Oberndorf bei Salzburg

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Oberndorf bei Salzburg
Wappen von Oberndorf bei Salzburg
Oberndorf bei Salzburg (Österreich)
Oberndorf bei Salzburg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 4,54 km²
Koordinaten: 47° 57′ N, 12° 57′ O47.94166666666712.941666666667401Koordinaten: 47° 56′ 30″ N, 12° 56′ 30″ O
Höhe: 401 m ü. A.
Einwohner: 5.609 (1. Jän. 2013)
Postleitzahl: 5110
Vorwahl: 06272
Gemeindekennziffer: 5 03 26
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untersbergstraße 25
5110 Oberndorf bei Salzburg
Website: www.oberndorf.co.at
Politik
Bürgermeister: Peter Schröder (SPÖ)
Gemeinderat: (2014)
(25 Mitglieder)
11 SPÖ, 8 ÖVP, 3 NOW, 2 Grüne, 1 FPÖ
Lage der Stadt Oberndorf bei Salzburg im Bezirk Salzburg-Umgebung
Anif Anthering Bergheim Berndorf bei Salzburg Bürmoos Dorfbeuern Ebenau Elixhausen Elsbethen Eugendorf Faistenau Fuschl am See Göming Großgmain Hallwang Henndorf am Wallersee Hintersee Hof bei Salzburg Köstendorf Lamprechtshausen Mattsee Neumarkt am Wallersee Nußdorf am Haunsberg Oberndorf bei Salzburg Obertrum am See Plainfeld Sankt Georgen bei Salzburg Sankt Gilgen Schleedorf Seeham Seekirchen am Wallersee Straßwalchen Strobl Thalgau Wals-Siezenheim Grödig Koppl Salzburg SalzburgLage der Gemeinde Oberndorf bei Salzburg im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Oberndorf bei Salzburg ist eine Stadt in Österreich mit 5609 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013). Sie liegt im Norden des Bundeslandes Salzburg am rechten Ufer der Salzach gegenüber der bayerischen Grenzstadt Laufen. In Oberndorf wurde 1818 erstmals das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht aufgeführt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Oberndorf bei Salzburg liegt am rechten Ufer der Salzach etwa 17 km nördlich der Stadt Salzburg im Flachgau an der Grenze zu Bayern. Ihre Ausdehnung beträgt von Westen nach Osten etwa 2,2 km und in Nord-Süd-Richtung rund 3,3 km; das Stadtgebiet umfasst 4,54 km². Die Gemeinde ist Teil des Gerichtsbezirks Oberndorf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Haidenöster (21)
  • Oberndorf bei Salzburg (5570)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Oberndorf.

Nachbargemeinden:

Sankt Georgen bei Salzburg Lamprechtshausen Göming
Laufen Nachbargemeinden Göming
Laufen Nußdorf am Haunsberg Nußdorf am Haunsberg

Die Grenze zu Nußdorf am Haunsberg bildet fast zur Gänze die Oichten (auch: Oichtenbach) und die Grenze zu Laufen ist gleichzeitig die Staatsgrenze in der Flussmitte der Salzach.

Geschichte[Bearbeiten]

Oberndorf gehörte als Vorort der am linken Flussufer liegenden Stadt Laufen ursprünglich zum Salzburggau des Herzogtums Baiern. Die Salzburger Erzbischöfe konnten im 13. Jahrhundert das Gebiet des späteren Rupertiwinkels erwerben. 1275 wurde Salzburgs westliche Grenze zum Chiemgau durch den Landshuter Herzog bestätigt. Damit begann die Ablösung des Landes Salzburg vom Mutterland Bayern. Im Jahr 1328 war dann Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend unabhängigen Staat geworden. Mit dem Vertrag von München 1816 wurde Laufen zusammen mit dem Rupertiwinkel von Salzburg getrennt und Bayern zugeschlagen, Oberndorf wurde österreichisch und damit zum Grenzort zwischen dem Königreich Bayern und Österreich.

Im 19. Jahrhundert ging durch den Bau der Eisenbahn die bis dahin für den Salzhandel bedeutende Salzachschifffahrt immer mehr zurück. 1866 fand der letzte Salztransport statt.

