Oblast Belgorod

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Subjekt der Russischen Föderation
Oblast Belgorod
Белгородская область
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Fläche 27.134 km²[1]
Bevölkerung 1.532.526 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 56 Einw./km²
Verwaltungszentrum Belgorod
Offizielle Sprache Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (92,9 %)
Ukrainer (3,8 %)
(Stand: 2002)[3]
Gouverneur Jewgeni Sawtschenko
Gegründet 6. Januar 1954
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahlen (+7) 472xx
Postleitzahlen 308000–309999
Kfz-Kennzeichen 31
OKATO 14
ISO 3166-2 RU-BEL
Website www.belregion.ru
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50.637.3Koordinaten: 50° 36′ N, 37° 18′ O

Die Oblast Belgorod (russisch Белгородская область/Belgorodskaja oblast) ist ein Föderationssubjekt Russlands. Verwaltungszentrum ist Belgorod mit 356.402 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010),[2] 70 km nördlich der ukrainischen Millionenstadt Charkiw. An der Einwohnerzahl rangiert die Oblast unter den Subjekten der Russischen Föderation auf dem 30. Platz.

Lage und Geografie[Bearbeiten]

Die Oblast liegt an der Grenze zur Ukraine rund 500 bis 700 Kilometer südlich von Moskau und erstreckt sich auf rund 27.000 km², damit nimmt das Gebiet russlandweit den 71. Platz ein. Seine Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 190 km, west-östlich sind es rund 270 km. Im Norden grenzt es an die Oblast Kursk, im Osten an die Oblast Woronesch und im Westen und Süden verläuft die 540 km lange Staatsgrenze zur Ukraine.

Geologisch liegt die Oblast am Südrand der Mittelrussischen Platte. Das Territorium der Oblast Belgorod liegt in den Einzugsgebieten der zwei Flüsse Don und Dnepr. Der zentrale und östliche Teil des Gebietes gehört zum Einzugsgebiet des Don. Dessen bedeutendste Flüsse Sewerski Donez und seine Nebenflüsse Oskol und Aidar fließen in südlichen, die Flüsse im Nordosten der Oblast, wie die Tichaja Sosna, in östlichen Richtungen. Das Hügelland im westlichen Teil des Gebietes mit einer durchschnittlichen Hähe von 200 Meter wird von der Worskla und dem Seim in westlicher Richtung zu dem in die Ukraine fließenden Dnepr entwässert. Insgesamt gibt es 480 große und kleine Flüsse und Ströme. Der größte Teil des Gebietes ist durch Wald- und Wiesenlandschaften gekennzeichnet, die Steppen- und Wiesenlandschaft überwiegt im Süden. Etwa 10 Prozent des Territoriums sind von Wald überzogen. An Bodenschätzen gibt es hier vor allem Eisenerz (Kursker Magnetanomalie), weiterhin Lagerstätten von Bauxit, Apatit, Kalk, Ton, Gold, Graphit und anderen Metallen. Der Boden besteht zu 77 Prozent der Fläche der Oblast aus der fruchtbaren Schwarzerde. Die größten vorkommenden Wildtierarten sind Wildschweine, Rehe, Elche, Wildhasen, Füchse, Marder, Iltis und einige Dutzend Wölfe. Das Naturreservat Belogorje umfasst viele Landschafts- und Vegetationsformen der südlichen Waldsteppe.

Das Klima ist gemäßigt kontinental mit einem relativ milden Winter und langen Sommern. Die Durchschnittstemperatur im Januar beträgt -8 °C und im Juli etwa 20 °C. Die frostfreie Periode beträgt etwa 155 bis 160 Tage, mit einem Durchschnitt an 1800 Sonnenscheinstunden jährlich. Im Jahr fallen etwa 540 bis 550 mm Niederschlag. Der Osten der Oblast ist allerdings mit 400 mm Niederschlag etwas trockener.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte des Belgoroder Gouvernements von 1745

Die Oblast Belgorod blickt auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurück. Im 8. Jahrhundert lebten auf dem Territorium der Oblast Belgorod die Alanen, dann folgten die Chasaren. Die ersten Slawen kamen aus dem Norden und siedelten sich hier in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends an. Während der Zeit der Kiewer Rus, war dieses Gebiet Teil des Fürstentums Tschernigow. Die Mongolische Invasion der Rus führte auch zur Verwüstung dieser Region. Das Gebiet ging dann an den Besitz des stark nach Osten expandierten Großherzogtum Litauen. Im Zuge der Russisch-Litauischen Kriege gehörte die Region seit 1500 zum Moskauer Staat. Das Gebiet bildete Ende des 16. Jahrhunderts die südliche Verteidigungslinie der Moskauer Rus gegen die Krimtataren. Vor allem Saporoger Kosaken siedelten sich hier zum Schutz der Grenze an.

