau Haltepunkt der Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen. Neben den Nahverkehrszügen München-Mittenwald und München-Innsbruck halten auch einige ICE. Oberau ist damit Deutschlands kleinster Ort mit ICE-Anbindung.

[Bearbeiten] Bildung

In Oberau gibt es einen Kindergarten mit 100 Plätzen, von denen 92 belegt sind (2008). Die Volksschule ist als Grund- und Hauptschule ausgelegt und wird von etwa 260 Schülern (2002) besucht, die von insgesamt 19 Lehrkräften unterrichtet werden.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Literatur

  • Heinz Schelle, Das goldene Au, Eine Oberauer Chronik mit Bildern, Garmisch-Partenkirchen 1982

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Zu Kandinsky vgl. z.B.: Hans Konrad Roethel und Jean K. Benjamin, Kandinsky, Werkverzeichnis der Ölgemälde 1900-1915, Bd. I, London 1982, Nr. 226 und 248; zu Werefkin vgl. z.B.: Bernd Fäthke, Marianne Werefkin, München 2001, Abb. 132; zu Jawlensky vgl. z.B. Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky and Angelica Jawlensky (Hrsg.), Alexej von Jawlensky, Catalogue Raisonné of the oil-paintings, Bd. 1, München 1991, Nr. 342

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Oberau (Bayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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