Obergiesing-Fasangarten

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48.11111111111111.594444444444Koordinaten: 48° 6′ 40″ N, 11° 35′ 40″ O

Obergiesing-Fasangarten
Landeshauptstadt München
Postleitzahlen: 81539, 81541, 81547, 81549
Vorwahl: 089
Karte

Lage des Stadtbezirks 17 in München

Heilig-Kreuz-Kirche
Der Tegernseer Platz (mit Blick nach Nordosten. Rechts das Postamt von Robert Vorhoelzer, erbaut 1928–1929)
Das ehemalige Agfa-Hochhaus an der Tegernseer Landstraße (gesprengt am 17. Feb. 2008)

Obergiesing-Fasangarten ist ein Stadtteil von München und bildet den Stadtbezirk 17. Zusammen mit dem Stadtbezirk Untergiesing-Harlaching umfasst er ungefähr die Grenzen der historischen Gemeinde Giesing sowie die Siedlung Fasangarten auf ehemals Perlacher Gemarkung.

Lage[Bearbeiten]

Obergiesing liegt oberhalb der Hanglinie der Isar auf der östlichen Isarhochterrasse. Der heutige Stadtbezirk 17 Obergiesing erstreckt sich als schmaler Streifen zwischen dem Südostabschnitt des Mittleren Ringes und der S-Bahn-Linie nach Kreuzstraße, umfasst in Alt-Giesing Teile des Innenstadtrandes und reicht bis zum südöstlichen Stadtrand mit dem Fasangarten und der ehemaligen Amerikanischen Siedlung.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Stadtbezirk Obergiesing entstand 1936 durch Aufteilung des 1854 eingemeindeten Stadtteils Giesing auf die Stadtbezirke Obergiesing und Untergiesing-Harlaching.

Mit Beginn der Nachkriegszeit setzte durch den Wiederaufbau kriegszerstörter Wohnhäuser und Erschließung von Baulandreserven eine rege Neubautätigkeit ein, rund 3/4 des Wohnungsbestands wurden nach 1948 erbaut. Nur noch in Alt-Giesing, vornehmlich um die 1886 an der lsarhangkante erbaute neugotische Hallenkirche Heilig Kreuz haben sich einzelne historische Vorstadtensembles erhalten. 1937 wurde von der Pfarrei Heilig Kreuz ein neuer Kuratiesprengel abgetrennt, der seit 1941 eine selbständige Pfarrei bildet; die zugehörige Pfarrkirche Maria Königin des Friedens ist ein Werk von Robert Vorhoelzer, der in München ansonsten durch seine Postbauten und als Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität bekannt geworden ist. Abgesehen vom Ostfriedhof, dem Friedhof am Perlacher Forst und einem Freizeitpark verfügt Obergiesing kaum über nennenswerte Grünflächen. Zwischen der Perlacher Straße und der Tegernseer Landstraße konzentrierten sich Industrie- und Gewerbeflächen. Nach dem Abriss des Geländes der AGFA-Fabrik wird dieser Teil Obergiesings aber überwiegend mit Wohnungen bebaut werden.

Die städtebauliche Struktur ist in Obergiesing sehr heterogen. Einfamilienhaus- und Kleinsiedlungsviertel wechseln mit Gebieten aufgelockerten Geschosswohnungsbaus und verdichteter Blockbebauung. Inzwischen hat der Dienstleistungssektor das produzierende Gewerbe in der Zahl der Arbeitsplätze überholt. Wie in anderen ehemaligen Arbeiter- und Handwerkervierteln hat sich auch in Obergiesing die Sozialstruktur mittlerweile ausgeglichen, doch sorgt ein relativ günstiges Mietniveau dafür, dass der Wohnraum in Obergiesing auch für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen und Familien mit Kindern noch bezahlbar ist. Der Ausländeranteil liegt daher im oberen Bereich der Münchner Bezirke.

Fasangarten[Bearbeiten]

Heute gehört zum Stadtbezirk Obergiesing auch die in den 1920er-Jahren entstandene Siedlung Fasangarten, die 1937 als Bestandteil der Gemeinde Perlach nach München eingemeindet worden war. Der Fasangarten, der vor der Eingemeindung nie zu Giesing gehörte, hat einen eigenständigen, überwiegend von Einfamilienhäusern geprägten Charakter. Um dem Rechnung zu tragen, wurde Ende 2009 der offizielle Name des Stadtbezirks in Obergiesing-Fasangarten geändert. Die Siedlung am Perlacher Forst, auch als "Ami- Siedlung" bekannt, ist integraler Bestandteil des Fasangartens.

