Obrigheim (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Obrigheim (Pfalz)
Obrigheim (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Obrigheim (Pfalz) hervorgehoben
49.5923068.205049147Koordinaten: 49° 36′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Grünstadt-Land
Höhe: 147 m ü. NHN
Fläche: 10,81 km²
Einwohner: 2617 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 242 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67283
Vorwahl: 06359
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 041
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Webpräsenz: www.obrigheim-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Stefan Muth (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Obrigheim (Pfalz) im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Obrigheim (Pfalz) ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim und liegt im Nordwesten der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar. Sie gehört der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land an.

Geographie[Bearbeiten]

Obrigheim liegt im äußersten Nordosten des Landkreises Bad Dürkheim unmittelbar an der Grenze der Pfalz zu Rheinhessen. Der Hauptort und seine kleineren Ortsteile sind von Südwest nach Nordost am mittleren Eisbach aufgereiht, wo die Hügellandschaft allmählich in die Rheinebene übergeht. Auf etwa 5 km folgen nacheinander Albsheim rechts und Mühlheim links des Wasserlaufs, dann Heidesheim und Colgenstein rechts und schließlich der Hauptort Obrigheim sowie die Fabrikniederlassung Neuoffstein links.

Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn und beginnend im Norden Bockenheim (VG Grünstadt-Land), Offstein (VG Monsheim, Rheinhessen), Obersülzen (VG Grünstadt-Land) und die Stadt Grünstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hauptort ist seit etwa 1250 bekannt und befand sich damals wohl im Besitz der Leininger Grafen. Die Endung heim weist auf fränkischen Ursprung hin, allerdings fehlen schriftliche Belege hierfür. Ein Ortsadeliger namens Ulricus de Obernkeim wurde 1352 in einer Verordnung des Rates der Reichsstadt Speyer erwähnt; er könnte aus Obrigheim gestammt haben.

Das Kloster Weißenburg belehnte 1390 den Grafen Friedrich VII. von Leiningen-Dagsburg mit Gütern in Obrigheim, siehe auch Leiningen-Heidesheim (Adelsgeschlecht)

Von 1467 bis 1505 befand sich der Ort im Besitz der Kurpfalz. 1557 wurde er Oberkum uff der wissen genannt, dies deckt sich fast mit der heutigen mundartlichen Bezeichnung Owwerkumm. Auf einer Karte von 1735 hieß das Dorf Oberheim, 1739 tauchte erstmals der heute gebräuchliche Ortsname auf.

Die heutigen Ortsteile wurden meist noch früher erwähnt: Mühlheim im Jahre 761, Albsheim 788, Colgenstein um 1000, Heidesheim 1277. Oberhalb von Mühlheim, wo der Eisbach noch ein starkes Gefälle aufweist und sich tief ins Gelände eingeschnitten hat, gab es früher mindestens zwei Mühlen. Eine weitere, eine Sägemühle, lag im flacheren Gelände auf dem Gebiet des heutigen Neuoffstein. Das Schloss des gräflichen Hauses Leiningen-Heidesheim wurde 1794 durch Truppen der Französischen Revolution niedergebrannt.

Am 7. Juni 1969 wurde aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Albsheim an der Eis (damals 489 Einwohner), Colgenstein-Heidesheim (724), Mühlheim an der Eis (283) und Obrigheim (1068) die heutige Gemeinde Obrigheim (Pfalz) neu gebildet.[2] Zugleich wechselte die Kreiszugehörigkeit, da der bisherige Landkreis Frankenthal (Pfalz) aufgelöst wurde. 1972 wurde die Gemeinde der damals neu gebildeten Verbandsgemeinde Grünstadt-Land zugeordnet.

Religion[Bearbeiten]

2007 waren 55,1 Prozent der Einwohner evangelisch und 18,7 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Obrigheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 10 2 8 20 Sitze
2009 9 2 9 20 Sitze
2004 7 2 11 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe aller Ortsteile Obrigheim (Pfalz) e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Von Blau und Gold geteilt, oben ein rotbewehrter silberner Adler, einen waagrecht gelegten goldenen Schlüssel in den Fängen haltend, unten eine widersehende, springende, am Hals von einem roten Pfeil durchbohrte rote Hirschkuh“

Es wurde 1970 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt. Die Hirschkuh entstammt dem alten Wappen von Obrigheim und der Leininger Adler den Wappen von Albsheim, Colgenstein-Heidesheim und Mühlheim. Der Schlüssel symbolisiert das Kloster Weißenburg.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Von den fünf Kirchen Obrigheims besitzen die vier heute evangelischen bauhistorische Bedeutung.

