Single-Handed Transatlantic Race

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Das Single-Handed Transatlantic Race (kurz STAR; auf frz. transat anglaise: englische Transatlantikregatta) ist eine seit 1960 alle vier Jahre ausgetragene Transatlantikregatta für Einhandsegler, die vom englischen Plymouth an die Ostküste der USA (meist Newport, seltener New York oder Boston) führt. Die zu bewältigende Strecke beträgt ca. 2.900 nm. Der Kurs führt gegen die vorherrschenden Westwinde und bei entsprechender Kurswahl über die für ihre Nebelhäufigkeit und Eisberggefahr berüchtigten Neufundlandbänke.

Die Regatta trug dank Sponsorenwechseln in ihrer Geschichte verschiedene Namen. Ursprünglich von der britischen Zeitung The Observer gesponsert, hieß sie viele Jahre Observer Single-Handed Transatlantic Race, kurz OSTAR. Spätere Namen behielten bis zur Aufteilung nach 2000 zumindest den Namensbestandteil "STAR" (z.B. C-STAR), und die Amateurregatta OSTAR benutzt heute wieder das ursprüngliche Akronym, wobei der erste Buchstabe nun für Original steht.


Entwicklung der Regatta[Bearbeiten]

Initiatoren der Regatta waren die beiden Briten Blondie Hasler und Francis Chichester, die eine Wette um einen Halfpence eingingen, wer schneller den Atlantik überqueren würde. Chichester startete 1960 mit seiner Yacht Gypsy Moth III, während Hasler mit Jester antrat, daneben gab es drei weitere Teilnehmer. Chichester gewann in 40 Tagen, Hasler wurde Zweiter in 48 Tagen. Für diese Erstauflage des Rennens war auch der Berliner Segler Walter Kaminski gemeldet, der den Starthafen aber nicht rechtzeitig erreicht hat.

Deutsche Teilnehmer an diesem Rennen waren u.a. Claus Hehner (1972: 28. Platz) und Wolfgang Quix (1980, 1988, 1996), die sich allerdings gegen die internationale Konkurrenz nicht behaupten konnten.

Traditionell wird das OSTAR von Franzosen und Engländern dominiert, wobei seit den 1980er Jahren grundsätzlich Mehrrumpfboote auf den vorderen Plätzen landeten. Bis zur ersten Route du Rhum im Jahr 1978 war das OSTAR die bedeutendste Einhandregatta der Welt.

Mit jeder Auflage der Veranstaltung wurde das Rennen professioneller und die Möglichkeit, ohne Sponsorenhilfe vorne mitzusegeln, geringer. Als Reaktion auf die immer teureren Yachten, die beim OSTAR an den Start gingen, wurde im Jahr 1977 das Mini-Transat (heute Transat 650) ins Leben gerufen. Inspiriert vom OSTAR und aufgrund der auch beim Transat 650 explodierten Kosten wurde im Jahr 2006 die Jester Challenge für Yachten zwischen 20 und 30 Fuß veranstaltet. Start und Ziel sind ebenfalls Plymouth und Newport. Dieses Rennen findet alle vier Jahre im Jahr nach dem regulären OSTAR statt.

Aufgrund des großen Zuspruchs und der Professionalisierung eines Teils des Teilnehmerfelds wurde das OSTAR nach 2000 in eine Regatta für Profis (The Transat, erstmals 2004) und eine Regatta für Amateure (Original Single-Handed Transatlantic Race, kurz OSTAR, erstmals 2005) aufgeteilt; Auf der einen Seite steht The Transat (Plymouth - Boston) für Segelprofis mit Booten der IMOCA 60 und Class 40 Klasse und auf der anderen Seite das Original Singlehanded Transatlantic Race (Plymouth - Newport R.I.) für kleinere Boote. Beim Artemis-Transat 2008 belegte der deutsche Boris Herrmann den 2. Platz in der Klasse der Class-40-Yachten. Damit erreichte er die beste Platzierung, die bis dahin ein deutscher Einhandsegler bei einer der großen Einhandregatten erzielen konnte. Das nächste The Transat ist für 2016 angekündigt; das nächste OSTAR für 2017. Beide Veranstaltungen verzeichneten in den letzten Jahren ein zurückgehendes Interesse von Teilnehmerseite, weswegen The Transat schon mehrfach verschoben wurde.

Frauen beim OSTAR[Bearbeiten]

Im Jahr 1968 nahm die deutsche Fremdsprachen-Sekretärin Edith Baumann (26) mit ihrem Trimaran Kola III als erste Frau an dem Rennen teil. Sie musste das Rennen wegen Schäden an ihrem Boot abbrechen und wurde abgeborgen. 1972 beendete Marie-Claude Fauroux mit der Yacht Aloa VII als erste Frau erfolgreich das OSTAR nach 33 Tagen. Die schnellste Frau beim OSTAR wurde im Jahr 2000 die Britin Ellen MacArthur mit dem Open 60 Kingfisher. Sie benötigte eine Zeit von 14 Tagen, 23 Stunden und 1 Minute.

Havarien[Bearbeiten]

1972 wurden die Yachten Justa Listang und Mersea Pearl entmastet und von ihren Skippern Bob Salmon und Bob Miller aufgegeben. Beide Segler wurden gerettet.

Im Jahr 1976 gingen die Yachten Three Cheers mit dem Skipper Mike McMullen und Galloping Gael mit Mike Flanagan an Bord verloren. Toni Bullimore konnte von seiner brennenden Yacht von einem anderen Schiff gerettet werden.

