Obermaßfeld-Grimmenthal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obermaßfeld-Grimmenthal
Obermaßfeld-Grimmenthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obermaßfeld-Grimmenthal hervorgehoben
50.52972222222210.440555555556297Koordinaten: 50° 32′ N, 10° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Dolmar-Salzbrücke
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 5,59 km²
Einwohner: 1221 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 218 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98617
Vorwahl: 036949
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 049
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Einhäuser Str. 3
98617 Obermaßfeld-Grimmenthal
Webpräsenz: www.obermassfeld-grimmenthal.de
Bürgermeister: Martin Hofmann
Lage der Gemeinde Obermaßfeld-Grimmenthal im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode-Trusetal Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld (Gemeinde) Grabfeld Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
Über dieses Bild

Obermaßfeld-Grimmenthal ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen und Mitglied und Außenstelle der Verwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Dolmar-Salzbrücke.

Geografie[Bearbeiten]

Obermaßfeld-Grimmenthal liegt im Werratal südöstlich von Meiningen. Der frühere Wallfahrtsort Grimmenthal liegt östlich von Obermaßfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde die Gemeinde im Jahr 837 als Mahesfeld erwähnt.

Der Ortsteil Grimmenthal (alter Name: Grinthal) war ausgangs des Mittelalters (seit 1498) ein Wallfahrtsort. Ein früher dort stehendes Marienbild soll wundertätig gewesen sein. 1498 wurde eine Wallfahrtskapelle eingeweiht. Von den Einnahmen wurde beispielsweise die Obermaßfelder Werrabrücke gebaut. Der Wallfahrtsort fand mit der Reformation um 1536 sein Ende. Unmittelbar danach wurde ein Hospital für Arme geschaffen. Nach 1945 entstand daraus ein Feierabendheim, das bis 1990 bestand.

Grimmenthal war 1627 von Hexenverfolgung betroffen: Die Witwe Barbara Urff (Oerff) geriet in einen Hexenprozess und wurde enthauptet.[2] In Obermaßfeld fanden 1602–1658 Hexenverfolgungen statt: Fünf Personen wurden angeklagt. Als erstes Opfer wurde 1602 die Stahlmart (Margaretha Stahl) hingerichtet. Von einem Prozess ist der Ausgang unbekannt.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Obermaßfeld-Grimmenthal setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU 4 Sitze
  • FFW 49 2 Sitze
  • SC 49 1 Sitz
  • SchV 49 1 Sitz
  • BV 49 4 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Dieter Heinrich wurde am 11. Juli 2004 in einer Stichwahl gewählt und ist am 7. März 2006 zurückgetreten. Der neue Bürgermeister ist Martin Hofmann.

Verkehr[Bearbeiten]

Grimmenthal liegt an der Werrabahn und an der Bahnstrecke Neudietendorf–Ritschenhausen. Der Bahnhof wird unter anderem durch den Mainfranken-Thüringen-Express bedient.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Grimmenthal, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 240-244.
  3. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes, über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Untermaßfeld 2012, S. 270f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Obermaßfeld, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 240-244.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Bechstein: Grimmenthal – Romantisches Zeitbild aus dem sechzehnten Jahrhundert. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1833/2003, ISBN 978-3-936030-84-6.
  • Johannes Mötsch (Hrsg.): Die Wallfahrt zu Grimmenthal. Urkunden, Rechnungen, Mirakelbuch. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Große Reihe Bd. 10 (Köln/Weimar/Wien 2004) ISBN 3-412-14004-X.
  • Grimmenthal. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band, Zwickau 1816, S. 454–457.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obermaßfeld-Grimmenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien