Oberbaum City

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Die Oberbaum City von Norden
Narva-Hochhaus, nach Glasaufbau 1963 und Umbau 2000 63m hoch, 16 Geschosse (Schweger Architekten)

Als Oberbaum City wird seit etwa 1999 das Gelände um die ehemalige Narva Lampenfabrik im Berliner Ortsteil Friedrichshain zwischen dem U-Bahnhof Warschauer Straße und der Modersohnstraße, nahe der Oberbaumbrücke, nördlich der Spree bezeichnet.

Städtebauliches Wahrzeichen des Geländes ist bis heute das nach Plänen von Theodor Kampffmeyer 1909 fertiggestellte Haus 3 mit seinem ursprünglich neungeschossigen Turm, dem ersten Hochhaus Berlins - auch bekannt als „Narva-Hochhaus“ oder „Narva-Turm“.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bebauung des Geländes begann bereits Anfang des 19. Jahrhunderts durch das erste Berliner „Wasserwerk vor dem Stralauer Thor“ zur Trinkwasseraufbereitung, das 1856 in Betrieb ging.

Durch die Eröffnung des Endbahnhofs Warschauer Brücke wurde das Areal 1902 an die erste U-Bahnlinie Deutschlands angeschlossen.

Als das Wasserwerk um 1893 seinen Betrieb einstellte, kaufte die Deutsche Gasglühlicht AG (Auer-Gesellschaft) das Areal und ließ zwischen 1906 und 1914 auf dem Terrain vier Gebäudekomplexe als Produktionsstätte und Verwaltungssitz errichten.

Der Grundstein für die sogenannte „Lampenstadt“ war gelegt. Nach dem Zusammenschluss der Glühlampenwerke der Deutschen Gasglühlicht AG, der AEG und Siemens & Halske firmierte die Gesellschaft ab 1919 unter Osram Werke GmbH KG.

Lichthof Haus 5

Ab 1949 gingen die früheren Osram-Gebäude in Volkseigentum über. Es entstand das Berliner Glühlampenwerk, das 1969 mit anderen Leuchtmittel-Produzenten zum ostdeutschen Kombinat Narva zusammengeschlossen wurde. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten am Standort der Oberbaum City über 5000 Beschäftigte.

Nach Beseitigung der Kriegsschäden Anfang der 1950er Jahre wurde das 1963 mit einem Brenndauer-Versuchsraum in Form eines Glaswürfels aufgestockte Hochhaus unter dem Namen Narva-Turm zum leuchtenden, weithin sichtbaren Wahrzeichen des Standortes. Narva etablierte sich in der Folgezeit als größter Glühlampenhersteller der DDR und exportierte seine Lampen in über 50 Länder.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde die Glühlampenproduktion 1992 eingestellt und der Gebäudekomplex ins Baudenkmalbuch eingetragen.

Zwischen 1993 und 2000 entwickelte die HypoVereinsbank fünf Gebäude des Areals der ehemaligen „Lampenstadt“ zu modernen Büro- und Geschäftshäusern. Die unter Denkmalschutz stehenden Gründerzeit-Fassaden wurden restauriert, die Gebäude zum Teil vollständig entkernt und komplett saniert. Hinter den historischen Mauern entstanden in allen Gebäuden neubaugleiche moderne, architektonisch ansprechende Büroflächen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz erarbeitete man die architektonische Neuinterpretation des ehemaligen Narva-Turms. Nach Entwürfen der Architekten Schweger & Partner wurde der Turm mit einer Glas-Stahl-Konstruktion um fünf weitere Etagen aufgestockt und gibt der Oberbaum City erneut ein prägendes und zeitgemäßes Wahrzeichen.

Heute ist die Oberbaum City ein Büro- und Geschäftsquartier für sowohl etablierte als auch junge kreative Unternehmen verschiedenster Wirtschaftsbereiche.

Am Standort arbeiten über 3500 Beschäftigte für mehr als 80 Firmen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bauen mit Stahl, Dokumentation 606 – Neufassung 2001, Stahlbauten in Berlin. Hrsg. Bauen mit Stahl e. V., Düsseldorf, 2001; S. 13
  • Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Berlin, Band I, S. 466/467; Institut für Denkmalpflege im Henschelverlag, 1984

Weblinks[Bearbeiten]

52.50361111111113.451388888889Koordinaten: 52° 30′ 13″ N, 13° 27′ 5″ O