Observable
Eine Observable (lateinisch observabilis = beobachtbar) ist in der Physik, insbesondere der Quantenphysik, der formale Name für eine Messgröße bzw. für eine spezielle Klasse von Operatoren, die im Zustandsraum wirken. Beispiele sind die Energie, die Ortskoordinaten, die Koordinaten des Impulses und die Komponenten des Spins eines Teilchens sowie die Pauli-Matrizen.
[Bearbeiten] Von-Neumann’sche Theorie
Im traditionellen von-Neumann’schen mathematischen Formalismus der Quantenmechanik werden Observablen durch selbstadjungierte, dicht definierte lineare Operatoren
auf einem Hilbertraum
dargestellt. Der Begriff „Observable“ wird oft synonym für die Messgröße, sowie für den zugeordneten Operator verwendet. Diese Theorie verallgemeinert die Born’sche Wahrscheinlichkeitsinterpretation. Das Ergebnis einer Messung der Observablen
eines quantenmechanischen Systems, dessen Zustand durch einen normierten Vektor
beschrieben wird, ist zufällig. Die Wahrscheinlichkeit, mit der ein bestimmter Messwert
auftreten kann, ist durch die Wahrscheinlichkeitsverteilung gegeben:
wobei
das Spektralmaß von
nach dem Spektralsatz bezeichnet.
Wird allgemeiner der quantenmechanische Zustand des Systems durch einen Dichteoperator
beschrieben, so wird die Wahrscheinlichkeitsverteilung des Messergebnisses durch
gegeben.
Der Erwartungswert des Messergebnisses, also der Erwartungswert der Wahrscheinlichkeitsverteilung
, wird durch
bzw. durch
gegeben.
Im Spezialfall, dass das Spektrum von
diskret und einfach ist, sind die möglichen Messergebnisse die Eigenwerte von
. Die Wahrscheinlichkeit, den Eigenwert
als Messergebnis zu finden, lautet dann
bzw.
, wobei
einen normierten Eigenvektor zum Eigenwert
bezeichnet.
Beispiele:
- Der Observablen „Ort“ eines Teilchens in einer Dimension entspricht (in Ortsdarstellung) der Multiplikationsoperator mit
über
, der Ortsoperator. - Der Observablen „Impuls“ eines Teilchens in einer Dimension entspricht (in Ortsdarstellung) der Differentialoperator
über
; genauer gesagt dessen selbstadjungierte Fortsetzung, der Impulsoperator. Hierbei bezeichnet
das reduzierte Plancksche Wirkungsquantum. - Der Observablen „Energie“ entspricht der Hamiltonoperator.
[Bearbeiten] Moderne Beschreibung durch POVM
→ Hauptartikel: Positive operator valued probability measure (POVM)
Nicht in den traditionellen von-Neumann’schen Formalismus passt die Beschreibung von Zeitmessungen, zum Beispiel der Ankunftszeit eines Teilchens in einem Detektor. Eine genauere realistische formale Modellierung realer Experimente zeigt, dass auch die meisten realen Messungen an Quantensystemen nicht genau durch von-Neumann’sche Observable beschrieben werden. Diese Defekte behebt die allgemeinere Beschreibung quantenmechanischer Observablen durch POVM.
![P[B]=\langle\Psi|\lambda_A(B)\Psi\rangle](http://upload.wikimedia.org/math/f/d/a/fda10b36cde26ca534d4e74d0afb7252.png)
![P[B]=\operatorname{Spur}(\lambda_A(B)\rho)](http://upload.wikimedia.org/math/c/f/6/cf6ca2c444084c0800c796b799968207.png)
über
, der
über
das