Oberlicht

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Dieser Artikel erläutert das Deckenfenster in flachen oder leicht geneigten Dächern, zum Fenster oberhalb von Türen oder normalen Fenstern, siehe Kämpferfenster.
Satteldachförmiges Oberlicht im Rathaus Kopenhagen

Das Oberlicht (in Bayern und Österreich die Oberlichte) ist eine Fensteröffnung in der Decke, die einen Innenraum mit Tageslicht versorgt. Im Unterschied zu einem regulären Dachfenster ist ein Oberlicht nicht für den Ausblick auf die Umgebung konzipiert, sondern beschränkt sich auf die Funktion der Belichtung (und – sofern es geöffnet werden kann – auch der Lüftung).

Neben dem Bauteil kann der Begriff Oberlicht auch allgemein den Lichteinfall von oben in einem Gebäude bezeichnen.

Verwendung und Bauweisen[Bearbeiten]

Oberlichter kommen oft bei größeren Sälen oder Hallen zur Anwendung oder bei Räumen, die keine Außenwände haben und daher seitlich fensterlos sind.

Wenn ein Raum nicht mit einer waagerechten Decke abschließt, sondern unmittelbar in den Dachraum übergeht der mit einer oder mehreren Dachschrägen abschließt, kann ein reguläres Dachfenster die Funktion eines Oberlichts übernehmen. Der Unterschied zwischen großen Oberlichtern und Glasdächern ist nicht fest definiert (beispielsweise bei überdachten Innenhöfen). Im Bereich der Industriearchitektur wurde die Form des Sheddachs entwickelt, um große Hallen mit Tageslicht zu versorgen.

Im modernen Hausbau kommen industriell gefertigte Oberlichter aus Kunststoff zum Einsatz. Diese bestehen aus einem Aufsatzkranz, der auf die Oberseite des Daches montiert wird und einer nach außen gewölbten, klarsichtigen oder milchigen Scheibe aus Acrylglas oder Polycarbonat. Handelsübliche Maße reichen von 0,30 m × 0,30 m bis 2,50 m × 2,50 m. Solche Oberlichter können zum Öffnen mit einem Elektromotor ausgestattet sein.

Oberlichter werden auch oft bei landwirtschaftlichen Gebäuden zur kostengünstigen Lichtversorgung genutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Glasdach im Karstadt (München) 48.14039311.561726

Frühe architekturgeschichtliche Beispiele für das Beleuchtungsprinzip des Oberlichts finden sich in Form von Deckenöffnungen bei ägyptischen Tempeln. Auch das Compluvium, die Deckenöffnung des Atriums in der antiken römischen Baukunst, hatte neben der Aufgabe des Sammelns von Regenwasser auch die Funktion der Belichtung. Als Sonderform kann das offene Opaion im Scheitel einer Kuppel angeführt werden.[1]

Bei bestimmten Bauformen bzw. Bauteilen fällt das Licht von oben auch durch senkrecht stehende Fenster ein: beispielsweise bei Basiliken durch die Fenster des Obergadens oder eines Laternenturms, bei Kuppelbauten durch die Fensterkränze einer Laterne oder eines Tambours.

Verglaste horizontal liegende Oberlichter finden sich häufig in der Architektur des Klassizismus, Historismus und Jugendstils, später in ähnlicher Form. Dabei werden die Glasscheiben meist in eine Dachkonstruktion aus Metall eingebaut, die als Walmdachs oder Zeltdachs geformt ist. Oberlichter dieser Art sind in der Regel so angelegt, dass sie in der Außenansicht des Gebäudes von einer Attika oder von den umliegenden Dächern verdeckt werden und erst als Element der Innenarchitektur in Erscheinung treten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Koepf; Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Stuttgart 2005, S. 343.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: Oberlicht – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Dachaufsatz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Lichtschacht – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberlichter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien