Obermumpf

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Obermumpf
Wappen von Obermumpf
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Rheinfeldenw
BFS-Nr.: 4256i1f3f4
Postleitzahl: 4324
Koordinaten: 637568 / 26469847.5319397.937514377Koordinaten: 47° 31′ 55″ N, 7° 56′ 15″ O; CH1903: 637568 / 264698
Höhe: 377 m ü. M.
Fläche: 5.06 km²
Einwohner: 995 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 197 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 10,1 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.obermumpf.ch
Karte
Deutschland Kanton Basel-Landschaft Kanton Solothurn Kanton Solothurn Kanton Basel-Stadt Bezirk Aarau Bezirk Laufenburg Hellikon Kaiseraugst Magden Möhlin Mumpf Obermumpf Olsberg AG Olsberg AG Rheinfelden AG Schupfart Stein AG Wallbach AG Wegenstetten Zeiningen ZuzgenKarte von Obermumpf
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Obermumpf (schweizerdeutsch: ˈoːbəɾˌmumpf)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Rheinfelden des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt im Westen der Region Fricktal, zwei Kilometer südlich der Grenze zu Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Obermumpf liegt in der Mitte des Fischingertals, einem von Südosten nach Nordwesten verlaufenden Seitental des Hochrheins. Der flache Talboden ist kaum mehr als 100 Meter breit und geht unterhalb des Dorfes in eine tief eingeschnittene Schlucht über. Die angrenzenden Hügelzüge sind im unteren Bereich sehr steil und bewaldet, gehen aber im oberen Bereich in ausgedehnte Hochebenen über, auf denen intensiv Landwirtschaft betrieben wird. Dabei handelt es sich um die Mumpferfluh (511 m ü. M.) im Norden, den Eikerberg (509 m ü. M.) im Osten, den Hellikerberg (541 m ü. M.) im Süden und den Looberg (581 m ü. M.) im Westen. Am exponierten Südhang der Mumpferfluh wird Weinbau betrieben. Das Siedlungsgebiet erstreckt sich über eine Länge von rund eineinhalb Kilometern dem Bach entlang, wobei der grössere Teil rechtsufrig liegt.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 506 Hektaren, davon sind 192 Hektaren bewaldet und 46 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 555 Metern auf der Looberg-Hochebene, der tiefste auf 320 Metern in der Schlucht des Fischingerbachs.

Nachbargemeinden sind Mumpf im Nordwesten, Stein im Norden, Münchwilen im Nordosten, Schupfart im Osten, Hellikon im Süden und Zuzgen im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Verschiedene Funde belegen, dass die Gegend bereits während der Jungsteinzeit vor rund 6500 Jahren besiedelt war. Mehrere Steinplattengräber weisen darauf hin, dass die Alamannen sich im 7./8. Jahrhundert hier niederliessen.[5] Die erste urkundliche Erwähnung von Obermumphier erfolgte im Jahr 1302 in einem Verzeichnis des Bistums Basel. Der Ortsname stammt vom lateinischen ad montem ferri, was «beim Eisenberg» bedeutet.[3] Die Mumpferfluh war während der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts ein wichtiger Beobachtungspunkt an der Nordgrenze des Römischen Reiches gewesen. Die Kirche entstand im 10. oder 11. Jahrhundert als Gründung des Stiftes Säckingen.

Landesherren im Mittelalter waren die Grafen von Homberg-Tierstein, ab 1232 die Habsburger. Diese verpfändeten nach dem Waldshuterkrieg von 1468 das gesamte Fricktal an Burgund. Als die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, kam Obermumpf 1477 wieder unter österreichische Herrschaft. Nach der Reichsreform des österreichischen Kaisers Maximilian I. gehörte Obermumpf ab 1491 zu Vorderösterreich und lag in der Landschaft Fricktal, einer untergeordneten Verwaltungseinheit der Kameralherrschaft Rheinfelden im Oberamt Breisgau. Die niedere Gerichtsbarkeit lag zunächst beim Säckinger Dinghof Stein, ab 1498 beim Säckinger Schultheissen; kurz nach 1600 erfolgte die Eingliederung in die Vogtei Eiken.[5]

Im 17. Jahrhundert gab es kaum längere Friedenszeiten. Der Rappenkrieg, ein Bauernaufstand, der im Nachbardorf Mumpf ausbrach, dauerte von 1612 bis 1614. Der Dreissigjährige Krieg, der zwischen 1633 und 1638 auch das Fricktal erfasste, warf das Dorf in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zurück. Auch während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688–1697) zogen fremde Truppen durch die Region. 1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskrieges verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde Obermumpf eine Gemeinde im Distrikt Frick des Kantons Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Seit dem 19. Februar 1803 gehört die Gemeinde zum Kanton Aargau.

