Oberhofen AG

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AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Oberhofenf zu vermeiden.
Oberhofen
Wappen von Oberhofen
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Laufenburgw
Gemeinde: Mettauertali2
Postleitzahl: 5273
Koordinaten: 652290 / 26743647.5555578.133343364Koordinaten: 47° 33′ 20″ N, 8° 8′ 0″ O; CH1903: 652290 / 267436
Höhe: 364 m ü. M.
Einwohner: 282 (31. Dez. 2009)
Ausländeranteil: 9.6 % (31. Dez. 2009)
Karte
Oberhofen AG (Schweiz)
Oberhofen AG
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2010

Oberhofen (schweizerdeutsch: ˈɔbəɾˌhɔfə)[1] ist ein Dorf im Schweizer Kanton Aargau. Es liegt im Nordosten der Region Fricktal. Bis Ende 2009 bildete Oberhofen eine eigenständige Einwohnergemeinde im Bezirk Laufenburg, seither ist es eines von fünf Dörfern in der neu entstandenen Gemeinde Mettauertal.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt inmitten des Tafeljuras im Tal des Mettauerbachs; dieser fliesst nördlich davon mit dem Etzgerbach zusammen, der nach zweieinhalb Kilometern in den Hochrhein mündet. Im Osten steigt das Gelände gleichmässig bis zur 485 Meter hohen Hasenmatt an. Westlich des Dorfes erhebt sich die Hochebene der Meiershalde (562 m ü. M.). Daran anschliessend fällt das Gelände steil zum kurzen Hofer-Seitental ab, das nahtlos in die Rütenen-Hochebene (bis 475 m ü. M.) übergeht. Ganz im Westen liegt der steile Abhang der Sandrütihalde, die Distanz zum Ufer des Rheins beträgt knapp zweihundert Meter.[2]

Die Fläche des ehemaligen Gemeindegebiets betrug 312 Hektaren, davon waren 144 Hektaren bewaldet und 24 Hektaren überbaut. Die höchste Stelle des Gemeindegebiets lag auf 562 Metern auf der Hochebene der Meiershalde, die tiefste Stelle auf 345 Metern am Zusammenfluss von Mettauerbach und Etzgerbach.

Nachbargemeinden waren Etzgen im Nordwesten, Mettau im Norden, Wil im Osten, Gansingen im Süden und Sulz im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Oberhofen bestand bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lediglich aus einzelnen Höfen, die auf gerodetem Land errichtet worden waren. Diese Höfe gehörten zum Gerichtskreis Mettau, einem Teil der vorderösterreichischen Kameralherrschaft Laufenburg. Erst um 1800 entstand das eigentliche Dorf, als von den Nachbardörfern aus Umsiedlungen erfolgten. Die Ortsnamensform Oberhoffen wird erstmals 1705 erwähnt, im Sinne von «bei den oberen Gehöften».[1]

1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskrieges verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde der Kanton Fricktal gegründet, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss; damit war Oberhofen schweizerisch geworden. Das Dorf bildete zusammen mit Etzgen und Wil einen Teil der Gemeinde Mettau im Distrikt Laufenburg. Seit dem 19. März 1803 gehört Oberhofen zum Kanton Aargau.

1832 löste sich Oberhofen von Mettau und die Bewohner gründeten eine eigenständige Gemeinde. Neben der Landwirtschaft brachten auch eine Gipsgrube und ein Steinsägewerk Verdienstmöglichkeiten. Im Gegensatz zu den übrigen Gemeinden im Mettauertal stieg die Bevölkerungszahl bis 1950 ständig an. Doch dann nahm sie innerhalb von zwanzig Jahren um einen Fünftel ab, da viele Bauern ihre Höfe aufgaben und wegzogen. Mit dem Wandel zu einer Wohngemeinde nahm die Bevölkerungszahl bis heute wieder um fast einen Drittel zu.

Am 20. März 2008 beschloss die Gemeindeversammlung die Fusion von Oberhofen mit Etzgen, Hottwil, Mettau und Wil zur Gemeinde Mettauertal. Die Urnenabstimmung am 1. Juni 2008 fiel ebenfalls zugunsten einer Fusion aus. Der Zusammenschluss erfolgte am 1. Januar 2010.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des ehemaligen Gemeinde- und heutigen Dorfwappens lautet: «In Gelb schwarze Spitzhacke, belegt mit zwei gekreuzten schwarzen Handfäusteln.» Bis 1953 besass die Gemeinde kein eigenes Wappen, Die Werkzeuge weisen auf den Abbau von Sandstein hin, der für den Bau von Öfen verwendet wurde.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[5]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Einwohner 297 182 199 260 222 212 262 296 307

Am 31. Dezember 2008 lebten 277 Menschen in Oberhofen, der Ausländeranteil betrug 7,9 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 68,6 % römisch-katholisch, 17,1 % reformiert und 4,3 % muslimisch.[6] 97,4 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Oberhofen gibt es gemäss Betriebszählung 2005 rund 80 Arbeitsplätze, davon 69 % in der Landwirtschaft, 17 % im Kleingewerbe und 14 % im Dienstleistungssektor.[8] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den grösseren Gemeinden des Fricktals und des unteren Aaretals.

Verkehr[Bearbeiten]

Oberhofen liegt an der Kantonsstrasse, die im Rheintal bei Etzgen beginnt und über den Bürersteig in Richtung Brugg führt. Die Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch eine Postautolinie zwischen den Bahnhöfen Laufenburg und Brugg.

Bildung[Bearbeiten]

Das Dorf verfügt über eine Primarschule, der Schulstandort Oberhofen wird jedoch am Ende des Schuljahres 2009/10 aufgehoben. Die Sekundarschule kann in Gansingen besucht werden, die Realschule und die Bezirksschule im Schulzentrum Blauen in Laufenburg. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau; aufgrund einer interkantonalen Vereinbarung können Jugendliche aus Teilen des Fricktals das Gymnasium in Muttenz (Kanton Basel-Landschaft) absolvieren.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 317–318.
  2. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1049, Swisstopo
  3. Aargauer Zeitung: Fünf deutliche Ja zur Fusion, 21. März 2008.
  4.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen Kanton Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 235.
  5. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  6. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 11. Oktober 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  8. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 11. Oktober 2012.