Im 18. Jahrhundert verlor mit dem weiteren Vordringen Russlands die Belgoroder Verteidigungslinie ihre Bedeutung. Von 1708 an wurde das Gebiet Teil des Gouvernements Kiew und Gouvernements Asow. 1727 wurde das Gouvernement Belgorod aus Teilen des Kiewer Gouvernements geschaffen, mit einer Bevölkerung von über einer Million Einwohnern und 34 Städten (Kursk, Orjol, Brjansk, Walujki u.a.) und war damit viel größer als die heutige Oblast. Zwischen 1775 und 1779 wurde das Gouvernement aufgeteilt. Das Gebiet um Belgorod wurde nun Teil des Kursker Gouvernement. Wirtschaftlich dominierten das Handwerk und der Handel, es wurde Kreide gefördert und Kalk, Ziegelsteine, Salpeter und Wachs hergestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Entwicklung des Eisenbahnnetzes und die Industrialisierung.

Zwischen 1917 und 1919 gehörte das Gebiet der heutigen Oblast Belgorod zur Ukrainischen SSR. Im Zweiten Weltkrieg fanden in Belgorod und Umgebung schwere Kämpfe statt. Während der Schlacht am Kursker Bogen bei Prochorowka (am 12. Juli 1943) kam es zu schweren Panzerschlachten. Die Oblast Belgorod wurde 1954 aus Teilen der russischen Oblast Kursk und Oblast Woronesch gebildet.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Die Oblast Belgorod ist eine hoch entwickelte russische Industrie-Agrar Region. Wirtschaftlich sind vor allem Eisenerzbergbau und -verarbeitung bedeutend. Das Eisenerz wird in der Umgebung von Belgorod, Stary Oskol, Gubkin und Schebekino gefördert. Einer der wichtigen Wirtschaftszweige ist auch die Produktion von Erzeugnissen aus Kreide. Außerdem spielen der Maschinenbau und die Metallverarbeitung eine große Rolle. In Schebekino gibt es chemische und biochemische Betriebe. Große Teile des Gebietes werden auch landwirtschaftlich genutzt. Die Landwirtschaft in der Oblast unterhält traditionell starke Handelsbeziehungen mit dem agrarindustriellen Sektor der Ukraine. Die wichtigsten Nutzpflanzen sind Zuckerrüben, Sonnenblumen, Winterweizen und Gerste.

Regional bedeutende Zugstrecken und Fernstraßen verlaufen über das Territorium der Oblast. Diese verbinden die Oblast mit Moskau und der Ukraine. Von hoher Bedeutung ist die Krim-Fernstraße und die Zugstrecke Moskau-Charkiw-Sewastopol. Die gesamt der Zugstreckenkilometer in der Oblast beträgt 695 Kilometer. Die Länge der befestigten Straßen beträgt 8.500 Kilometer.

Verwaltungsgliederung und Städte[Bearbeiten]

Oblast Belgorod (Oblast Belgorod)
Ukraine
Oblast Kursk
Oblast Woronesch

Die Oblast ist in drei Stadtkreise (Belgorod, Gubkin und Stary Oskol) sowie 19 Rajons (Landkreise) unterteilt. Insgesamt gibt es in der Oblast elf Städte, darunter die zwei Großstädte Belgorod und Stary Oskol, sowie 18 Siedlungen städtischen Typs.

Stadt Russischer Name Einwohner
(14. Oktober 2010)[2]
Belgorod Белгород 356.402
Stary Oskol Старый Оскол 221.085
Gubkin Губкин 88.560
Schebekino Шебекино 44.279
Alexejewka Алексеевка 39.026
Waluiki Валуйки 35.322
Stroitel Строитель 23.933

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oblast Belgorod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b c Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Naselenie po nacional'nosti i vladeniju russkim jazykom po sub"ektam Rossijskoj Federacii. In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2002 goda. Rosstat, abgerufen am 1. November 2011 (XLS, russisch, Ethnische Zusammensetzung und Kenntnis der russischen Sprache nach Föderationssubjekt, Ergebnisse der Volkszählung 2002).