Albsheim an der Eis – Die Protestantische Kirche Albsheim (ehemals St. Stephan) ist eine der bedeutsamsten romanischen Kirchenbauten in der Pfalz. Bei vielen Dorfkirchen, die im Mittelalter zur Diözese Worms gehörten, bildete sich noch im 11.Jahrhundert eine Turmgestalt heraus, deren Außengliederung nicht nur Wände, sondern Stockwerksgesimse, Bogenfriese, Lisenen und Blendarkaden beleben. Mit dem Chorturm der Peterskirche in Kirchheimbolanden aus dem 12.Jahrhundert und dem abgerissenen Turm von Eisenberg gehört auch der 50 m hohe Albsheimer Turm (nach 1150) zu dem Typus, bei dem Gesimse mit Bogenfriesen von Eck- und Mittellisenen ausgehen und den Turm auf allen Seiten in gleichmäßige Felder unterteilen. Trotz der Trennung durch die Gesimse setzt sich die Mittellisene in den anderen Geschossen fort. Der Chor erhielt 1520 ein Gewölbe, das große Ostfenster wurde 1749 eingefügt. Hier befindet sich die älteste noch gespielte Orgel der Pfalz; geschaffen wurde sie 1730 von Johann Valentin Senn aus Seebach, das heute ein Ortsteil von Bad Dürkheim ist.

Colgenstein – Die erste Colgensteiner Kirche wurde bereits 991 erwähnt. Von dem romanischen Nachfolgebau ist noch der Turm aus dem 12. Jahrhundert erhalten; die in seinen vier Geschossen übereinander gruppierten Fensterpaare erinnern an diejenigen des Speyerer Doms, und wahrscheinlich läutet hier die älteste Glocke der Pfalz. Ein spätgotischer Taufstein stammt aus dem Jahre 1509.[6]

Mühlheim – Die Mühlheimer Kirche errichtete Graf Jofried von Leiningen-Hardenburg in den 1330er Jahren. Anfang des 17. Jahrhunderts ließ das Haus Leiningen-Heidesheim sie zur Schlosskirche umbauen, wobei im Chor die Grablege der gräflichen Familie entstand. Die 1738 von Johann Michael Stumm gebaute Orgel ist die besterhaltene Stumm-Orgel in der Pfalz.

Obrigheim – Die Kirche von Obrigheim war ursprünglich als Kapelle St. Ägidius eine Filiale der Pfarrei von Colgenstein. Von der alten Kapelle steht noch der Turm aus der Zeit um 1500. Das Gotteshaus wurde 1865 neu errichtet, 1910 wurde auf den Turm eine zusätzliche Etage aufgesetzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Zuckerfabrik Offstein in Neuoffstein

Größter Arbeitgeber am Ort seit 1873 und mit mehr als 500 Beschäftigten auch größter Arbeitgeber in der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land ist die Zuckerfabrik in Neuoffstein, die heute eine Fabrikationsniederlassung der Südzucker AG ist. Neben den dort verarbeiteten Zuckerrüben wird in der Landwirtschaft Wein angebaut. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche von nahezu 1000 Hektar teilt sich in 75 % Zuckerrübenfelder und 25 % Weinberge auf.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeindeteile werden von Südwest nach Nordost über die Landesstraße 395 verbunden, die von Grünstadt nach Worms führt. Bei Grünstadt-Asselheim wird die B 271 erreicht und über diese (5 km südlich an der Anschlussstelle Grünstadt) die A 6. Etwa 4 km nördlich des Gemeindegebiets läuft die B 47 (Kaiserslautern–Worms) vorbei, die nordöstlich einen Anschluss an die A 61 (KoblenzSpeyer) besitzt.

Die Pfälzische Nordbahn Monsheim–Grünstadt verläuft im äußersten Westen der Gemeinde am Rand des Ortsteils Albsheim, der Haltepunkt Albsheim (Eis) wird im Rheinland-Pfalz-Takt von Regionalbahnen bedient. Die Bahnstrecke Worms–Grünstadt die das Gemeindegebiet früher entlang des Eisbachs durchquerte und vor allem der Anbindung der Zuckerfabrik diente, ist hingegen im östlichen Abschnitt (Zuckerfabrik–Worms) stillgelegt. Der öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert, es gelten dessen Gemeinschaftstarife.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Nicht in Obrigheim geborene, aber mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten:

  • Ellen Müsel (* 1990), 2009/10 als Ellen I. die 60. Weingräfin des Leiningerlandes, ist in einem Obrigheimer Weingut aufgewachsen und wohnt dort.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obrigheim (Pfalz) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 191 (PDF; 2,03 MB)
  3. KommWis, Stand: 31. Dezember 2007
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  6. Furchteinflößend in alle Himmelsrichtungen: Taufe als das zentrale österliche Thema ; berühmte Taufsteine in den Kirchen rund um Grünstadt belegen alte Traditionen / von Martin G. Nickol. - Zahlr. Ill. Thema am Samstag: Löwentaufsteine im Leininger Land, In: Die Rheinpfalz / Unterhaardter Rundschau. Jahrgang 53 (1997), Nr. 74 vom 29.3.; Löwentaufsteine