Obercunnersdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt den Ortsteil Obercunnersdorf der Gemeinde Kottmar im Landkreis Görlitz. Für den Ortsteil der Gemeinde Klingenberg siehe Obercunnersdorf (Klingenberg).

51.03111111111114.672222222222358Koordinaten: 51° 1′ 52″ N, 14° 40′ 20″ O

Obercunnersdorf
Gemeinde Kottmar
Wappen von Obercunnersdorf
Höhe: 358 m
Fläche: 15,62 km²
Einwohner: 1435 (28. Feb. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 2013
Postleitzahl: 02708
Vorwahl: 035875
Obercunnersdorf (Sachsen)
Obercunnersdorf

Lage von Obercunnersdorf in Sachsen

Bockwindmühle Kottmarsdorf
Karte von Oberreit mit Obercunnersdorf um 1845

Obercunnersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Kottmar im Landkreis Görlitz. Sie war, vor der Eingemeindung, ausführende Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Obercunnersdorf, die sie mit der Nachbargemeinde Niedercunnersdorf bildete.

Das Ortsbild des staatlich anerkannten Erholungsortes Obercunnersdorf nordöstlich des Kottmars prägen über 250 Oberlausitzer Umgebindehäuser.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ortsteil Obercunnersdorf erstreckt sich im Tal des Cunnersdorfer Wassers, etwa sieben Kilometer südlich von Löbau. Unmittelbar südlich des Ortes erhebt sich der 583 m hohe Kottmar, wo eine der 3 Spreequellen entspringt.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zur früheren Gemeinde Obercunnersdorf gehörte seit dem 1. Januar 1999 der Ortsteil Kottmarsdorf.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Cunradisdorf bei Löbau wurde 1221 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort, ab der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde zwischen Neu-, Nieder- und Ober-Kunerßdorf unterschieden, gehörte zum Besitz des Bautzner Domkapitels. Die seit 1527 nachweisliche Pfarrkirche in Obercunnersdorf war von 1597 bis 1819 eine Filialkirche von Kottmarsdorf und unterstand dem Patronat des Domstiftes Bautzen. Heute sind die Kottmarsdorfer und Obercunnersdorfer Kirchen Schwesterkirchen, zu letzterer gehörte seit 1932 die Filialkirche Niedercunnersdorf. Zusammen bilden sie die Kirchgemeinde Sankt Barbara.

Das Waldhufendorf ist neben dem Zittauer Ortsteil Dittelsdorf für seinen reichhaltigen denkmalgeschützten Umgebindehausbestand bekannt und erhielt von der UNESCO den Ehrennamen Denkmalort. 1995 belegte Obercunnersdorf im Bundeswettbewerb der schönsten Dörfer den dritten Platz. Im Jahre 2001 wurde der Ort Sieger des Wettbewerbes „Entente Florale Europa“ der schönsten Blumendörfer Europas. Am 1. Januar 2013 fusionierten die Gemeinden Obercunnersdorf, die Nachbargemeinde Niedercunnersdorf und die Gemeinde Eibau zur neuen Gemeinde Kottmar.

Politik[Bearbeiten]

Frühere Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Obercunnersdorf unterhielt Partnerschaften mit Deggingen in Deutschland und dem polnischen Świerzawa. Beide wurden als neue Partnerschaften der neuen Gemeinde Kottmar übernommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das am 11. November 2000 eröffnete Friseurmuseum Kottmarsdorf zeigt altes Interieur von Frisiersalons und die Werkzeuge der Friseure vergangener Zeiten.

Die Museumsheimatstube im Bibliothekshaus erhielt im Jahre 2003 zur Erinnerung an das Obercunnersdorfer Original Heinz Leßmann (1903–1983; 1929-1975 ev. Pfarrer in Obercunnersdorf), den Namen „Pfarrer-Heinz-Leßmann-Stube“.

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Straßenbild wird bestimmt durch das außerordentlich dichte Ensemble von über 250 schiefergedeckten Umgebindehäusern

Im Ort Kottmarsdorf ist eine von ursprünglich drei Bockwindmühlen erhalten und zugänglich.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Der Ort hat seit 1997 ein Erlebnisbad, das durch Umbau des aus dem Jahre 1927 stammenden alten Nieder- und Obercunnersdorfer Freibades entstand. Das beheizte Freibad mit Hallenbereich und Dampfsauna ist von April bis Oktober geöffnet. Es besteht die Möglichkeit zu campen. Es gibt auch einen Sportplatz mit Tennisanlage.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Karl Eiffler (1896–1974), Maler
  • Gerhard Schnitter, christlicher Liedermacher und Musiker
  • Wolfgang Schütze, örtlicher Landschaftsmaler
  • Heinz Leßmann (1903-1983), 1929-1975 evangelischer Pfarrer

Verkehr[Bearbeiten]

Am besten zu erreichen ist Obercunnersdorf über die neugebaute B 178n aus Löbau, die von Weißenberg bis Zittau verläuft. Die sächsische S 143 beginnt und endet hier, es verlaufen 4 Kreisstraßen durch den Ort. Der öffentliche Schienenpersonenverkehr wurde im Jahr 2003 eingestellt. Die Bahnstrecke Zittau–Löbau durchquert das Dorf auf einem 340 m langen Viadukt.

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ortschronik Obercunnersdorf. 1979.
  •  Joachim Golbs: Obercunnersdorf 1221–1996. Beiträge zur Ortsgeschichte. Obercunnersdorf 1996.
  •  Eberhard Gottschald: Der Denkmalsort Obercunnersdorf und seine Umgebindehäuser im Oberlausitzer Bergland. Löbau 1999.
  • Cornelius Gurlitt: Obercunnersdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 462.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten − Einwohnerzahlen. Gemeinde Kottmar, 28. Februar 2013, abgerufen am 21. April 2013.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obercunnersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien