Obergiesing-Fasangarten
48.11111111111111.594444444444Koordinaten: 48° 6′ 40″ N, 11° 35′ 40″ O
| Obergiesing-Fasangarten
Landeshauptstadt München
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|---|---|
| Postleitzahlen: | 81539, 81541, 81547, 81549 |
| Vorwahl: | 089 |
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Lage Obergiesings in München |
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Obergiesing-Fasangarten ist ein Stadtteil von München und bildet den Stadtbezirk 17. Zusammen mit dem Stadtbezirk Untergiesing-Harlaching umfasst er ungefähr die Grenzen der historischen Gemeinde Giesing sowie die Siedlung Fasangarten auf ehemals Perlacher Gemarkung.
Inhaltsverzeichnis |
Lage[Bearbeiten]
Obergiesing liegt oberhalb der Hanglinie der Isar auf der östlichen Isarhochterrasse. Der heutige Stadtbezirk 17 Obergiesing erstreckt sich als schmaler Streifen zwischen dem Südostabschnitt des Mittleren Ringes und der S-Bahn-Linie nach Holzkirchen, umfasst in Alt-Giesing Teile des Innenstadtrandes und reicht bis zum südöstlichen Stadtrand mit dem Fasangarten und der ehemaligen Amerikanischen Siedlung.
Geschichte[Bearbeiten]
Der Stadtbezirk Obergiesing entstand 1936 durch Aufteilung des 1854 eingemeindeten Stadtteils Giesing auf die Stadtbezirke Obergiesing und Untergiesing-Harlaching.
Mit Beginn der Nachkriegszeit setzte durch den Wiederaufbau kriegszerstörter Wohnhäuser und Erschließung von Baulandreserven eine rege Neubautätigkeit ein, rund 3/4 des Wohnungsbestands wurden nach 1948 erbaut. Nur noch in Alt-Giesing, vornehmlich um die 1886 an der lsarhangkante erbaute neugotische Hallenkirche Heilig Kreuz haben sich einzelne historische Vorstadtensembles erhalten. 1937 wurde von der Pfarrei Heilig Kreuz ein neuer Kuratiesprengel abgetrennt, der seit 1941 eine selbständige Pfarrei bildet; die zugehörige Pfarrkirche Maria Königin des Friedens ist ein Werk von Robert Vorhoelzer, der in München ansonsten durch seine Postbauten und als Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität bekannt geworden ist. Abgesehen vom Ostfriedhof, dem Friedhof am Perlacher Forst und einem Freizeitpark verfügt Obergiesing kaum über nennenswerte Grünflächen. Zwischen der Perlacher Straße und der Tegernseer Landstraße konzentrierten sich Industrie- und Gewerbeflächen. Nach dem Abriss des Geländes der AGFA-Fabrik wird dieser Teil Obergiesings aber überwiegend mit Wohnungen bebaut werden.
Die städtebauliche Struktur ist in Obergiesing sehr heterogen. Einfamilienhaus- und Kleinsiedlungsviertel wechseln mit Gebieten aufgelockerten Geschosswohnungsbaus und verdichteter Blockbebauung. Inzwischen hat der Dienstleistungssektor das produzierende Gewerbe in der Zahl der Arbeitsplätze überholt. Wie in anderen ehemaligen Arbeiter- und Handwerkervierteln hat sich auch in Obergiesing die Sozialstruktur mittlerweile ausgeglichen, doch sorgt ein relativ günstiges Mietniveau dafür, dass der Wohnraum in Obergiesing auch für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen und Familien mit Kindern noch bezahlbar ist. Der Ausländeranteil liegt daher im oberen Bereich der Münchner Bezirke.
Fasangarten[Bearbeiten]
Heute gehört zum Stadtbezirk Obergiesing auch die in den 1920er-Jahren entstandene Siedlung Fasangarten, die 1937 als Bestandteil der Gemeinde Perlach nach München eingemeindet worden war. Der Fasangarten, der vor der Eingemeindung nie zu Giesing gehörte, hat einen eigenständigen, überwiegend von Einfamilienhäusern geprägten Charakter. Um dem Rechnung zu tragen, wurde Ende 2009 der offizielle Name des Stadtbezirks in Obergiesing-Fasangarten geändert. Die Siedlung am Perlacher Forst , auch als "Ami- Siedlung" bekannt, ist integraler Bestandteil des Fasangartens.
Politik[Bearbeiten]
Dem Bezirksausschuss gehören 25 Mitglieder an. Die Wahl vom 2. März 2008 ergab folgende Sitzverteilung: SPD 11, CSU 7, GRÜNE 5, FDP 2. Die Wahlbeteiligung betrug 43,1 Prozent.
Baudenkmäler[Bearbeiten]
Statistik[Bearbeiten]

(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)
| Jahr | Einw. | davon Ausländer | Fläche ha | EW/ha | Quelle mit weiteren Daten |
|---|---|---|---|---|---|
| 2000 | 43.974 | 12.035 (27,4 %) | 571,42 | 77 | Statistisches Taschenbuch München 2001. pdf-Download |
| 2001 | 44.143 | 11.981 (27,1 %) | 571,42 | 77 | Statistisches Taschenbuch München 2002. pdf-Download |
| 2002 | 44.616 | 12.035 (27,0 %) | 571,42 | 78 | Statistisches Taschenbuch München 2003. pdf-Download |
| 2003 | 44.761 | 12.478 (27,9 %) | 571,11 | 78 | Statistisches Taschenbuch München 2004. pdf-Download |
| 2004 | 44.473 | 12.197 (27,4 %) | 571,20 | 78 | Statistisches Taschenbuch München 2005. pdf-Download |
| 2005 | 45.132 | 12.339 (27,3 %) | 571,20 | 79 | Statistisches Taschenbuch München 2006. pdf-Download |
| 2006 | 47.007 | 12.914 (27,5 %) | 571,56 | 82 | Statistisches Taschenbuch München 2007. pdf-Download |
| 2007 | 47.791 | 13.153 (27,5 %) | 571,55 | 84 | Statistisches Taschenbuch München 2008. pdf-Download |
| 2008 | 48.282 | 13.394 (27,7 %) | 571,72 | 84 | Statistisches Taschenbuch München 2009. pdf-Download |
| 2009 | 48.425 | 13.407 (27,7 %) | 570,95 | 85 | Statistisches Taschenbuch München 2010. pdf-Download |
| 2010 | 49.030 | 13.665 (27,9 %) | 571,63 | 86 | Statistisches Taschenbuch München 2011. pdf-Download |
| 2011 | 50.656 | 14.509 (28,6 %) | 572,03 | 89 | Statistisches Taschenbuch München 2012. pdf-Download |
Verschiedenes[Bearbeiten]
- Im Ortsteil Stadelheim liegt die Justizvollzugsanstalt München, die oft einfach kurz Stadelheim genannt wird.
- Hans und Sophie Scholl, sowie Christoph Probst, Widerstandskämpfer der Weißen Rose, wurden in der Strafanstalt München-Stadelheim hingerichtet und liegen auf dem angrenzenden Friedhof am Perlacher Forst begraben, ebenso der Widerstandskämpfer Walter Klingenbeck.
- Das erste McDonald’s-Restaurant Deutschlands wurde am 4. Dezember 1971 in Giesing in der Martin-Luther-Straße 26 eröffnet und erfreute sich schnell nicht nur bei den damals noch in der Nähe stationierten US-Besatzungstruppen (McGraw-Kaserne) großer Beliebtheit.
- Franz Beckenbauer wuchs in der Zugspitzstraße 6 auf und hat auf dem Hartplatz des SC München von 1906 das Fußballspielen erlernt.
- Max Greger, weltbekannter Jazz-Musiker, wurde hier geboren.
- Das AGFA-Hochhaus wurde am 17. Februar 2008 um genau 12:06 Uhr gesprengt.[2]
- Auf dem ehemaligen AGFA-Gelände entstehen bis Mitte 2010 Wohnungen und ein neuer Gewerbepark.[3]
- Rex Gildo, Schlagermusiker, und Rudolph Moshammer, Modeschöpfer, sind auf dem Ostfriedhof bestattet worden.
