Obing

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Obing (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obing
Obing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obing hervorgehoben
48.00055555555612.406944444444562Koordinaten: 48° 0′ N, 12° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Obing
Höhe: 562 m ü. NHN
Fläche: 43,75 km²
Einwohner: 4000 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83119
Vorwahl: 08624
Kfz-Kennzeichen: TS
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 133
Gemeindegliederung: 60 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kienberger Str. 5
83119 Obing
Webpräsenz: www.obing.de
Bürgermeister: Hans Thurner (FW)
Lage der Gemeinde Obing im Landkreis Traunstein
Chiemsee Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Rosenheim Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf am Inn Waginger See Wonneberg Waging am See Vachendorf Unterwössen Übersee (Chiemgau) Trostberg Traunstein Traunreut Tittmoning Taching am See Tacherting Surberg Staudach-Egerndach Siegsdorf Seeon-Seebruck Schnaitsee Schleching Ruhpolding Reit im Winkl Pittenhart Petting (Gemeinde) Palling Obing Nußdorf (Chiemgau) Marquartstein Kirchanschöring Kienberg (Oberbayern) Inzell Grassau Grabenstätt Fridolfing Engelsberg Chieming Bergen (Chiemgau) Altenmarkt an der Alz Österreich Österreich ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Obing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Obing, die die Gemeinden Obing, Pittenhart und Kienberg umfasst.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt in der Voralpenlandschaft des Chiemgaus am Obinger See und circa 10 km nördlich des Chiemsees.

Im Gemeindegebiet liegen folgende Gewässer:

Der Griessee, der Brunnensee und die umliegenden Moore gehören zum Naturschutzgebiet Seeoner Seen[2].

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden innerhalb des Landkreises Traunstein sind im Nordwesten Schnaitsee, im Nordosten Kienberg, im Osten Altenmarkt an der Alz und im Süden Seeon-Seebruck und im Südwesten Pittenhart. Aus dem Landkreis Rosenheim kommt im Westen noch Amerang hinzu.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Obing hat 60 amtlich benannte Ortsteile[3]:

Klima[Bearbeiten]

Die Gemeinde Obing liegt gemäß der Effektiven Klimaklassifikation im Mitteleuropäisches Übergangsklima zwischen Seeklimazone (Cfb), auch Buchenklima genannt, und borealer Zone (Dfb), auch Schnee-Wald-Zone genannt, mit den Faktoren:

  • C = warmgemäßigte Regenklimate: Der kälteste Monat weist eine Mitteltemperatur zwischen 18 °C und −3 °C auf, der wärmste Monat hat eine Temperatur über 10 °C.
  • D = Boreale Schnee-Wald-Klimate: Der kälteste Monat hat eine Temperatur von weniger als −3 °C, der wärmste Monat liegt über 10 °C.
  • f = Typ Vollfeuchtes Klima: Alle Monate sind feucht.
  • b = Untertyp: Alle Monate liegen unter 22 °C, es gibt aber noch mindestens 4 Monate, die wärmer als 10 °C sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Grabhügelfund bei Großbergham deutet bereits eine Besiedelung der Gegend in der Steinzeit an. In der keltischen Hallstattzeit führen erste Straßen durch das Gemeindegebiet, auf denen Salz und Bernstein transportiert wurden (vgl. Güldene Salzstraße). Ebenso sind für das Gemeindegebiet mehrere sich kreuzende Römerstraßen belegt. Ein 1814 im Friedhof gefundener Römerstein (4. Jh.) spricht von einem rechtsprechenden Präfekten, was darauf hindeuten könnte, dass Obing römische Gerichtsstation gewesen ist.

Nach der Zerstörung durch die Hunnen siedelten sich Bajuwaren an, für die ein Friedhof im Oberdorf und Reihengräber in Talham und in Pfaffing Zeugnis geben (6. Jh.). Ab ca. 716 sind für Obing (Opinga) etwa 20 Häuser belegt, so auch in der Breves Notitiae und im Indiculus des Erzbischofs Arno von Salzburg (788).

Wann genau für Obing die Christianisierung anzusetzen ist, ist schwierig zu beantworten. Die Grabfunde und das typisch frühchristliche Patrozinium St. Laurentius sprechen für eine frühe Mission. Die Größe des Pfarrsprengels im Jahr 1195 weist darauf hin, dass er schon vor der Gründung des Klosters Seeon im Jahr 994 bestanden hat. Um 985 ist ein "Herrant de Opingin" belegt.

Für 1165 bis 1174/1182 ist der erste Pfarrer von Obing namentlich bekannt. Er hieß Heinrich von Geren/Gern. Spätestens die Falkensteiner errichteten auf dem so genannten Schlossberg ein Schloss, das 1247 an den Prinzen Ludwig von Bayern ging.

1491 wurde die im gotischen Stil neu errichtete Pfarrkirche St. Laurentius geweiht. 1868 bis 1871 wurde sie vergrößert.

Obing war eine geschlossene Hofmark des Klosters Seeon, die 1803 mit dem Kloster aufgehoben wurde. Auch die zunächst geplante politische Aufwertung - die Verlagerung des Landgerichts Kling nach Obing - wurde fallen gelassen, nachdem der König die Kosten hörte, die die Renovierung des Obinger Schlosses verursachen würde. So wurde das Schloss stattdessen abgebrochen.

Obing wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde.

Die Verwaltungsgemeinschaft Obing entstand im Jahr 1978 im Rahmen der Gebietsreform.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Albertaich eingegliedert.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Obing

Obing liegt an der vielbefahrenen Bundesstraße 304.

Die Bahnstrecke zwischen Endorf (heute Bad Endorf) und Obing wurde gemäß dem Bayerischen Lokalbahngesetz errichtet und im September 1908 als Lokalbahn Endorf – Obing eröffnet. Der Betrieb wurde de facto 1996 von der Deutschen Bundesbahn eingestellt, die Strecke ist aber nicht juristisch stillgelegt. Eine Lokalbahninitiative forderte die Privatisierung der Strecke und erreichte teilweise die Wiederaufnahme der Personenbeförderung ab dem Jahr 2006. (siehe Chiemgauer Lokalbahn)

Weiter gibt es auch das Projekt eines Bürgerbusses, der Obing, Bad Endorf und Amerang verbindet.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Laurentius

In der Gemeinde gibt es einen 3-gruppigen kirchlichen Kindergarten im Ort selbst sowie einen integrierten Kindergarten, den "Kinderstadl", in Liedering. Die Gemeinde Obing hat eine Grund- und Hauptschule.

Ämter[Bearbeiten]

Das Rathaus Obing ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Obing.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die dreischiffige gotische Pfarrkirche hat einen neugotischen Hochaltar mit 3 Schnitzfiguren des "Meisters von Rabenden", die Madonna mit Kind, den Hl. Laurentius und den Hl. Jakobus (1515). Die Kirche selbst wurde 1492 geweiht und im 19. Jahrhundert um zwei Joche nach Westen erweitert.

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Obing

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kartenansicht und Daten des Schutzgebiets Seeoner Seen. Geodienste des Bundesamts für Naturschutz. Abgerufen am 9. Mai 2014.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/205937&attr=OBJ&val=561
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 581.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien