Oberwälder Land (Naturraum)

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Oberwälder Land
Systematik nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Großregion 1. Ordnung Mittelgebirgsschwelle
Großregion 2. Ordnung Niedersächsisch-Hessisches Bergland
Großregion 3. Ordnung Oberes Weserbergland
Geographische Lage
Koordinaten 51° 36′ 33″ N, 9° 10′ 43″ O51.6093059.178493Koordinaten: 51° 36′ 33″ N, 9° 10′ 43″ O
Oberwälder Land (Nordrhein-Westfalen)
Oberwälder Land
Lage Oberwälder Land
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland

Das Oberwälder Land ist eine Naturräumliche Einheit im äußersten Osten Nordrhein-Westfalens, zu geringen Teilen auch in Hessen und Niedersachsen. Es umfasst das von der Nethe und ihren Nebenflüssen stark zertalte Muschelkalk-Bergland zwischen Eggegebirge im Westen, Lipper Bergland im Norden, Holzmindener Wesertal im Osten, Westhessischer Senke im Südosten und Warburger Börde im Süden. Der Naturraum ist Teil des oberen Weserberglandes und damit der deutschen Mittelgebirgsschwelle. Der Nordteil der Landschaft wird auch als Brakeler Muschelkalkschwelle[1] bezeichnet.

Geschichte und politische Aufteilung[Bearbeiten]

Der Name rührt aus der Zeit des Fürstbistums Paderborn, in dem ein Oberwaldischer Distrikt als Verwaltungseinheit bestand. „Oberwaldisch“ bedeutete, oberhalb oder jenseitig des Eggegebirges gelegen (von der Stadt Paderborn aus gesehen und im Gegensatz zum Unterwaldischen Distrikt). Das Oberwälder Land liegt überwiegend im nordrhein-westfälischen Kreis Höxter in der Region Hochstift Paderborn. Hier gehören das Stadtgebiet des zentral gelegenen Brakel vollständig sowie Nieheim, Beverungen, Borgentreich, Höxter und Willebadessen mit bedeutendem Flächenanteil zu dem Naturraum. Letzteres gilt auch für das hessische Liebenau und in geringerem Maße für Polle in Niedersachsen.

Naturräumliche Merkmale[Bearbeiten]

Die niedrige Erosionsbasis des Wesertals im Osten bedingt ein recht starkes Gefälle der Wasserläufe des Oberwälder Landes, die sich daher tief in das weiche Kalkgestein eingraben konnten. Es finden sich zahlreiche kastenförmigen Täler, die im Westen auf die flache Nethemulde um Brakel, im Osten direkt auf die Weser ausgerichtet sind und etwa auf 150 m NN liegen. Die reich gegliederten Höhen erreichen bis zu 350 m und fallen teils in steilen Stufen ab. Entsprechend dem Untergrund finden sich vor allem basen- bzw. kalkhaltige Böden.

Das Klima ist atlantisch, die einzelnen Mesoklimata unterscheiden sich jedoch je nach Höhenlage deutlich. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 750 bis 900 mm. Die vorherrschende natürliche Waldgesellschaft ist der Rotbuchenwald in verschiedenen Abarten.

Menschliche Nutzung[Bearbeiten]

Der größte Teil der Landschaft ist durch Ackerbau geprägt, Grünland befindet sich vorwiegend in den feuchteren, breiten Talsohlen, während Holzwirtschaft vorwiegend in den höheren Lagen eine Rolle spielt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Emil Meynen (Hrsg.): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1953-1962 (Teil 1, enthält Lieferung 1-5), ISBN B0000BJ19E

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Brakeler Mittelgebirgsschwelle, Horst-D. Krus

Weblinks[Bearbeiten]