Obsidian Entertainment

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Obsidian Entertainment
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Rechtsform Incorporated
Gründung 2003
Sitz Santa Ana, Kalifornien Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Feargus Urquhart, CEO
Mitarbeiter 135 (2008)
Branche Softwareentwicklung
Produkte Computer- und VideospieleVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.obsidian.net

Obsidian Entertainment ist ein US-amerikanischer Entwickler von Computerspielen mit Sitz in Santa Ana, Kalifornien. Es wurde 2003 gegründet und ist spezialisiert auf die Entwicklung von Computer-Rollenspielen. Bekannt wurde es unter anderem mit den Spielen Star Wars: Knights of the Old Republic II: The Sith Lords und Neverwinter Nights 2.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Obsidian Entertainment wurde 2003 von den Spieleentwicklern Feargus Urquhart (CEO), Chris Avellone, Chris Jones, Chris Parker und Darren Monahan gegründet.[1] Der Name entstand als Referenz an die Black Isle Studios, für die die Gründer zuvor in führenden Positionen tätig waren.[2] Dort waren sie an der Entwicklung von Rollenspielen wie Fallout 2, Planescape: Torment oder der Icewind-Dale-Reihe beteiligt. Da viele Mitarbeiter der Black Isle Studios nach deren Schließung im Dezember 2003 eine neue Anstellung bei Obsidian fanden, wird das Unternehmen teilweise als dessen inoffizieller Nachfolger angesehen.[3]

Durch die bereits vorhandenen Geschäftsbeziehungen zum kanadischen Entwickler BioWare erhielt Obsidian die Aufträge zur Fortsetzung der erfolgreichen BioWare-Rollenspiele Star Wars: Knights of the Old Republic (KotOR, für LucasArts) und Neverwinter Nights (für Atari). Obsidians erstes Projekt, Star Wars: Knights of the Old Republic II: The Sith Lords, erschien in den USA Ende 2004 für die Xbox, die Windows-Version und die deutschsprachigen Fassungen folgten Anfang Februar 2005. Anfang November 2006 veröffentlichte Obsidian Neverwinter Nights 2. 2007 und 2008 folgten nacheinander die Erweiterungen Mask of the Betrayer und Storm of Zehir. Beide Spiele wurden generell positiv aufgenommen, zugleich wurde KotOR 2 jedoch für sein unfertiges Erscheinungsbild und Neverwinter Nights 2 für zahlreiche Programmfehler stark kritisiert. Da auch die folgenden Projekte auffällige Programmfehler enthielten, geriet Obsidian zunehmend in den Ruf ein Hersteller fehlerhafter Spiele zu sein.[4]

Erste Eigenentwicklungen und weitere Lizenzfortführungen[Bearbeiten]

Am 13. Dezember 2006 wurde bekanntgegeben, dass Obsidian ein Rollenspiel für Sega auf Basis der Alien-Spielfilme von 20th Century Fox entwickeln werde. Das Alien-Rollenspiel trug den Codenamen „Project Connecticut“ und sollte unter dem Titel Aliens: Crucible veröffentlicht werden. Allerdings wurde 2009 bekanntgegeben, dass die Arbeiten an dem Titel eingestellt wurden.[5][6] Neben Aliens entwickelte Obsidian für Sega seit 2006 zudem Alpha Protocol, ein Spionage-Rollenspiel im Stil der Filme um die Agenten James Bond, Jason Bourne und Jack Bauer.[7] Nach mehreren Verschiebungen erschien der Titel schließlich am 28. Mai 2010 für die Xbox 360, Playstation 3 und den Windows-PC. Alpha Protocol erhielt mittelmäßige Wertungen. Gelobt wurde vor allem die Handlung.[8]

Von Bethesda Softworks, den Machern von Fallout 3, wurde Obsidian Entertainment beauftragt, auf Basis der Fallout-3-Technologie einen weiteren Ableger der Fallout-Reihe zu entwickeln. Das Spiel erschien am 22. Oktober 2010 unter dem Namen Fallout: New Vegas. Von der Fachpresse erhielt es gute Kritiken und wurde als guter Nachfolger von Fallout 3 gelobt, auch wenn der Titel stellenweise Bugs enthielt.[9] Zudem sei die Technik veraltet und keine großartigen neuen Innovationen enthalten.

