Obergriesbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obergriesbach
Obergriesbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obergriesbach hervorgehoben
48.41666666666711.066666666667479Koordinaten: 48° 25′ N, 11° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Dasing
Höhe: 479 m ü. NHN
Fläche: 10,32 km²
Einwohner: 1976 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86573
Vorwahlen: 08251, 08205
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 149
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstr. 7
86453 Dasing
Webpräsenz: www.obergriesbach.de
Bürgermeister: Josef Schwegler
Lage der Gemeinde Obergriesbach im Landkreis Aichach-Friedberg
Baar (Schwaben) Pöttmes Todtenweis Aindling Petersdorf (Schwaben) Inchenhofen Kühbach Schiltberg Sielenbach Adelzhausen Eurasburg (Schwaben) Ried (bei Mering) Mering Merching Schmiechen Steindorf (Schwaben) Kissing Obergriesbach Hollenbach Rehling Affing Aichach Friedberg (Bayern) Dasing Augsburg Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Dachau Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Donau-Ries Landkreis Augsburg Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Donau-Ries Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Obergriesbach ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Dasing.

Geografie[Bearbeiten]

Obergriesbach liegt in der Planungsregion Augsburg. Es existieren folgende Gemarkungen: Obergriesbach, Zahling.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Obergriesbach entstand in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Als Stammvater der Griesbacher gilt Ludlof von Hahnreith, der 1124 den Namen Griezbeck von Griezenbach annahm. Er ist also zugleich der Ahne von Obergriesbach.

Im Jahre 1468 übernahm Wigulaeus von Weichs die Burg Obergriesbach. Wertvolle Grabsteine in der Pfarrkirche St. Stephan zeugen noch heute davon. Die gesamte Hofmark wurde 1730 an die Reichsgräfin Marie Violante Theresia von Thurn und Taxis verkauft.

Seit 1831 sind die Freiherren von Gravenreuth mit Sitz in Affing auch Eigentümer der Hofmark Obergriesbach. Seitdem ist das Schloss meist Witwensitz der Freiherren von Gravenreuth.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Zahling eingegliedert.[2]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden Gebietsteile mit damals etwa 15 Einwohnern an die Nachbargemeinde Dasing abgetreten.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Obergriesbach etwa 400 Einwohner, Zahling ca. 200. Nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen die Einwohnerzahlen um über 100 je Ortschaft an.

In der Gemeinde gab es

  • 1961: 0854 Einwohner[3]
  • 1970: 1059 Einwohner[3]
  • 1987: 1545 Einwohner
  • 2000: 1807 Einwohner
  • 2005: 1991 Einwohner
  • 2011: 1986 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 14 Gemeinderäten zusammen.

Parteien 2008
Anteil Sitze
Dorfgemeinschaft Obergriesbach-Zahling (DGOZ) 71,4 % 10
Wählerblock Zahling (WBZ) 28,6 % 4

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot ein erhöhter silberner Stufengiebel, belegt mit einer eingeschweiften schwarzen Spitze, darin unten ein silberner Wellenbalken.

Das Gemeindewappen erinnert an zwei für den Ort wichtige Familien. Der Stufengiebel stammt aus dem Siegel der Herren von Griesbach, die Obergriesbach bis 1293 als Lehen des Klosters Biburg innehatten. Das Kloster behielt den Ort bis 1468 als Hofmark und verkaufte ihn dann an die Herren von Weichs, die bald auch Zahling und Latzenhausen dazu erwarben. Mitglieder der Familie waren als hohe Staatsbeamte, Domherren oder Deutschordensritter in angesehenen Stellungen. Bis 1730 blieb die Hofmark in ihrem Besitz. Die eingeschweifte Spitze ist ihrem Wappen entnommen. Der Wellenbalken weist auf die Lage der Gemeinde im Tal der Paar hin.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Ortsteil Zahling mit Zahling-Eltendorf (Österreich)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss (1645-1718)
  • Schlosscafe (ehem. Schloss Obergriesbach, sog. Försterhaus, langgestreckter Walmdachbau, im Kern 1. Hälfte 18. Jh., äußere Erscheinung Anfang 20. Jh.) Das alte Richterhaus, in dem einst Pfleger und Richter der Hofmark Obergriesbach über das Gemeinwesen walteten, Streitigkeiten schlichteten und über die Moral der Gemeinde urteilten, wurde im November 1948 zum Schlosscafe. Nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern oft von weit her kamen die Gäste, um das alte, renovierte Gebäude mit einer künstlerisch-geschmackvollen Ausstattung unweit des Obergriesbacher Schlosses und dem idyllischen Garten zu besuchen. Auch eine Reihe prominenter Gäste, wie Rockefeller-Erben, königliche Hoheit Prinzessin Pilar von Bayern mit Prinz Ludwig von Bayern, der ehemalige Ministerpräsident Alfons Goppel usw. besuchten das Schlosscafé. Seit einigen Jahren wird das Schlosscafé nur noch privat genutzt.
  • Kath. Pfarrkirche St. Stephan, 1907
  • Aukapelle (kath. Kapelle Unserer Lieben Frau ob der Au; 1714 erbaut, 1737 erweitert) Im sog. Mirakelbuch wurden von den damaligen Pfarrern die Wundertaten, die in der Aukapelle geschehen sind, aufgezeichnet. Demnach waren in der Zeit von 1691 bis 1757 insgesamt 570 Flehgebete an die Muttergottes erhört worden. Zahlreiche Votivtafeln geben noch heute ein belebtes Zeugnis davon ab. - Die gesamte Pfarrgemeinde und viele Gäste und Ehrengäste aus nah und fern waren auf den Beinen, als man in Obergriesbach im Mai 1985 die Festlichkeiten zur 300-Jahr-Feier der Aukapelle beging.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 88 und im Bereich Handel und Verkehr 10 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 33 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 576. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 24 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 484 ha, davon waren 372 ha Ackerfläche und 112 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Obergriesbach liegt zentral in der Wirtschaftsregion München-Augsburg. Dies ist auch der Grund, warum in nur 10 Minuten die A 8 und die Bundesstraße 300 zu erreichen sind. Des Weiteren ist in Obergriesbach ein Haltepunkt der Bahn eingerichtet.

Die nächsten Flughäfen sind der Regionalflughafen Augsburg und der Flughafen München (ca. eine Stunde Fahrzeit).

Paartalbahn[Bearbeiten]

Seit 1875 sind Obergriesbach und seine Umgebung an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Bahnstrecke soll aus gegenwärtiger Sicht aus kommerziellen und strukturellen Gründen erhalten bleiben. Heute fährt die Paartalbahn im halben Stundentakt nach Augsburg und Aichach sowie im Stundentakt nach Ingolstadt. Außerdem ist sie verknüpft mit dem AVV. Die neue Park-und-Ride-Anlage erleichtert das Umsteigen vom Auto in den Zug.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: Zwei Gruppen mit je 25 Kindergartenplätzen.
  • Grundschule: Vier Jahrgangsstufen (1–4) mit je einer Klasse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Im Ortsteil Zahling sind die Motorradrennfahrer Helmut Bradl, Vizeweltmeister von 1991, und sein Sohn Stefan Bradl, Weltmeister von 2011 ansässig.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 789.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obergriesbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien