Oberegg AI

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AI ist das Kürzel für den Kanton Appenzell Innerrhoden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Oberegg zu vermeiden.
Oberegg
Wappen von Oberegg
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Appenzell Innerrhoden (AI)
Bezirk: (Ist gleichzeitig ein Bezirk)
BFS-Nr.: 3111i1f3f4
Postleitzahl: 9413
Koordinaten: 759573 / 25453047.4222239.553609870Koordinaten: 47° 25′ 20″ N, 9° 33′ 13″ O; CH1903: 759573 / 254530
Höhe: 870 m ü. M.
Fläche: 14.7 km²
Einwohner: 1896 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 129 Einw. pro km²
Website: www.oberegg.ch
Oberegg von Westen aus gesehen

Oberegg von Westen aus gesehen

Karte
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Oberegg ist eine politische Gemeinde (offiziell als Bezirk bezeichnet) im Kanton Appenzell Innerrhoden in der Ostschweiz.

Geografie[Bearbeiten]

Oberegg bildet den südöstlichen Teil des Appenzeller Vorderlandes. Von den 14,7 km2 des Bezirksgebietes sind 51,8 % Wiesen und Felder, 42,5 % sind bewaldet 5,5 % sind bebaut (Gebäude oder Strassen) und 0,1 % sind unproduktives Land.[2]

Die Gemeinde weist einige Besonderheiten auf. So ist sie – obwohl zum Kanton Appenzell Innerrhoden gehörig – vollständig von den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen umschlossen. Die Gemeinde bildet also eine Exklave. Zudem teilt sich die Gemeinde selbst in zwei Ortsteile, die untereinander nicht verbunden sind, sondern durch einen Teil der Gemeinde Reute, die zu Ausserrhoden gehört, getrennt sind. Ebenfalls zum Bezirksgebiet gehört das Kloster St. Ottilia Grimmenstein, welches sich in Walzenhausen Platz befindet. Das katholische Kloster wurde im Zuge der Kantonsteilung dem Bezirk Oberegg zugeschlagen, obwohl es im ausserrhodischen Walzenhausen liegt. Der Bezirk Oberegg unterhält nicht zuletzt aufgrund seines Status als Exklave ein eigenes Bezirksgericht. Daher wird er im Kanton Appenzell Innerrhoden als äusserer Landesteil bezeichnet, während die anderen Bezirke den inneren Landesteil bilden.

Der obere Teil der Gemeinde (auch «oberer Gang» genannt) besteht aus dem Dorf, St. Anton und Kapf. Der untere Teil (auch «unterer Gang» genannt) besteht aus den Weilern Büriswilen, Eschenmoos und Sulzbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Fund römischer Münzen beim Weiler Heilbronnen lässt auf eine frühe Begehung des Bezirksgebietes schliessen. Die eigentliche Besiedlung durch die Alemannen fand aber laut urkundlicher Erwähnung erst im Übergang vom 12. zum 13. Jahrhundert statt. Die grosse Anzahl von Rodungsnamen und Hofnamen nach wilden Tieren (Bernsboden, Bensol, Falchenstein oder Uelenhorst) bedeuten eine zweite Epoche der Kolonisation. Einzig der Weiler Büriswilen trägt einen Namen aus der Karolingerzeit. Der Name Oberegg taucht erstmals in einem Wegbrief von 1470 als Weilername auf.

Die Siedler stammten aus dem Rheintal (von Bernang, Marbach und Altstätten) oder aus dem Appenzeller Mittelland. Sie waren Untertanen des Abtes von St. Gallen, an den auch Abgaben zu Entrichten waren. Daneben standen die weltlichen Herren von Rosenberg-Berneck und die Meier von Altstätten. Letztere errichteten auf dem heutigen Bezirksgebiet von Oberegg die Burg Hoch-Altstätten.

Ein Anschluss an die Appenzellische Freiheitsbewegung scheint nur allmählich vonstattengegangen zu sein. Eine Urkunde vom 10. August 1404 belegt, dass sich die Appenzeller mit den Obereggern über die Aufnahme ins Landrecht einigten. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts schlossen sich dann die Gebiete des östlichen Appenzeller Vorderlandes unter dem Namen «Nachpurschaft am Hersberg» zusammen.

Durch die Landteilung der Reformationszeit 1597, in der das Land Appenzell in ein katholisches Inner- und ein protestantisches Ausserrhoden gespalten wurde, wurde Oberegg zur Exklave. Beim alten Glauben bleibend wurden die Oberegger Innerrhoden zugeschlagen, obwohl sie von protestantischen Gemeinden umgeben waren. Die Bezirksgrenze verläuft heute noch vielfach im Zickzack, weil je nach Religionszugehörigkeit der Bauern entschieden werden musste, zu welcher Rhode ihr Hof gehören sollte.

In der Zeit der Helvetik wurden Oberegg und Hirschberg dem Distrikt Wald des Kantons Säntis zugeschlagen, während die Weiler Kapf und Boden zum Kanton Oberrheintal kamen. Die Oberegger waren mehrheitlich gegen die Neuordnung. Das führte soweit, dass gegen die Eidesleistung auf die neue Verfassung die Waffen unter der Führung von Johann Kolb erhoben wurden. Am 4. September 1798 wurden diese jedoch von helvetischen Truppen aus dem Distrikt Herisau bei Oberholzern überwältigt.

In der Zeit der Mediation lebten die Streitigkeiten um die Grenzziehung der beiden Halbkantone Inner- und Ausserrhoden wieder auf. Trotz eines von der Tagsatzung eingeführten Schiedsgerichtes konnten die definitiven Grenzen erst nach der Gründung des neuen Bundesstaates 1848 gezogen werden.

Der Bezirk Oberegg in der heutigen Form entstand wegen einer neuen Kantonsverfassung 1872 aus der Fusion der Halbrhoden Hirschberg und Oberegg.

Oberegg von Schachen aus gesehen

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1910 1950 2000 2010
Einwohner 2141 2652 2862 2197 1796 1892

Vereine[Bearbeiten]

Oberegg weist ein sehr reges Vereinsleben auf.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die pfarrkirche Maria zum Schnee[3]
  • Messkapellen und Wegkreuze[4]
  • Feudalbauten: Burgruine Hochaltstätten, Burgstelle Burg[5]
  • Bauernhäuser[6]

Tourismus[Bearbeiten]

Es existieren viele Wanderwege und Mountainbikewege. Ein Skilift besteht vom Dorf auf den St. Anton. Um die Gegend am Bensol befindet sich eine Langlaufloipe.

Blick vom St.Anton ins Rheintal um Altstätten

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainald Fischer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Innerrhoden. Das Innere Land: Der Bezirk Oberegg. Birkhäuser AG, Basel 1984, ISBN 3-7643-1629-2. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 74.) S. 502–521.
  • Bischofberger, Karl: Die Grenzen zwischen den alten Halbrhoden Oberegg und Hirschberg, in: Innerrhoder Geschichtsfreund 28, 1984, S. 68-72.
  • Sonderegger, Max: Oberegg während des 2. Weltkrieges. Oberegg, 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerkontrolle des Eidgenössischen Standes Appenzell Innerrhoden
  2. Bundesamt für Statistik, Stand 2011
  3. Fisher, 1984, 505.
  4. Fisher, 1984, 514–516.
  5. Fisher, 1984, 514–516.
  6. Fisher, 1984, 519.