Oblaten (OMI)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Orden Oblati Mariae Immaculatae (Ordenskürzel: OMI; lat. Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria) ist ein missionarischer Orden der katholischen Kirche. Er wurde 1816 vom heiligen Eugen von Mazenod gegründet. Die Mitglieder werden auch Oblatenmissionare oder in Deutschland „Hünfelder Oblaten“ genannt.

Name[Bearbeiten]

Der Name „Oblaten“ kommt von lateinisch oblatus, „hingegeben, dargebracht“. Der Oblate ist einer, der in einer Ordensgemeinschaft sein Leben hingibt für Gott.

Geschichte[Bearbeiten]

Ordensgründer Eugen von Mazenod

Unter dem Einfluss der französischen Revolution spielte der christliche Glaube im Leben der einfacheren Schichten eine immer geringere Rolle. Nachdem der französische Adlige Eugen von Mazenod zum Priester geweiht worden war, lehnte er jedes Beförderungsangebot seitens seiner Diözese Aix-en-Provence ab, um so diesen Menschen, den „Ärmsten und Verlassensten“, beistehen zu können. Bald schon spürte er den Ruf, eine Gemeinschaft von Priestern zu gründen, die den Glauben auf einfache Weise – vor allem aber im provenzalischen Dialekt – verkündeten. Am 25. Januar 1816 gründete er die Missionare der Provence.

Zehn Jahre später, am 17. Februar 1826, wurde die Gemeinschaft unter dem Namen Oblati Mariae Immaculatae durch Papst Leo XII. als Klerikerkongregation päpstlichen Rechts formal errichtet. Die von Eugen von Mazenod verfassten Satzungen und Regeln, die von der Religiosenkongregation aus diesem Anlass eingehend geprüft wurden, sind an die Regeln der Redemptoristen angelehnt.

Schon bald waren die Oblaten nicht nur in der Provence tätig, sie breiteten sich in verschiedenen Diözesen Frankreichs aus; die Kongregation stand an der Spitze der Missionsbewegung, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte. Hauptziele der Missionare waren dabei ab 1841 vor allem die französischen Kolonien, wie Kanada. Weitere Ziele waren ab 1847 Sri Lanka und die USA, Algerien und Südafrika/Natal.

Erste Niederlassung in Deutschland war 1895 das Bonifatiuskloster in Hünfeld, das vor allem mit dem Zweck gegründet wurde, Missionare für die Seelsorge in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, auszubilden.

Oblaten heute[Bearbeiten]

Heute sind die Oblaten auf allen Kontinenten vertreten. Zum Januar 2012 zählte der Orden 4.093 Mitglieder, darunter 3.025 Priester, 383 Brüder und 42 Bischöfe, unter ihnen Kardinal Francis Eugene George von Chicago[1].

Eine deutsche Ordensprovinz hatten die Oblaten von 1895 bis 2007. Am 21. Mai 2007 wurde die Mitteleuropäische Provinz gegründet, die aus der ehemaligen deutschen Provinz und der ehemaligen Generaldelegatur Österreich-Tschechien besteht. Sie wird derzeit vom Provinzial P. Stefan Obergfell OMI geleitet, der am 21. Mai 2013 in sein Amt eingeführt wurde. Im Januar 2013 gehören zur Mitteleuropäischen Provinz 150 Patres und Brüder.

Generaloberer ist seit dem 28. September 2010 P. Louis Lougen OMI aus den USA.

Ein weiblicher Zweig, die Oblatinnen, wurde vor einigen Jahren gegründet.

Heilige und Selige Oblaten[Bearbeiten]

Oblaten, für die ein Seligsprechungsverfahren läuft
Oblaten, die den Titel Diener Gottes tragen

Generalobere[Bearbeiten]

Weitere bedeutende Oblaten[Bearbeiten]

Oblatenbischöfe

Niederlassungen[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Bonifatiuskloster in Hünfeld

Österreich[Bearbeiten]

Oblatenkloster St. Paul in Wien-Hietzing

Tschechien[Bearbeiten]

  • Rektorat Tabor-Klokoty
  • Rektorat Plasy

ehemalige Niederlassungen auf dem Gebiet der Mitteleuropäischen Ordensprovinz[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.omiworld.org/information.asp?iID=432&N=

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oblaten (OMI) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien