Obernbreit

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Obernbreit
Obernbreit
Deutschlandkarte, Position des Marktes Obernbreit hervorgehoben
49.65777777777810.165833333333198Koordinaten: 49° 39′ N, 10° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Marktbreit
Höhe: 198 m ü. NHN
Fläche: 9,82 km²
Einwohner: 1706 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 174 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97342
Vorwahl: 09332
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 156
Marktgliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktstr. 4
97340 Marktbreit
Webpräsenz: www.obernbreit.de
Bürgermeister: Bernhard Brückner (CSU)
Lage des Marktes Obernbreit im Landkreis Kitzingen
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Obernbreit ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit.

Geografie[Bearbeiten]

Obernbreit liegt in der Region Würzburg (Bayerische Planungsregion 2).

Es existiert nur die Gemarkung Obernbreit.

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Marktsteft, Seinsheim, Martinsheim und Marktbreit.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde aus der Jungsteinzeit geben den Hinweis auf eine frühe Besiedlung.

Der Ort selbst wird in der Teilungsurkunde der Grafen Heinrich II. und Hermann II. zu Castell 1266 erstmals urkundlich als due ville Broite et Broite genannt.[2]:64 Wenig später erhielten die zwei Dörfer zur Unterscheidung die Namen broite superior (Obernbreit) und broite inferior. Aus Niedernbreit entwickelte sich das spätere Marktbreit. Ende des 13. Jahrhunderts treten als Eigentümer von broite superior die Herren von Hohenlohe–Brauneck in Erscheinung.[3]:98

1448 kam der Ort durch Kauf zusammen mit fünf weiteren „Maindörfern“ aus hohenlohischem Besitz an Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg. Eine vier Tage dauernde Belagerung, die Einnahme und Plünderung durch die Würzburger Truppen des Bischofs Johann III. von Grumbach mussten die Bewohner im Ersten Markgräfler Krieg 1448 ertragen. Die Markgrafen blieben die dominierenden Lehensgeber und führten im Ort 1528 die Reformation ein. Im Dreißigjährigen Krieg brannte der Ort 1634 fast völlig ab. Nach dem Westfälischen Frieden erhielt Oberbreit den markgräflichen Verwaltungssitz.[2]:65 Von 1650 bis 1730 blieb Obernbreit Sitz des Oberschultheißen für folgende sechs „Maindörfer“: Obernbreit, Gnodstadt, Marktsteft, Sickershausen, Martinsheim und Oberickelsheim.[4]:97

Der ehemalige Kondominatsort des Fürstentums Ansbach, des Hochstifts Würzburg und der Grafschaft Schwarzenberg war schließlich vollständig durch Ansbach in Besitz genommen worden. Die Herrschaft der Ansbacher endete 1791. Ab diesem Jahr gehörte Obernbreit zu Preußen und ab 1806 mit dem Fürstentum zu Bayern. Im Jahre 1810 kam der Ort bei Grenzbereinigungen zum Großherzogtum Würzburg und fiel mit ihm 1814 an das Königreich Bayern zurück. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970 1543 Einwohner
  • 1987 1484 Einwohner
  • 2000 1794 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Bernhard Brückner (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Friedrich Heidecker (SPD).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 715.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 121.000 Euro.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

Geviert von Silber und Schwarz

Wappengeschichte[Bearbeiten]

Bis zur Gebietsreform 1972 wurde ein von Silber und Rot geviertes Wappen geführt. Es war das Wappen der Grafen von Castell, die seit 1258 in der Gemeinde die Ortsherrschaft bis 1448 ausübten. Dieses Wappen ist seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen. Das heutige Wappen mit der Vierung von Silber und Schwarz ist das Wappen der Markgrafen von Ansbach-Bayreuth aus der Familie der Hohenzollern. Obernbreit gehörte zu diesem Markgraftum von 1448 - 1792. Die Tingierung des Wappens war lange Zeit unsicher, Otto Hupp legte die Farben Silber und Rot fest, also die Farben der Familie Castell. Die Gemeinde führt jedoch das Wappen der Markgrafen von Ansbach in der Tingierung Silber und Schwarz.


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Obernbreit

St. Burkard[Bearbeiten]

Nur wenige Überreste künden heute von der Kirchenburg mit Friedhof. Diese wurde 1462 urkundlich erwähnt.[3]:98

Ein Vorgängerbau am Platz der heutigen Pfarrkirche St. Burkard wurde 1634 im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Das 1661 errichtete Gotteshaus war kurze Zeit später erneut baufällig. Mit dem Neubau des heutigen Kirchengebäudes begann Johann David Steingruber 1731. Er war der Hofbaumeister der Markgrafen von Brandenburg–Ansbach. Sie hatten seit 1448 die Dorfherrschaft inne und führten 1528 die Reformation im Ort ein. Schon am 16. November 1732 konnte das Gotteshaus geweiht werden.[4]:97

In St. Burkard zeigt sich der Markgrafenstil. Dieser war Ausdruck des evangelisch-lutherischen Glaubens. Seine Elemente sind hier in der Außenansicht und Innenausgestaltung zu finden.

Im rechteckigen Saalbau des Kirchenschiffs wurde eine doppelstöckige Empore eingezogen. Aus dem Vorgängerbau rückten die Einrichtungsgegenstände, Taufstein und Kanzel, in unmittelbare Nähe des Altars.

