Obermaiselstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obermaiselstein
Obermaiselstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obermaiselstein hervorgehoben
47.44555555555610.241111111111859Koordinaten: 47° 27′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Hörnergruppe
Höhe: 859 m ü. NHN
Fläche: 25,02 km²
Einwohner: 947 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87538
Vorwahl: 08326
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 131
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Scheid 18
87538 Obermaiselstein
Webpräsenz: www.obermaiselstein.de
Bürgermeister: Peter Stehle (Einheitsliste)
Lage der Gemeinde Obermaiselstein im Landkreis Oberallgäu
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Über dieses Bild

Obermaiselstein ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Der Ort ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe mit Sitz in Fischen im Allgäu und Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftprojekts Naturpark Nagelfluhkette.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold ein springender roter Hirsch, unten je ein rechts und links dem Schildrand anliegender blauer Felsen.

Der Sage nach soll ein Hirsch auf der Flucht vor einem Luchs mit einem mächtigen Sprung eine Schlucht übersprungen haben (Obermaiselsteiner Hirschsprung).

Geographie[Bearbeiten]

Der Hauptort Obermaiselstein liegt auf 849 m Höhe (Kirchplatz). Die höchsten Erhebungen sind das Riedberger Horn mit 1780 Meter und der Besler mit 1680 Meter. Die tiefsten Stellen liegen im Talholz und am Riedbach unterhalb der Lochleite. Etwa 60 Prozent der Gemeindefläche von 2500 Hektar wird alp- oder forstwirtschaftlich genutzt. Mitten durch das Alpengebiet zieht sich der Schwarzenberg, an dessen südwestlichem Ende der Besler mit dem Schafkopf den Abschluss bildet.

Zwei Hochtäler nördlich und südlich dieses Bergzuges prägen die Gemeinde. Beide Täler, das Gutswieser Tal im Süden, sowie das Schönberger-Ach-Tal im Norden, steigen von Osten nach Westen auf und neigen sich an der westlichen Seite gegen das Balderschwanger Tal hinab. Die Scheitelpunkte haben in beiden Fällen eine Höhe von etwa 1359 m und bilden die Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. An Wasserläufen in Richtung Osten ist zu nennen die Schönberger Ach, die am oberen Hörnle entspringt und bei Weiler in die Iller mündet. Bei starken Regengüssen führt der Bach oft Hochwasser und hat schon arge Verwüstungen angerichtet. Der Lochbach entspringt im Gebiet der Freiburger und Simons Alpe. Er wendet sich, nachdem er einige schöne, kaum bekannte Gletschertöpfe bildet, in den Lochwiesen nach Süden, fließt durch Tiefenbach und mündet beim Weidach in die Breitach, die aus dem Walsertal kommt, und somit in die Iller.

Ein imposantes Schauspiel bietet der Fallenbach, dessen Fluten sich bei anhaltendem Regen auf dem zerklüfteten Plateau des Schwarzenberges sammeln. Er erfüllt dann die Sturmannshöhle mit seinem Rauschen und stürzt schließlich in mächtigem Bogen aus der Felswand. In den Rieder Wiesen trifft er sich mit dem Riedbach, der vom Hirschsprung kommt, gräbt sich durch die Lochleite und erscheint in Langenwang als die Rotfisch (auch Grundbach genannt) im Illertal. Sein Fischreichtum begründete den Namen Fiskingung, später Fischen. Auch dieses Gewässer mündet bei Weiler in die Iller.

Vom Ortsteil Haubenegg herab fließt der Goldbach, der sich südlich an Obermaiselstein vorbei schlängelt und anschließend in den Riedbach mündet. Man sagt, die Nutzung dieses Gewässers dürfte insbesondere der Flachsbehandlung gedient haben, sodass das Bächlein den Beinamen ,Gold‘ beigelegt bekam.[2]

Nach Westen fließt die Hörnleach, die sich am Anger mit dem Achbach aus der Alpe Dinijörgen und dem Scheuenbach vereint. Ab hier wird sie Bolgenach genannt und fließt dem Bodensee zu. Dieses Gewässer wurde früher häufig zum Holztriften genutzt.

Die Siedlungen westlich der Iller (Obermaiselstein, Bolsterlang, Kierwang, Ofterschwang) werden auch unter dem alten Begriff Oberpfärling (von ,obere Pfarrei‘) zusammengefasst, die Bewohner werden entsprechend als Oberpfärglingar bezeichnet.

Gemeindeteile[Bearbeiten]

Die Gemeinde Obermaiselstein besteht aus den vier Ortsteilen Haubenegg, Oberdorf, Niederdorf und Ried.

Ortsteil Ried[Bearbeiten]

Ried wurde im 17. Jahrhundert vermutlich von Bauern, die über die Alpen aus dem Lechtal kamen, im Lochbachtal gegründet. Damals trieben die Bauern ihr Vieh den Sommer über aus dem Lochbachtal heraus. Um 1700 zog das ganze Dorf an den jetzigen Standort um. Dazu wurden die Häuser nacheinander im Lochbachtal abgebaut und am neuen Standort wieder aufgebaut. Nach dem Umzug wurde das Vieh den Sommer über ins Lochbachtal getrieben, um dort die Bergwiesen zu nutzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Gemeinde wurde im Jahr 1865 von Maiselstein amtlich in Obermaiselstein geändert.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die vor ca. 2 Mio. Jahren entstandene Sturmannshöhle wurde 1904 bis 1906 durch den neu gegründeten Höhlenbauverein für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie ist heute mit ca. 50.000 Besuchern pro Jahr eine der beliebtesten Natursehenswürdigkeiten der Region. Weiterhin liegt der höchste, mit PKW befahrbare Pass Deutschlands in der Gemarkung Obermaiselstein, der Riedbergpass mit 1442 m.

Liste der Baudenkmäler in Obermaiselstein

Panorama[Bearbeiten]

Obermaiselstein
  • 1 Unteres Dorf
  • 2 Oberes Dorf
  • 3 Goldbach
  • 4 Niederdorf
  • 5 Oberdorf
  • 6 Ried
  • Dem Straßenverlauf von 6 nach rechts folgend befindet sich oberhalb der eingezeichneten 7 der Obermaiselsteiner Hirschsprung
  • 7 Haubenegg

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obermaiselstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Theodor Pinn, (nach Alois Dauser), Weiler 6, 87538 Fischen, 25.März 2010
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.