Der Ort bestand bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aus wenigen Häusern an der Biegung der Salzach, wo heute die Alte Landstraße auf die Schöffleutgasse trifft, sowie einigen Häusern weiter flussabwärts entlang der heutigen Uferstraße. Wenigstens seit 1278 gab es ungefähr dort, wo heute der Europasteg ist, eine hölzerne Jochbrücke über die Salzach. Sie verband den Stadtberg und das Untere Stadttor in Laufen mit dem Fuß des Kalvarienberges in Oberndorf.[2] Über die Jahrhunderte litten Laufen und vor allem das niedrig gelegene Oberndorf immer wieder unter Überschwemmungen, die die Brücke beschädigten oder komplett zerstörten, so in den Jahren 1314, 1508, 1567, 1598, 1786 und 1787.[3] Im August 1896 riss ein außergewöhnlich hohes Hochwasser wieder einen Teil der Brücke weg. Noch während der Planungen für eine höher gelegene eiserne Bogenbrücke kam es am 31. Juli und 1. August 1897 zu einem Hochwasser, das das letzte um einen Meter überstieg und nicht nur die provisorisch instandgesetzte Holzbrücke erneut wegriss, sondern auch die bisherigen Planungen für die neue Brücke hinfällig werden ließ. Man einigte sich schließlich, eine noch höher gelegene Brücke zu bauen, als das Hochwasser vom 13. und 14. September 1899 alle bisher registrierten Marken überstieg und auch die letzten Pläne für eine höhere Brücke zur Makulatur machte. Dieses Hochwasser überstieg die Zufahrtsstraßen zu der bisherigen Brücke um zwei bis drei Meter und beschädigte oder zerstörte fast alle Gebäude in Oberndorf, auch die die spätbarocke Nikolauskirche.[4]

Man entschied sich daher zum Bau einer Brücke an der heutigen Stelle, eine Idee, die bisher am Widerstand beider Gemeinden gescheitert war. Dort lag das Gelände hoch genug, so dass auch die Zufahrtsstraßen hochwasserfrei angelegt werden konnten. Im Zuge des Baus der neuen Brücke wurde das bisherige Oberndorf weitgehend aufgegeben und abgerissen und ein neuer Ort samt neuer Kirche bei der neuen Brücke gebaut.

Im April 2001 wurde der Markt Oberndorf zur Stadt erhoben.

Zur gemeinsamen Geschichte von Laufen und Oberndorf von der Frühgeschichte bis 1816 und zur Salzschifffahrt siehe Geschichte von Laufen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Rathaus von Oberndorf

Die Gemeindevertretung von Oberndorf bei Salzburg hat 25 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2014 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Peter Schröder (SPÖ).[6]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Im geteilten Wappen ist oben in Schwarz mit kleinen bestreuten goldenen Sternen auf einem flachen silbernen Dreiberg eine silberne Kirche mit unbelichteten Fenstern und den Turm nach rechts gestellt; unten im durch einen Wellenschnitt geteiltem Feld in Blau und Weiß ein schräg rot-weiß gestreiftes Ruderboot mit einer mittels einer Plane verdeckten Salzladung auf der Linie und von fünf Ruderern und einem Steuermann in Tracht geführt.

Symbolik: Das Ruderboot stellt ein Salzschiff dar. Die fünf Ruderer sind durch ihre Tracht und ihren hohen schwarzen Hüten als ‚Schöffleute‘ charakterisiert.

Stille-Nacht-Museum und -Kapelle in Oberndorf
Salzachbrücke mit Blick von Oberndorf nach Laufen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Oberndorf bei Salzburg

Die zweitürmige Wallfahrtskirche Maria Bühel, hoch über der Salzach im Nordwesten Oberndorfs gelegen, wurde zwischen 1663 und 1677 erbaut. Sie hat eine prächtige Innenausstattung mit Votivtafeln, Statuen des ortsansässigen Bildhauers Josef Anton Pfaffinger und Gemälden des in Laufen geborenen kaiserlichen Hofmalers Johann Michael Rottmayr.

Oberndorf ist vor allem durch das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht bekannt, das 1818 in der Christmette in der alten Pfarrkirche St. Nikolai vom Hilfspfarrer Joseph Mohr (Liedtext) und vom in Arnsdorf tätigen Lehrer Franz Xaver Gruber (Melodie) zum ersten Mal öffentlich aufgeführt wurde. An der Stelle der ehemaligen Pfarrkirche steht seit 1937 die Stille-Nacht-Kapelle. Ein Museum befindet sich in unmittelbarer Nähe. Jährlich am 24. Dezember findet hier eine weihnachtliche Feier statt.