Jahrhundertelang lebten die Dorfbewohner von der Landwirtschaft und vom Weinbau. Daneben existierten eine Getreidemühle und eine Schmiede. Die Reben verschwanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts wegen der Reblaus-Epidemie gänzlich. Erst seit den 1970er Jahren gibt es wieder einen kleinen Weinberg. Aufgrund des Kulturkampfes kam es Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Spaltung der Kirchgemeinde. Die Christkatholiken übernahmen 1898 die Pfarrkirche, die vier Jahre zuvor errichtete Notkirche der Römisch-Katholiken wich 1962 einer neuen Pfarrkirche.[6] Die Bevölkerungszahl war stets leicht ansteigend. Gleichzeitig wandelte sich Obermumpf von einer Bauern- zu einer Wohngemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Dorfbild ist geprägt von traufständigen Vielzweckbauten des späten 18. und des 19. Jahrhunderts. Die mehrheitlich gassenartig geschlossene Bebauung entlang der alten Strasse akzentuiert den Eindruck eines Strassendorfes.[7] Etwas abseits, am Nordosthang des Loobergs, liegt der Kirchenbezirk. Die vom Friedhof umgebene christkatholische Pfarrkirche St. Peter und Paul entstand 1738 fast vollständig neu im barocken Stil, von der früheren Kirche ist der Turm aus dem späten 15. Jahrhundert erhalten geblieben. Neben der Kirche steht das christkatholische Pfarrhaus, dessen ältester Teil aus dem Jahr 1480 stammt.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Gelb blaues Schwert mit schwarzem Knauf und blauer Schlüssel mit schwarzer Reide, kreuzweise gestellt.» 1936 erschien ein inoffizielles Gemeindewappen auf verschiedenen Vereinsfahnen, in gelbem Feld ein Rebstock auf grünem Dreiberg. Da bereits vier andere Gemeinden einen Rebstock in ihrem Wappen führten, schlug die kantonale Wappenkommission vor, das Wappen der Kirchenpatrone St. Peter und St. Paul anzuwenden, das seit 1738 über der Kirchentüre angebracht ist. Der Gemeinderat stimmte 1965 diesem Vorschlag zu.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[9]

Jahr 1800 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 354 508 503 536 595 605 727 714 861 980 1020

Am 31. Dezember 2013 lebten 995 Menschen in Obermumpf, der Ausländeranteil betrug 10,1 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 56,2 % römisch-katholisch, 16,3 % reformiert, 14,1 % christkatholisch und 4,3 % moslemisch; 1,4 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[10] 93,0 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 3,5 % Albanisch, 1,3 % Französisch.[11]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Rheinfelden zuständig. Obermumpf gehört zum Friedensrichterkreis Wegenstetten.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Obermumpf gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 160 Arbeitsplätze, davon 26 % in der Landwirtschaft, 13 % in der Industrie und 61 % im Dienstleistungssektor.[12] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den grösseren Gemeinden des Fricktals und in der Agglomeration der Stadt Basel.

Verkehr[Bearbeiten]

Obermumpf liegt abseits der Hauptverkehrsachsen, ist aber über die von Mumpf nach Schupfart verlaufende Nebenstrasse dennoch gut erreichbar. Der nächstgelegene Anschluss der Autobahn A3 befindet sich bei Eiken. Die Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch die Postautolinie vom Bahnhof Möhlin durch das Fischingertal nach Wegenstetten.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Mumpf besucht werden, die Bezirksschule in Möhlin und Rheinfelden. Aufgrund einer interkantonalen Vereinbarung können Jugendliche aus Teilen des Fricktals das Gymnasium in Muttenz (Kanton Basel-Landschaft) absolvieren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obermumpf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 326–327.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1068 und 1069, Swisstopo
  5. a b Hunziker, Hoegger: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. S. 568.
  6. Hunziker, Hoegger: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. S. 369.
  7. Hunziker, Hoegger: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. S. 370.
  8.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 238.
  9. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  10. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  11. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  12. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.