1988 sank die Yacht Hyccup nach einer Walkollision. Der Skipper David Sellings konnte gerettet werden. Ebenfalls aufgegeben werden musste die Yacht Jester. Skipper Mike Richey wurde abgeborgen.

Im Jahr 2009 geriet der Open 30 Città di Salerno des Italieners Gianfranco Tortolani vor der kanadischen Küste in Seenot. Der Skipper wurde von einem Containerschiff an Bord genommen.

Einzelne Ausgaben der Regatta[Bearbeiten]

Line Honours von 1960 bis 2013, ab 2005 ohne ORMA 60 Trimarane am Start

Bei den Teilnehmern werden die angemeldeten Boote und die (regelkonform) ins Ziel gelangten Boote angegeben.

  • 1960: Observer Single-Handed Transatlantic Race (OSTAR); Plymouth - New York (einziges Mal, das New York angesteuert wurde), 5 (5) Boote (einziges Mal, das nur Einrumpfboote teilnahmen)
  • 1964: Observer Single-Handed Transatlantic Race (OSTAR); Plymouth - Newport, 15 (14) Boote
  • 1968: Observer Single-Handed Transatlantic Race (OSTAR); Plymouth - Newport, 35 (18) Boote
  • 1972: Observer Single-Handed Transatlantic Race (OSTAR); Plymouth - Newport, 55 (43) Boote (Minimallänge)
  • 1976: Observer Single-Handed Transatlantic Race (OSTAR); Plymouth - Newport, 125 (73) Boote (3 Klassen, nur nach Rumpflänge)
  • 1980: 1/OSTAR (Sponsoren: The Observer, Europe 1); Plymouth - Newport (3 Klassen, nur nach Rumpflänge)
  • 1984: 1/OSTAR (Sponsoren: The Observer, Europe 1); Plymouth - Newport (5 gemeinsame Klassen von Ein- und Mehrrumpfbooten)
  • 1988: Carlsberg Single-handed Transatlantic Race (CSTAR oder C-STAR); Plymouth - Newport, 95 Boote
  • 1992: Europe 1 STAR; Plymouth - Newport
  • 1996: Europe 1 STAR; Plymouth - Newport
  • 2000: Europe 1 New Man STAR (Sponsoren: Europe 1, New Man); Plymouth - Newport, 24 IMOCA-(Einrumpf-)boote und ≥ 7 ORMA60-(Mehrrumpf-)Boote (in 2 getrennten Klassen)
  • 2004: The Transat (Profi-Regatta); Plymouth - Boston, 37 Boote (ORMA50 & 60; IMOCA50 & 60)
  • 2005: Faraday Mill OSTAR 2005 (Sponsor: Faraday Mill; Amateurregatta); Plymouth - Newport, 35 (19) Boote
  • 2008: (The) Artemis Transat (Sponsor: Artemis, Großbritannien; Profiregatta); Plymouth -
  • 2009: OSTAR (Amateur-Regatta); Plymouth - Newport, 31 (23) Boote (in 4 Klassen), Line Honours für den Niederländer Jan Kees Lampe mit dem Open 40 "La Promesse" in 17:17:40:00
  • 2013: OSTAR (Amateur-Regatta); Plymouth - Newport, 17 gemeldete Yachten in vier Klassen, Line Honours für den Italiener Andrea Mura mit dem Open 50 "Vento di Sardegna" in 17:11:22

gewertete Deutsche Teilnehmer am OSTAR (Plymouth-Newport)[Bearbeiten]

  • 1968: Claus Hehner, SY MEX (37 Fuß), 41:10:46
  • 1972: Claus Hehner, SY MEX (35 Fuß), 40:08:23 (inklusive einer 24 stündigen Zeitstrafe wegen einer Regelverletzung); Wolf Dietrich Kirchner, SY White Dolphin (32 Fuß), 38:07:17; Heiko Krieger, SY Tinie (26,5 Fuß), 46:13:52
  • 1976: Folkmar Gräf, SY Dadztoy II (38 Fuß), 32:20:55; Gerd Bucking, SY Helene II (35 Fuß), 33:08:41; Klaus Schrodt, SY Liliam (29,5 Fuß), 37:21:25; Wolfgang Wanders, SY Amitie (35 Fuß), 42:17:30
  • 1980: Wolfgang Wanders, SY Stadt Krefeld, 21:14:22; Wolfgang Quix, SY Jeantex (31 Fuß), 38:03:02, die SY Jeantex sank auf der Rücküberführung nach Deutschland auf Höhe der Neufundlandbänke. Der Skipper konnte gerettet werden.
  • 1988: Wolfgang Quix, SY Jeantex T 3000 (40 Fuß), 22:12:58; Roland Treinzen, SY Stella Polare (40 Fuß), 27:21:30
  • 1992: Karl Brinkmann, SY Little Fritzzz (26 Fuß), 36:22:57
  • 1996: Wolfgang Quix, SY Wolfie´s Toy (50 Fuß), 20:01:45
  • 2009: Uwe Röttgering, SY FANFAN! (40 Fuß), 21:22:42

Deutsche Teilnehmer am The Transat (Plymouth-Boston)[Bearbeiten]

  • 2008: Boris Herrmann, SY Beluga Racer (40 Fuß), 17:12:10

Weblinks[Bearbeiten]