Oberklasse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt Fahrzeuge. Oberklasse wird auch zur Bezeichnung einer privilegierten sozialen Klasse verwendet; daneben gibt es in der Objektorientierten Programmierung die Bezeichnung Oberklasse als Synonym für Basisklasse
Mercedes-Benz S-Klasse (2011) als meistverkauftes Fahrzeug ihrer Klasse

Oberklasse ist die Bezeichnung für das höchste PKW-Segment des Kraftfahrt-Bundesamtes. In den Fahrzeugsegmenten der Europäischen Kommission nennt sich dieses Segment Luxusklasse bzw. E-Segment, Oberklasse bezeichnet dort wiederum die obere Mittelklasse im Sinne des Kraftfahrt-Bundesamtes. Diese Klasse enthält große, komfortable, leistungsstarke und somit auch sehr teure Fahrzeuge. Die US-amerikanischen Full-Size Cars entsprechen der Oberklasse in der Größe, aber nicht zwingend in Motorisierung und Ausstattung. Der Absatz von Oberklassenfahrzeugen gestaltet sich zunehmend schwieriger. Ein gebräuchliches Mittel zur Absatzsicherung sind dabei taktische Zulassungen geworden.[1]

In dieser Klasse werden üblicherweise nur Limousinen, Coupés und Cabriolets angeboten, jedoch keine Kombis. Weil viele Fahrzeuge im Laufe der Zeit immer größer und zudem auch stärker motorisiert werden, stellt die Beschreibung einer Fahrzeugklasse immer eine Momentaufnahme dar.

Aktuelle Modelle[Bearbeiten]

Merkmale 1990[Bearbeiten]

Oberklasse-Fahrzeuge verfügten 1990 im Basismodell über mindestens sechs Zylinder, 3,0 Liter Hubraum und eine Motorleistung von ca. 130 kW. Eine Ausnahme stellte der Mercedes 260 SE dar, ein Modell der W 126-Baureihe. Dieser verfügte über einen Motor mit 2,6 Liter Hubraum und 118 kW. Acht-Zylinder-Motoren waren bei Audi, Lexus und Mercedes (erst später, ab 1992 auch bei BMW) verfügbar. Daneben waren die Oberklasse-Fahrzeuge von BMW und Jaguar auch mit Zwölf-Zylinder-Motoren lieferbar. Dieselmotoren spielten 1990 in der Oberklasse noch keine Rolle. Lediglich Mercedes baute die S-Klasse mit Dieselmotor, allerdings nur für den Export in die USA.

Die Fahrzeuglänge von Oberklassenfahrzeugen begann 1990 bei etwa 4,9 Metern und endete in den Versionen mit langem Radstand bei ca. 5,20 Metern.

Oberklasse-Limousinen verfügten fast ausschließlich über Hinterradantrieb, erst mit der Präsentation des Audi V8 im Jahre 1988 wurde mit dem Allradantrieb eine neue Antriebsart in dieser Fahrzeugklasse eingeführt. Ab Mitte der 1990er-Jahre fand auch vermehrt der Frontantrieb Anwendung.

Beispiele 1990[Bearbeiten]

Daten 1990[Bearbeiten]

Modell Preisspanne Leistung Zylinder Länge Grundversion Länge Langversion
Audi V8 99.000 DM bis 150.000 DM 184 kW bis 206 kW 8 4871 mm 5190 mm
BMW 7er 65.000 DM bis 134.000 DM 138 kW bis 220 kW 6, 12 4910 mm 5024 mm
Jaguar XJ40 80.000 DM bis 111.000 DM 163 kW bis 194 kW 6, 12 4988 mm nicht erhältlich
Lexus LS400 88.000 DM 180 kW 8 5005 mm nicht erhältlich
Lincoln Town Car 70.000 DM bis 84.000 DM 140 kW 8 5560 mm nicht erhältlich
Mercedes-Benz S-Klasse 64.000 DM bis 137.000 DM 118 kW bis 205 kW 6, 8 5020 mm 5160 mm
Cadillac Fleetwood Brougham 70.000 DM bis 90.000 DM 191 kW 8 5715 mm nicht erhältlich

Historische Oberklasse-PKW[Bearbeiten]

Neuzulassungen in Deutschland[Bearbeiten]

Für Zahlen zu den jährlichen Neuzulassungen von Personenkraftwagen des Segments Oberklasse in Deutschland nach Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes, siehe Liste der Neuzulassungen von Personenkraftwagen in Deutschland nach Segmenten und Modellreihen#Oberklasse.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autobauer-luxusmodelle-finden-zu-wenig-abnehmer/3754438.html