Obere Mittelklasse

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Meistverkauftes Auto der oberen Mittelklasse zwischen 2009 bis 2011 sowie 2013: die Mercedes-Benz E-Klasse

Obere Mittelklasse ist die Bezeichnung für das zweithöchste PKW-Segment des Kraftfahrt-Bundesamtes, es liegt also zwischen Mittelklasse und Oberklasse. In den Fahrzeugsegmenten der Europäischen Kommission nennt sich dieses Segment Oberklasse, bzw. E-Segment. Der Begriff obere Mittelklasse wurde in den 1980er-Jahren geprägt, um Fahrzeuge, die höherwertig als die Fahrzeuge der Mittelklasse waren, jedoch nicht die Qualität und Kriterien von Oberklassefahrzeugen erreichten, einordnen zu können. Der Verkauf erfolgt vor allem an Unternehmen, Privatpersonen sind nur ein kleiner Teil der Kunden.[1] Eine Ausnahme stellt die Mercedes-Benz E-Klasse dar, die auf einen für diese Fahrzeugklasse hohen Privatanteil von 30 bis 40 Prozent an den Gesamtzulassungen kommt. Die Neupreise sind derzeit etwa zwischen 30.000 und 70.000 € angesiedelt.

Marktsituation[Bearbeiten]

Neuwagen der oberen Mittelklasse werden zum Großteil auf gewerbliche Halter zugelassen. Statistik KBA 2011

Etwa seit Ende der 1990er-Jahre hat sich der Markt in der oberen Mittelklasse deutlich verändert. War zuvor praktisch jede Marke mit einem Modell, welches zumeist das Spitzenmodell der Marke darstellte, in dieser Klasse vertreten, so gibt es diese Modelle heute praktisch nur noch von Premium-Marken. Die einzige Ausnahme stellt hier der preislich auf dem Niveau eines Mittelklasse-Autos liegende Škoda Superb dar.

Ford (Scorpio, 1985–1998), Mazda (Xedos 9, 1993–2002), Alfa Romeo (166, 1998–2007), Kia (Opirus, 2003–2010), Honda (Legend, 1985–2010), Peugeot (607, 2000–2010), Renault (Latitude, 2011–2012) und Citroën (C6, 2005–2012) haben sich komplett aus diesem Segment zurückgezogen; Opel (Omega, 1986–2003) und Nissan (Maxima, 1988–2004) haben de facto für die Einführung der konzerneigenen Premiummarken Cadillac beziehungsweise Infiniti auf dem europäischen Markt Platz gemacht.

Für Zahlen zu den jährlichen Neuzulassungen von Personenkraftwagen des Segments Obere Mittelklasse in Deutschland nach Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes, siehe Liste der Neuzulassungen von Personenkraftwagen in Deutschland nach Segmenten und Modellreihen#Obere Mittelklasse. Fünfstellige Stückzahlen erzielten in Deutschland im Jahr 2011 nur die Modelle von Audi, BMW und Mercedes-Benz. Zumindest vierstellige Stückzahlen erreichten die Modelle von Volvo und Jaguar; die weiteren Modelle erreichten Zulassungszahlen von weniger als 250 Exemplaren.[2] Hieraus ergab sich ein Gesamt-Marktanteil des Segments von etwa 5,5 %. Das Kraftfahrt-Bundesamt ordnet das Mercedes-Benz-E-Klasse-Coupé nicht der oberen Mittelklasse zu. Abzüglich dieser Modellreihe ergab sich 2011 ein Gesamt-Marktanteil von 5,2 %.[2]

In Europa spielt die obere Mittelklasse außer in Deutschland nur in Schweden, wo der Volvo V70 seit seiner Markteinführung Ende 1996 durchgängig das meistverkaufte Auto ist,[3] eine bedeutende Rolle. Im Rest Europas (definiert als EU ohne Bulgarien und Malta, aber zuzüglich Island, Norwegen, Schweiz und Türkei) betrug der Marktanteil im Jahr 2011 etwa 3 %.[4]

Neuzulassungen 2011
Rang Fahrzeugmodellreihe Deutschland[2] Europaweit[4]
1 Mercedes-Benz E-Klasse/E-Klasse Coupé 61.371 130.290
2 BMW 5er 59.756 143.804
3 Audi A6/A7 46.076 102.666
4 Volvo S80/V70 4756 54.827
5 Jaguar XF 1918 16.700
6 Renault Latitude 233 10.719

Aktuelle Modelle[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gewerbliche Zulassungen bestimmen den Neuwagenmarkt. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 21. Juni 2014 (PDF).
  2. a b c Neuzulassungen von Personenkraftwagen nach Segmenten und Modellreihen im Dezember 2011. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 21. Juni 2014 (PDF; 2,1 MB).
  3. Matt Gasnier: Sweden Full Year 2013: Volvo V40 lands in 5th place – lukewarm. bestsellingcarsblog.com, 3. Januar 2014, archiviert vom Original am 5. Januar 2014, abgerufen am 4. Juli 2014 (englisch).
  4. a b Matt Gasnier: Europe Full Year 2011: Top 318 All models ranking now available! bestsellingcarsblog.com, 3. März 2012, archiviert vom Original am 17. November 2013, abgerufen am 4. Juli 2014 (englisch).