Verkehr[Bearbeiten]
Durch Obergiesing verlaufen eine U-Bahn-Linie (eine weitere verläuft fast direkt an der Stadtteilgrenze), drei Straßenbahnlinien, eine Metro- und vier Stadtbuslinien sowie zwei S-Bahn-Linien. Während die U-Bahn-Linie U2 vom Stadtzentrum Giesing von Westen nach Osten Richtung Messestadt durchquert, führt die Linie U1 am Mittleren Ring entlang, nahe der Stadtteilgrenze, bis zum Mangfallplatz. Die Straßenbahnlinien 15 und 25 Richtung Grünwald teilen sich die Schienen vom Rosenheimer Platz kommend und überqueren dabei die Schienen der Linie 17, welche von der Innenstadt, am Ostfriedhof und Giesinger Bahnhof vorbei, bis zur Endhaltestelle Schwanseestraße, welche sich unmittelbar am Friedhof Perlacher Forst und nahe der Justizvollzugsanstalt Stadelheim befindet, führen. Die Metrobus-Linie 54 verbindet Giesing mit Großhadern Richtung Westen, sowie mit dem Ostbahnhof und darüber hinaus reichend mit dem Englischen Garten und dem Stadtteil Schwabing. Die Stadtbuslinien bedienen Giesing selbst mit den angrenzenden Stadtteilen und gliedern die Amerikanische Siedlung mit in das MVV-Bus-Netz ein. Die den Stadtteil im Osten begrenzende Kursbuchstrecke 999.3 bzw. 999.7 führt die S-Bahn-Linien S3 und S7 vom Ostbahnhof kommend stadtauswärts, mit der Besonderheit, dass dieser Streckenabschnitt auf Grund der Fahrtrichtungsänderung am Ostbahnhof im Linksverkehr, und nicht wie bei der Deutschen Bahn üblich im Rechtsverkehr, betrieben wird. Dieser wird nach dem Giesinger Bahnhof mit einer Überführung wieder zum Rechtsverkehr geführt. Kurz nach der Wiederherstellung des Rechtsverkehrs teilt sich die Strecke in die KBS (Kursbuchstrecke) 999.7 (S-Bahn-Linie 7) über Perlach nach Kreuzstraße und in die KBS 999.3 (S-Bahn-Linie 3) über Unterhaching nach Holzkirchen. Den zentralen Knotenpunkt für die Öffentlichen Verkehrsmittel stellt der Giesinger Bahnhof dar, an dem sich zwei S-Bahn-Linien (S3 und S7), eine Straßenbahnlinie (17), eine Metrobus-Linie (54) und drei Stadtbuslinien (139,144, 147) mit einer U-Bahn-Linie (U2) kreuzen. Daneben startet die Regionalbuslinie 220 vom Giesinger Bahnhof nach Unterhaching. Zusätzlich fährt an den Öffnungtagen vom Giesinger Bahnhof die Linie 07 mit einem Oldtimer-Bus zum MVG-Museum in der Ständlerstraße 20.
Die A 995, welche Giesing im Westen vom Perlacher Forst trennt, mündet in die Tegernseer Landstraße, welche im McGraw-Graben verläuft und auf den Mittleren Ring trifft. Sie verbindet das südwestliche Ende des Stadtteils mit der A 8 und ist gleichzeitig das - derzeitig südliche - Endstück des noch nicht fertiggestellten Autobahnrings München.
Literatur[Bearbeiten]
- Karl, Willibald (Hrsg.): Giesinger Köpfe. 50 Lebensbilder aus zwei Jahrhunderten Volk Verlag, München 2008, ISBN 978-3-937200-55-2
- Greipl, Egon Johannes (Hrsg.): Münchner Lebenswelten im Wandel. Au, Haidhausen, Giesing 1890-1914 Volk Verlag, München 2008, ISBN 978-3-937200-51-4
- Guttmann, Thomas (Hrsg.): Giesing - Vom Dorf zum Stadtteil. MünchenVerlag (vormals Buchendorfer Verlag München), München 2004, ISBN 978-3-927984-04-2.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b muenchen.de - Bezirksausschusswahl 2008, abgerufen am 17. Dezember 2010
- ↑ Größte Sprengung Münchens - Der Fall eines Wahrzeichens. sueddeutsche.de, abgerufen am 3. Juli 2009
- ↑ Giesing/Harlaching - Agfa-Park gefeiert. Südost-Kurier, abgerufen am 3. Juli 2009
Weblinks[Bearbeiten]
- Stadtteil Obergiesing auf www.muenchen.de
- Bezirksausschuss 17 Obergiesing-Fasangarten
- KulturGeschichtsPfad Obergiesing-Fasangarten
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