Der Hochaltar wurde nach Inschriften auf der Rückseite 1662 gestiftet. Auf ihm sind übereinander Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi für die Gemeinde sichtbar. Über allem steht Gott. Das ist durch das symbolisierte Gottesauge auf der Spitze hervorgehoben. Als bedeutende Zeitzeugen des Geschehens wenden sich die Skulpturen von Petrus und Paulus zur Gemeinde.[4]:98

Eine Rarität in der Maingegend stellt die Kanzel von 1696 dar. Mose mit den Gebotstafeln in seiner linken Hand trägt den Kanzelkorpus mit den vier Evangelisten. Den Schalldeckel krönt der Auferstandene.[4]:98

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Taufstein 1635 von Margareth Ullmerin gestiftet. Dies wurde im Sockel festgehalten.

Friedhofskirche Hl. Kreuz[Bearbeiten]

Ursprünglich begrub man die Toten im Kirchhof. 1585 verlegte man ihn vor den Ort. Aus dem Sturzstein der Rundbogenpforte erfahren Besucher diese Jahreszahl und zwei Namen: "PAVLUS STRENG“ und "PAULUS HEUNISCH“..[4]:100

Von Vorgängerbauten und dem Alter dieser kleinen Kirche im Friedhof ist wenig bekannt. Doch gab es bereits im 15. Jahrhundert eine Heilig-Kreuz-Kapelle.[4]:100

Der Innenraum besitzt eine einfache Kassettendecke und eine Empore. Er ist schlicht und hell. Das erinnert an Markgrafenstil-Kirchen wie auch die Kanzelwand im Spitzbogen. Sie verwehrt den Blick in die Apsis. Die Orgel kam 1908 auf die Empore.[4]:101

Rathaus[Bearbeiten]

Inschriften über dem Portal und im Giebel gaben als Erbauungszeitraum 1609 – 1610 an. Ältere Reste wie das markgräfliche Wappen und die Jahreszahl 1563 stammen aus dem Vorgängerbau, einer Jakobskirche. Hans Keesebrod aus Segnitz war der Baumeister.[2]:65

Die Schmalseite mit Volutengiebel zeigt zur Hauptstraße. Auf hohem Steinsockel wurde längsseits in Fachwerkbauweise ein Stockwerk bis zur Dachauflage aufgesetzt. Das erste Stockwerk ist nur durch eine überdachte Freitreppe zu erreichen.

Synagoge[Bearbeiten]

Erstmals tauchen in den Quellen ortsansässige Juden im Jahre 1528 auf. Durch ausgestellte Judenschutzbriefe wird ihre Existenz auch 1531, 1534, 1558 und 1668 bestätigt. 1714 und 1796 sprechen die Quellen von sechs ortsansässigen Familien. 1832 lebten 157 jüdische Personen im Ort. Das waren 12,3 Prozent der Einwohner. Diese Zahl sank danach wieder kontinuierlich. Im Jahre 1910 gab es noch 20 jüdische Personen hier und 1942 deportierte man die letzten vier jüdischen Bewohner nach Izbica und Theresienstadt.[5]

An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge mit Schule und rituellem Bad.[5]

Im Jahr 1748 wurde eine neue Synagoge in Obernbreit fertiggestellt und bis zur Auflösung der Gemeinde 1911 auch als religiöses Zentrum genutzt. Nach dem Verkauf der Inneneinrichtung kam der Sakralbau in Privatbesitz. Nur der in die Außenmauer eingelassene Stein mit dem Relief des Davidsterns erinnerte an die ursprüngliche Verwendung des Gebäudes. Pfarrer Walz ließ 1996 bis 1999 den Chuppastein renovieren.[6] Diesen Stein bezeichnet man auch als Hochzeitsstein. An ihm zerschlug der Bräutigam ein Glas. Damit erinnerte er an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem.[2]:65

Nach seiner Gründung erwarb der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit e.V. 2005 das Gebäude und kümmert sich um die Renovierung und den Erhalt der ehemaligen Synagoge als Kulturzentrum. Die Mikwe wurde beim Umbau entdeckt und konnte bereits wiederhergestellt werden.[6]

Die Synagoge befand sich in der Kirchgasse 4. Ehemals wurde sie Judengasse genannt. Der Marktgemeinderat legte am 14. Oktober 2008 als Bezeichnung für den Standort An der Synagoge 1 fest.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 48 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 48 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 597. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe keinen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 28 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 637 Hektar, davon waren 545 Hektar Ackerfläche und 73 Hektar Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 55 Kindern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Landkreis Kitzingen (Hrsg.): Kunst– und Kulturführer durch den Landkreis Kitzingen. 2 Auflage. Farbendruck Brühl, Marktbreit 1993.
  •  Evang.–Luth. Dekanat Kitzingen (Hrsg.): Gesegnetes Land. Wege durch das Evangelische Dekanat Kitzingen am Main. Kitzingen 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obernbreit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d  Alexander Graf zu Castell: Obernbreit. In: Jesko Graf zu Dohna (Hrsg.): Auf den Spuren der Grafen zu Castell. Vier Türme GmbH, Benedict Press, Münsterschwarzach 2004.
  3. a b  Susanna Berger: Markt Obernbreit. In: Landkreis Kitzingen (Hrsg.): Kunst– und Kulturführer durch den Landkreis Kitzingen. 2 Auflage. Farbendruck Brühl, Marktbreit 1993.
  4. a b c d e f g  Evang.–Luth. Dekanat Kitzingen (Hrsg.): „Zur Südspitze des Maindreiecks“ – Tour 2. 2. Obernbreit. In: Gesegnetes Land. Wege durch das Evangelische Dekanat Kitzingen am Main. Kitzingen 2012.
  5. a b c Obernbreit (VG Marktbreit, Kreis Kitzingen) Jüdische Geschichte / Synagoge. 17. Januar 2013, abgerufen am 6. April 2013.
  6. a b Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit. Gebäude. Abgerufen am 10. April 2013.