Die Salzachbrücke nach Laufen, ein prächtiges Bauwerk aus steinernen Pfeilern und einer Jugendstil-Eisenkonstruktion mit kunstvollen Verzierungen, wurde von 1901 bis 1903 errichtet. Ihr wurde 2003 anlässlich des hundertjährigen Bestehens eine deutsch-österreichische Gemeinschafts-Sonderbriefmarke gewidmet. Die Brücke steht unter Denkmalschutz und wurde zuletzt 2005 bis 2007 restauriert.

Musik[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

  • Basketball
  • Boxen
  • Eishockey
  • Eisschützen
  • Freeclimbing
  • Fußball
  • Nordic-Walking
  • Schilauf
  • Tae Kwon Do
  • Tauchen
  • Tennis
  • Tischfußball
  • Tischtennis
  • Turnen
  • Volleyball

Verkehr[Bearbeiten]

Der „Europasteg“ Richtung Laufen

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Oberndorf von Salzburg mit der Linie 1 der S-Bahn Salzburg halbstündlich, zeitweise viertelstündlich in rund 25 Minuten erreichbar. Oberndorf ist weiters mit Postbussen zu erreichen.

Oberndorf liegt an der Lamprechtshausener Straße (B 156), die heute als Umfahrungsstraße das Stadtgebiet nur noch am Rande passiert. Die Zubringerstraße von dieser ist die nur 2,2 km lange B 156a, die als Salzburger Straße den Süden der Stadt durchquert und an der Salzachbrücke nach Laufen endet.

Weiters besteht die Möglichkeit, den gesamten Weg von Salzburg bis Oberndorf (und weit darüber hinaus) mit dem Fahrrad oder zu Fuß an einem Treppelweg entlang der Salzach zurückzulegen. Im Jahr 2007 wurde mit dem Europasteg auch eine neue Überquerung des Flusses für Fußgänger und Radfahrer eröffnet, die Oberndorf und Laufen an der Stelle einer früheren Brücke verbindet. Von dieser stehen noch heute die Piloten.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Bibliothek
  • Krankenhaus
  • Seniorenheim
  • Stadthalle (Mehrzweckhalle) für Konzerte und Sportveranstaltungen
  • Jugendzentrum

Bildung[Bearbeiten]

  • drei Kindergärten
  • Volksschule
  • Hauptschule
  • Polytechnische Schule
  • Sonderpädagogisches Zentrum
  • Handelsakademie (HAK)
  • Handelsschule (HASCH)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten]

  • Axel Corti (1933–1993), Regisseur, verstarb in Oberndorf
  • Benita Ferrero-Waldner (* 1948), Diplomatin und Politikerin (ÖVP), wuchs in Oberndorf auf
  • Franz Xaver Gruber (1787–1863), Organist und Lehrer, von etwa 1807 bis 1827 in Oberndorf tätig
  • Joseph Mohr (1792–1848), Pfarrer und Dichter, von 1817 bis 1819 in Oberndorf tätig

Filme[Bearbeiten]

Der deutsch-österreichische Fernsehfilm Das ewige Lied (1997) über Pfarrer Joseph Mohr spielt in Oberndorf um das Jahr 1818.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Dopsch (Hrsg.): 1250 Jahre Geschichte, Wirtschaft und Kultur an beiden Ufern der Salzach. Eigenverlag der Stadt Laufen und der Marktgemeinde Oberndorf 1998, ISBN 3-00-003359-9
  • Herbert Lämmermeyer: Oberndorf fotografiert. Vom Markt bis zum Stadtrecht. Verlag Stadtgemeinde Oberndorf, ISBN 3-20-000190-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberndorf bei Salzburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Tafel 12: Lageplan. In: Karl Haberkalt: Die Überbrückung der Salzach zwischen Oberndorf und Laufen. In: Allgemeine Bauzeitung, 1902, S. 17 (Online bei ANNO)
  3. Seethaler: Beschreibung des Stadt- und Landgerichtes Laufen. 1802, zitiert nach Karl Haberkalt: Die Überbrückung der Salzach zwischen Oberndorf und LaufenAllgemeine Bauzeitung, Jahrgang 1902, S. 17 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/abz
  4. Stadtpfarre St. Nikolaus Oberndorf bei Salzburg - Die spätbarocke Nikolauskirche
  5. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/gvw/index.htm#erg.88.0.0.0.1
  6. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/bmw/index.htm#erg.88.1