Obergefreiter

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Der Obergefreite ist ein Dienstgrad, der in verschiedenen Armeen unterschiedliche Funktionsstufen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Deutschland

Dienstgrad Obergefreiter
Dienstgrad Obergefreiter
Dienstgrad Obergefreiter (Offizieranwärter)
Dienstgrad Obergefreiter (Offizieranwärter)

[Bearbeiten] Historisch

Der Dienstgrad existierte im deutschen Heer bis 1919 in der Fußartillerie und zeichnete gewöhnlich den Richtkanonier aus; in Preußen ersetzte der Obergefreite die 1730 eingerichtete unterste Artillerie-Unteroffizierscharge Bombardier. In der Reichswehr und deutschen Wehrmacht gab es dann erstmals den allgemeinen Dienstgrad 'Obergefreiter' in der Dienstgradgruppe der Mannschaften.

[Bearbeiten] Bundeswehr

Der Dienstgrad Obergefreiter wird einem Soldaten der Bundeswehr allgemein nach sechsmonatiger Dienstzeit bei der Bundeswehr übertragen (§ 9.2 Soldatenlaufbahnverordnung (SLV), wenn er mit dem Dienstgrad Soldat eingestellt wurde. Die meisten Grundwehrdienstleistenden werden mit diesem Dienstgrad (als OGefr d. R.) entlassen.

  • Bei weiblichen Soldaten wird umgangssprachlich die Bezeichnung Obergefreite in der Bundeswehr verwendet, nicht jedoch offiziell. Die offizielle Anrede lautet Frau Obergefreiter. Der Dienstgradzusatz (w) der oftmals im Schriftverkehr verwendet wird, hat sich langsam eingeschlichen, hat aber keinerlei Vorschriftengrundlage. Daher sind im Schriftverkehr oder bei Stubenbeschriftungen Formulierungen wie "Frau Obergefreiter Schneider" oder "Obergefreiter Schneider, Manuela" zu verwenden. Die möglichen Dienstgradzusätze sind in der ZDv 20/7 niedergeschrieben.
  • Der Dienstgrad Obergefreiter kann übersprungen werden, wenn der Soldat mit einem höherem Dienstgrad eingestellt wurde oder andere Voraussetzungen vorliegen, dass er direkt vom Gefreiten zu einem höherem Dienstgrad (meistens Hauptgefreiter, aber auch Stabsunteroffizier oder Feldwebel sind möglich) befördert werden kann.
  • Die Beförderung zum Obergefreiten ist eine Regelbeförderung und wird nur bei außergewöhnlich schlechten Leistungen oder Vorliegen eines groben Disziplinarverstoßes verweigert. Eine Beförderung zum Obergefreiten ist jedoch ausgeschlossen, wenn der Soldat einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt oder das Gelöbnis verweigert hat.
  • Die Unteroffizieranwärter tragen den Dienstgradzusatz UA, die Feldwebelanwärter FA und die Offizieranwärter OA.

[Bearbeiten] Abkürzungen

Dienstgrad Obergefreiter (Marine)
Dienstgrad Obergefreiter (Marine)

(Bezeichnungen mit Anwärterzusatz nur im Schriftverkehr)

  • Obergefreiter (OGefr, OG)
  • Obergefreiter − Unteroffizieranwärter (OGefr UA, OG UA)
  • Obergefreiter − Maatanwärter (OGefr MA, OG MA)
  • Obergefreiter − Reserveunteroffizieranwärter (OGefr RUA, OG RUA)
  • Obergefreiter − Feldwebelanwärter (OGefr FA, OG FA)
  • Obergefreiter − Bootsmannanwärter (OGefr BA, OG BA)
  • Obergefreiter − Reservefeldwebelanwärter (OGefr RFA, OG RFA)
  • Obergefreiter − Offizieranwärter (OGefr OA, OG OA)
  • Obergefreiter − Reserveoffizieranwärter (OGefr ROA, OG ROA)
  • Obergefreiter − Sanitätsoffizieranwärter (OGefr SanOA, OG SanOA)


[Bearbeiten] Schweizer Armee

Obergefreiter

In der Schweizer Armee gibt es den Obergefreiten (Abk.: Obgfr) nach langen Diskussionen seit 1. Januar 2004. Er/sie ist ein Spezialist, der Aufgaben mit höherer Verantwortung oder die Funktion eines Gruppenführerstellvertreters einnimmt. Wenn der Obergefreite eine Führungsfunktion inne hat, zählt er zum Kader, sonst ist es ein Grad der Mannschaft. Obergefreiter wird ein Soldat in der Rekrutenschule während der Ausbildung zum Unteroffizier, in diesem Fall wird er auch Anwärter genannt. Bei sehr guter Leistung kann ein Gefreiter während eines Wiederholungskurses zum Obergefreiten befördert werden. Diese Anerkennung ist mit keinen weitergehenden Pflichten (Dienstzeit) verbunden.

In Auslandeinsätzen wird er als Private First Class bezeichnet (PFC). NATO-Code: OR-3. Das Dienstgradabzeichen zeigt 3 Schrägstriche, was zu einer Verwechslung mit dem Hauptgefreiten der deutschen Bundeswehr führen kann.

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