Oberrot

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberrot
Oberrot
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberrot hervorgehoben
49.0152777777789.6708333333333369Koordinaten: 49° 1′ N, 9° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 369 m ü. NHN
Fläche: 37,92 km²
Einwohner: 3609 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74420
Vorwahl: 07977
Kfz-Kennzeichen: SHA, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 062
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rottalstraße 44
74420 Oberrot
Webpräsenz: www.oberrot.de
Bürgermeister: Daniel Bullinger (FDP)
Lage der Gemeinde Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall
Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Ostalbkreis Rems-Murr-Kreis Blaufelden Braunsbach Bühlertann Bühlerzell Bühlerzell Crailsheim Fichtenau Fichtenberg Frankenhardt Gaildorf Gerabronn Ilshofen Ilshofen Kirchberg an der Jagst Kreßberg Langenburg Mainhardt Michelbach an der Bilz Michelfeld Oberrot Obersontheim Rosengarten (Landkreis Schwäbisch Hall) Rot am See Satteldorf Schrozberg Schwäbisch Hall Stimpfach Sulzbach-Laufen Untermünkheim Vellberg Wallhausen (Württemberg) WolpertshausenKarte
Über dieses Bild

Oberrot ist eine Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg.

Die Gemeinde ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband „Limpurger Land“ mit Sitz in Gaildorf.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Oberrot liegt im Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge[2] an der Fichtenberger Rot, etwa 12 km südsüdwestlich der Kreisstadt Schwäbisch Hall.

Das Gemeindegebiet Oberrots erstreckt sich längs das Talabschnitts der Rot zwischen ihrem Südostknick bei Schwäbisch Hall-Wielandweiler und ihrem Ostknick vor Fichtenberg und beiderseits weit in dessen Randberge hinein, die zum Mainhardter Wald gehören und im südwestlichen Teil an den Murrhardter Wald grenzen. Die längste Erstreckung der Gemeinde von Nordwest nach Südost längs dieses Tales erreicht knapp 9 km, quer dazu sind es an der breitesten Stelle knapp 8 km. Das Rottal, zentrale Verkehrsachse der Gemeinde, ist zunächst recht schmal, weitet sich im Bereich zwischen den bevölkerungsreichsten Siedlungen Oberrot und – deutlich kleiner – Hausen auf bis knapp einen Kilometer Breite, um sich unterhalb Hausens wieder stark zu verengen. Der größte Teil des Gemeindegebietes liegt auf den Randhöhen, wo es westlich von Oberrot auf dem Flinsberg mit 534,8 m ü. NN seinen höchsten Punkt erreicht; sein niedrigster liegt unterhalb von Hausen am Ausfluss der Rot auf etwas unter 347 m ü. NN. Die Berge um Oberrot sind merklich zertalt, in den größeren Nebentälern gibt es wie im Haupttal selbst etliche alten Mühlenorte. Doch die Streusiedlung beschränkt sich nicht auf die Täler, auch auf den Hochebenen gibt es in Rodungsinseln Höfe und kleine Weiler, jedoch ist oben rund die Hälfte des Terrains bewaldet, während das Haupttal und die unteren größeren Nebentäler meist in freier Flur liegen. Grünlandwirtschaft dominiert überall gegenüber der Feldwirtschaft, die gerade die Talauen meidet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Oberrot mit der bis zur Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg selbständigen Gemeinde Hausen an der Rot gehören 38 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.

Zu Hausen an der Rot gehören das Dorf Hausen an der Rot, die Weiler Neuhausen, Scheuerhalden und Wiesenbach, das Gehöft Völkleswald und die Wohnplätze Eitelwäldle, Greuthof und Stielberg. Zu Oberrot gehört das Dorf Oberrot, die Weiler Ebersberg, Frankenberg, Glashofen, Hohenhardtsweiler, Jaghaus, Konhalden, Kornberg, Marbächle, Marhördt, Obermühle, Seehölzle, Stiershof und Wolfenbrück, die Höfe Brennhof, Dexelhof, Ebersberger Sägmühle, Ernstenhöfle, Marhördter Mühle, Ofenberg, Untere Kornberger Sägmühle und Ziegelhütte und die Wohnplätze Amselhalde, Badhaus, Frankenberger Sägmühle, Hammerschmiede (Sägmühle), Marhördter Sägmühle, Neumühle, Obere Kornberger Sägmühle und Stiersbach.

Im Gemeindegebiet Oberrots liegen die abgegangenen, heute nicht mehr bestehenden Ortschaften Büchelberg, Feuchtenbrunnen, Harnersberg (auch Sumpfhof), Lunkenbrunnen, Satelege und Scheuren (im Gebiet der früheren Gemeinde Hausen an der Rot) sowie Burkey und Kayenberg (im Gebiet der Gemeinde Oberrot vor der Gemeindegebietsreform).[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarstädte und -gemeinden Oberrots sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten): Mainhardt, Schwäbisch Hall, Rosengarten, Gaildorf, Fichtenberg (alle Landkreis Schwäbisch Hall), Murrhardt und Großerlach (beide Rems-Murr-Kreis).

Geschichte[Bearbeiten]

Oberrot ist eine der ältesten Gemeinden des Limpurger Landes, die wahrscheinlich auf eine fränkische Gründung um das Jahr 650 zurückgeht. Urkundlich wurde der Ort dann erstmals 788 als "Raodhaha" erwähnt.

Mehrere Jahrhunderte lang wurde Oberrot von den mehr oder weniger ritterlichen Herren von Rot regiert. Die Adeligen residierten zunächst in einer Burg, dem sogenannten Schlossbuckel, und später standesgemäß im noch erhaltenen Wasserschloss in der Ortsmitte. Um 1370 erwarben die Schenken von Limpurg den größten Teil der Oberroter Besitzungen und Herrschaftsrechte und hatten so über eine lange Zeit großen Einfluss auf die Entscheidungen und somit die Entwicklung der Gemeinde. Dies betraf jedoch nicht den heutigen Teilort Hausen, in dem zu jener Zeit das Kloster Comburg das Sagen hatte.

Hammerschmiede bei Oberrot

Die Geschichte der einfachen Bürger beider Orte war stets durch die Wald- und Forstwirtschaft geprägt. Dennoch gab es einige Ausflüge in exotischere Wirtschaftszweige, wie zum Beispiel den Versuch vieler Oberroter und Hausener, im 15./16. Jahrhundert Weinanbau zu betreiben. Dies gelang nur bedingt, da das edle "Gesöff" mit Honig und Zucker stark nachgesüßt werden musste.

Mit der Auflösung des Deutschen Reiches 1806 endete auch die politische Selbstständigkeit der Grafschaft Limpurg, die ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, und Oberrot fiel unter die Staatshoheit Württembergs. Um 1810 tauchten in Oberrot und Hausen die ersten Vorläufer der heutigen Gemeinderäte auf, die sogenannten "Gerichte". 1819 wurde dann in der württembergischen Verfassung das Selbstverwaltungsrecht der Kommunen festgelegt, infolgedessen die Gerichte von den Gemeinderäten ersetzt wurden, die einem Schultheiß unterstanden.

Das in jener Zeit gebildete Oberamt Gaildorf wurde erst 1938 aufgelöst. Hiernach gehörte die Gemeinde bis zur Gemeindereform 1973 zum Landratsamt Backnang und seitdem zum Kreis Schwäbisch Hall. Erst im Dezember 1969 stimmten die Gemeinderäte von Oberrot und Hausen an der Rot für die Eingemeindung der bis dahin eigenständigen Gemeinde Hausen an der Rot nach Oberrot, die am 1. Januar 1970 vollzogen wurde. Ergebnis der Eingemeindung war die erste Gemeindegebietsänderung im Landkreis Backnang im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg. Als Rathaus und damit Verwaltungssitz fungiert das alte Schulhaus in der Ortsmitte von Oberrot.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Vor der am 1. Januar 1970 erfolgten Vereinigung mit Hausen an der Rot führte Oberrot das Ortsadelswappen als rechtsgültiges Gemeindewappen. Das Wappen von Hausen an der Rot zeigte unter einer liegenden Hirschstange ein Haus und einen Wellenbalken. Bei der Eingliederung von Hausen wurde vereinbart, ein neues Wappen zu schaffen, das sowohl Oberrot als auch Hausen repräsentiert. Am 14. Oktober 1971 verlieh das baden-württembergische Innenministerium der Gemeinde das heutige gültige Wappen und die Flagge in den Farben „Weiß-Rot“.

Blasonierung: „In gespaltenem Schild vorne viermal von Rot und Silber (Weiß) geteilt, hinten in Blau ein goldener (gelber) Löwenkopf mit goldenem (gelbem) Sparren im Maul.“

Die vordere Schildhälfte zeigt das Wappen des Ortsadels, der Herren von Rot, die sowohl in Oberrot als auch im Teilort Hausen Besitz hatten. Das hintere Feld enthält das Wappen des Klosters bzw. Stifts Comburg, das nach 1248 neben den Herren von Rot als Besitzer von Hausen auftritt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 1991 pflegt die Gemeinde Oberrot partnerschaftliche Beziehungen zu der Gemeinde Zweisimmen in der Schweiz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museum Marhördter Sägmühle: links das Wohngebäude, in der Mitte das hölzerne Mühlengebäude, in der sich auch das Wasserrad befindet, rechts Nebengebäude.

Unterhalb des Weilers Marhördt befindet sich im Tal des Mühlbachs kurz vor dessen Mündung in die Rot eine Sägmühle, die sieben Bauern im Jahr 1856 aus den benachbarten Ortschaften Marhördt, Morbach und Ofenberg errichteten. Die Mühle war bis zum Jahre 1975 in Betrieb. Im Oktober 1981 kaufte die Gemeinde Oberrot das alte Mühlengebäude mitsamt dem Wasserrecht und richtete bis 1983 ein Museum ein. Ausgestellt werden Gerätschaften zur Holzverarbeitung sowie Wagen und Schlitten für den Holztransport.


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

In Oberrot besteht eine Grund- und Werkrealschule.

Vereine[Bearbeiten]

Der FC Oberrot 1928 e.V. stellt den größten Verein des Ortes mit etwa 850 Mitgliedern dar.[4] Er wurde 1928 als Fussballverein gegründet und hat sich im Laufe der Zeit zu einem Mehrspartenverein gewandelt. Neben Fußball werden noch weitere Aktivitäten wie Tischtennis, Turnen, Jazzgymnastik und Karate angeboten.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

dito von Hausen.

 Commons: Oberrot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Fritz, Hans Peter Müller, Rolf Schweizer, Andreas Zieger:: 1200 Jahre Oberrot Wegra- Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 1987, ISBN 3-921546-25-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 474–477
  4. http://www.swp.de/gaildorf/lokales/rund_um_gaildorf/Fussballernachwuchs-und-Schiries-fehlen;art5543,1432705
  5. http://www.fc-oberrot.de/cms/iwebs/default.aspx Homepage des FC Oberrot