Politik[Bearbeiten]

Bezirksausschusswahl März 2008
(Stimmen in Prozent) [1]
 %
50
40
30
20
10
0
45,3 %
27,2 %
19,2 %
8,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2002 [1]
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-3,4 %p
-11,0 %p
+6,1 %p
+8,3 %p

Dem Bezirksausschuss gehören 25 Mitglieder an. Die Wahl vom 2. März 2008 ergab folgende Sitzverteilung: SPD 11, CSU 7, GRÜNE 5, FDP 2. Die Wahlbeteiligung betrug 43,1 Prozent.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten]


(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Fläche in ha EW pro ha Quelle mit weiteren Daten
2000 043.974 012.035 (27,4 %) 0571,42 077 Statistisches Taschenbuch München 2001. pdf-Download
2001 044.143 011.981 (27,1 %) 0571,42 077 Statistisches Taschenbuch München 2002. pdf-Download
2002 044.616 012.035 (27,0 %) 0571,42 078 Statistisches Taschenbuch München 2003. pdf-Download
2003 044.761 012.478 (27,9 %) 0571,11 078 Statistisches Taschenbuch München 2004. pdf-Download
2004 044.473 012.197 (27,4 %) 0571,20 078 Statistisches Taschenbuch München 2005. pdf-Download
2005 045.132 012.339 (27,3 %) 0571,20 079 Statistisches Taschenbuch München 2006. pdf-Download
2006 047.007 012.914 (27,5 %) 0571,56 082 Statistisches Taschenbuch München 2007. pdf-Download
2007 047.791 013.153 (27,5 %) 0571,55 084 Statistisches Taschenbuch München 2008. pdf-Download
2008 048.282 013.394 (27,7 %) 0571,72 084 Statistisches Taschenbuch München 2009. pdf-Download
2009 048.425 013.407 (27,7 %) 0570,95 085 Statistisches Taschenbuch München 2010. pdf-Download
2010 049.030 013.665 (27,9 %) 0571,63 086 Statistisches Taschenbuch München 2011. pdf-Download
2011 050.656 014.509 (28,6 %) 0572,03 089 Statistisches Taschenbuch München 2012. pdf-Download
2012 051.183 014.909 (29,1 %) 0572,03 089 Statistisches Taschenbuch München 2013. pdf-Download

Verschiedenes[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Giesinger Bahnhof

Durch Obergiesing verlaufen eine U-Bahn-Linie (eine weitere verläuft fast direkt an der Stadtteilgrenze), drei Straßenbahnlinien, eine Metro- und vier Stadtbuslinien sowie zwei S-Bahn-Linien. Während die U-Bahn-Linie U2 vom Stadtzentrum Giesing von Westen nach Osten Richtung Messestadt durchquert, führt die Linie U1 am Mittleren Ring entlang, nahe der Stadtteilgrenze, bis zum Mangfallplatz. Die Straßenbahnlinien 15 und 25 Richtung Grünwald teilen sich die Schienen vom Rosenheimer Platz kommend und überqueren dabei die Schienen der Linie 17, welche von der Innenstadt, am Ostfriedhof und Giesinger Bahnhof vorbei, bis zur Endhaltestelle Schwanseestraße, welche sich unmittelbar am Friedhof Perlacher Forst und nahe der Justizvollzugsanstalt Stadelheim befindet, führen. Die Metrobus-Linie 54 verbindet Giesing mit Großhadern Richtung Westen, sowie mit dem Ostbahnhof und darüber hinaus reichend mit dem Englischen Garten und dem Stadtteil Schwabing. Die Stadtbuslinien bedienen Giesing selbst mit den angrenzenden Stadtteilen und gliedern die Amerikanische Siedlung mit in das MVV-Bus-Netz ein. Die den Stadtteil im Osten begrenzende Kursbuchstrecke 999.3 bzw. 999.7 führt die S-Bahn-Linien S3 und S7 vom Ostbahnhof kommend stadtauswärts, mit der Besonderheit, dass dieser Streckenabschnitt auf Grund der Fahrtrichtungsänderung am Ostbahnhof im Linksverkehr, und nicht wie bei der Deutschen Bahn üblich im Rechtsverkehr, betrieben wird. Dieser wird nach dem Giesinger Bahnhof mit einer Überführung wieder zum Rechtsverkehr geführt. Kurz nach der Wiederherstellung des Rechtsverkehrs teilt sich die Strecke in die KBS (Kursbuchstrecke) 999.7 (S-Bahn-Linie 7) über Perlach nach Kreuzstraße und in die KBS 999.3 (S-Bahn-Linie 3) über Unterhaching nach Holzkirchen. Den zentralen Knotenpunkt für die Öffentlichen Verkehrsmittel stellt der Giesinger Bahnhof dar, an dem sich zwei S-Bahn-Linien (S3 und S7), eine Straßenbahnlinie (17), eine Metrobus-Linie (54) und drei Stadtbuslinien (139,144, 147) mit einer U-Bahn-Linie (U2) kreuzen. Daneben startet die Regionalbuslinie 220 vom Giesinger Bahnhof nach Unterhaching. Zusätzlich fährt an den Öffnungtagen vom Giesinger Bahnhof die Linie 07 mit einem Oldtimer-Bus zum MVG-Museum in der Ständlerstraße 20.

Die A 995, welche Giesing im Westen vom Perlacher Forst trennt, mündet in die Tegernseer Landstraße, welche im McGraw-Graben verläuft und auf den Mittleren Ring trifft. Sie verbindet das südwestliche Ende des Stadtteils mit der A 8 und ist gleichzeitig das - derzeitig südliche - Endstück des noch nicht fertiggestellten Autobahnrings München.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b muenchen.de - Bezirksausschusswahl 2008, abgerufen am 17. Dezember 2010
  2. Größte Sprengung Münchens - Der Fall eines Wahrzeichens. sueddeutsche.de, abgerufen am 3. Juli 2009
  3. Giesing/Harlaching - Agfa-Park gefeiert. Südost-Kurier, abgerufen am 3. Juli 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obergiesing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien