Oberleitungsbus Innsbruck

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Obus vor der Triumphpforte, 1995

Der Oberleitungsbus Innsbruck war ein Oberleitungsbus-Betrieb in Österreich. Es bestanden dabei zwei zeitlich voneinander unabhängige Netze – das erste vom 8. April 1944 bis zum 29. Februar 1976, das zweite vom 17. Dezember 1988 bis zum 25. Februar 2007. In beiden Fällen ergänzte der Oberleitungsbus die Straßenbahn Innsbruck. Wie die Straßenbahn wurde auch der Oberleitungsbus von den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) betrieben.

Erster Betrieb[Bearbeiten]

Beim ersten Betrieb wurden drei Routen elektrisch befahren:

Linie A Arzl – Zentrum – Hbf – Bozner Platz – Markt – Schleife Hötting bis 29. Februar 1976
Linie B Pradl – Zentrum bis 30. Juni 1969
Linie C Wiltenberg – Markt bis 17. April 1971

Eine Übersicht über die wechselnde Streckenführung in der Innenstadt geben die folgenden Fahrleitungspläne:

Zweiter Betrieb[Bearbeiten]

1986 fiel die Entscheidung, erneut Oberleitungsbusse in Innsbruck einzuführen und die überlasteten Buslinien O und R auf elektrischen Betrieb umzustellen. Die ursprünglich favorisierte Straßenbahn wurde aus Kosten- und Platzgründen nicht verwirklicht.[1]

Liniennetz[Bearbeiten]

Am 17. Dezember 1988 wurde das neue Obusnetz eröffnet. Die Linien O und R fuhren in teilweise veränderter Linienführung gegenüber dem vorherigen Dieselbusbetrieb von der Innenstadt (Schleife Hauptbahnhof - Maria-Theresien-Straße - Museumstraße) in das Olympische Dorf bzw. die Reichenau. Anlässlich der Aufnahme des Obus-Betriebs wurde in der Schützenstraße im Olympischen Dorf die erste Busspur in Innsbruck eingerichtet.[2] 1992 wurde das Obusnetz erweitert und die Linie O in eine Durchmesserlinie umgewandelt, die an Stelle der bisherigen Linien L und P nach Allerheiligen und zur Peerhofsiedlung verkehrte.[3] 1995 wurde die Linie R in die Höttinger Au verlängert und ersetzte den Westast der Linie B.[4] Die Linie O wurde später in Hötting West um einen dritten Ast zur Haltestelle Technik-West erweitert, um ein neu entstandenes Wohngebiet anzubinden.

Linie O 10,2 Kilometer Olympisches Dorf – Reichenau – Zentrum – Höttinger Au – Allerheiligen/Peerhofsiedlung/Technik West in Spitzenzeiten alle fünf Minuten
Linie R 8,4 Kilometer Rehgasse – Höttinger Au – Zentrum – Hauptbahnhof – Saggen – Reichenau – Gumppstrasse in Spitzenzeiten alle siebeneinhalb Minuten

Nachdem zunehmend Dieselbusse auf den Linien eingesetzt wurden, wurde der Obusbetrieb im Februar 2007 gänzlich eingestellt. Bis 2018 soll die Linie O, wie schon in den 1980er Jahren geplant, durch eine Straßenbahn ersetzt werden.[5] Seit 2012 verkehrt die Straßenbahnlinie 3 auf dem ersten Teilstück des geplanten Westastes bis in die Höttinger Au.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Für den zweiten Betrieb beschafften die IVB anlässlich der Eröffnung 1988 bei Gräf & Stift 16 hochflurige Gelenkwagen des Typs GE 152 M 18 (Betriebsnummern 801 bis 816). Die elektrische Ausrüstung wurde von Asea Brown Boveri zugeliefert. Für die Netzerweiterung 1992 wurden diese um zehn niederflurige Gelenkwagen des Typs NGE 152 M 18 des gleichen Herstellers ergänzt (Betriebsnummern 817 bis 826). Allerdings stammte die Elektrik diesmal von Kiepe. Nach der Betriebseinstellung wurden die zehn Niederflurwagen ins russische Wologda abgegeben. Jeweils acht der sechzehn Hochflurwagen gingen in die bulgarische Hauptstadt Sofia (801, 802, 805, 807, 810, 814, 815 und 816) beziehungsweise nach Brașov in Rumänien (803, 804, 806, 808, 809, 811, 812 und 813).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberleitungsbusse in Innsbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. O und R als umweltfreundliche Obusse. In: Innsbrucker Stadtnachrichten, Nr. 6/1986, S. 1 (Digitalisat)
  2. Durch eigene Busspur Vorrang für den öffentlichen Verkehr. In: Innsbrucker Stadtnachrichten, Nr. 1/1989, S. 3 (Digitalisat)
  3. Umweltfreundlich, schnell und bequem vom Osten in den Westen der Stadt. In: Stadtnachrichten, Dezember 1992, S. 3 (Digitalisat)
  4. Innsbrucker Innenstadt: Verkehrsorganisation. In: Innsbruck informiert, November 1995, S. 4-5 (Digitalisat)
  5. Innsbrucker Verkehrsbetriebe: Tram/Regionalbahn - Projektbeschreibung