Am 17. Juni 2011 veröffentlichte der japanische Publisher Square Enix den von Obsidian entwickelten dritten Teil der Dungeon-Siege-Reihe. Dungeon Siege 3 verwendete eine von Obsidian erstmals selbstentwickelte Grafikengine mit der Bezeichnung Onyx, die ursprünglich bereits in Aliens: Crucible eingesetzt werden sollte.[10] Mit diesem Projekt führte Obsidian einen neuen Qualitätssicherungsprozess ein, um seinem Ruf als Entwickler verbuggter Spiele entgegenzutreten.[4] Tatsächlich wurde das ansonsten mittelmäßig bewertete Dungeon Siege 3 in den Rezensionen wegen seiner geringen Fehlerquote gelobt.

South Park und Crowdfunding[Bearbeiten]

Im Oktober 2009 traten die beiden South-Park-Erfinder Matt Stone und Trey Parker an Obsidian heran, um ein Rollenspiel zur Fernsehserie zu entwickeln. Anfänglich noch finanziert durch Viacom schlossen Obsidian und South Park Digital Studio Ende Dezember einen Publishingvertrag mit dem US-Publisher THQ. Gemeinsam kündigten die Unternehmen Anfang Dezember 2011 über einen Exklusivartikel für das US-amerikanische Spielemagazin Game Informer den Titel South Park: Der Stab der Wahrheit an.[4][11]

Am 14. September 2012 kündigte Obsidian ein neues Rollenspiel mit dem Arbeitstitel Project Eternity an. Das Spiel wurde über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter.com finanziert. Im Finanzierungszeitraum vom 14. September bis zum 16. Oktober sollten so mindestens 1,1 Millionen Dollar eingesammelt werden.[12] Dieses Ziel wurde bereits nach zwei Tagen, also am 16. September, erreicht.[13] Schließlich wurden auf Kickstarter bis zum 16. Oktober 2012 insgesamt 3.986.929 US$ eingenommen, Project Eternity gehört damit zum höchsten finanzierten Spielesoftwareprojekt der Crowdfunding-Plattform.[14] Durch alternative Finanzierungsmöglichkeiten konnte die Summe nochmals auf 4,3 Millionen erhöht werden.[15] Im Dezember 2013 gab Obsidian den finalen Titel des Spiels, Pillars of Eternity bekannt.[16]

Im Januar 2013 wurde THQ aufgrund Insolvenz zerschlagen und die Firmenwerte versteigert. Ubisoft sicherte sich aus der Konkursmasse die Veröffentlichungsrechte für South Park: Der Stab der Wahrheit.[17] Nachdem der Termin mehrmals verschoben wurde, wurde schließlich am 12. Februar 2014 die Fertigstellung der Entwicklungsarbeiten bekanntgegeben und der Verkaufsstart für den 4. März (Nordamerika) bzw. 6. März (Europa) festgesetzt.[18]

Trivia[Bearbeiten]

Für unangekündigte Spiele vergibt Obsidian als Projektbezeichnung intern den Namen eines US-amerikanischen Bundesstaates (z. B. Project Connecticut für Aliens: Crucible). Auf ähnliche Weise wurden bereits Projekte bei den Black Isle Studios benannt. Hier wurden allerdings die Namen von US-Präsidenten verwendet, z. B. Project Jefferson für das nie veröffentlichte Baldur's Gate 3 oder Van Buren für einen ebenfalls eingestellten Fallout-2-Nachfolger.[19]

Spiele[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bethesda Softworks: Bethesda Softwork kündigt für Herbst 2010 Fallout: New Vegas an. In: Offizielle Pressemitteilung. 4. Februar 2010. Abgerufen am 5. September 2011.
  2. Mike Schramm: What's in a Name: Obsidian Entertainment (englisch) In: Joystiq. AOL. 25. Februar 2011. Abgerufen am 7. März 2012: „And eventually Obsidian got on that list, because we were Black Isle, and what's something like that? And someone said there's that Obsidian thing, that glassy, magma stuff, and we put it on there.
  3. Robert Purchese: Planescape: Torment re-released at last (englisch) In: EuroGamer.net. EuroGamer Network. 28. September 2010. Abgerufen am 24. März 2012: „The game was developed by Black Isle Studios (now Obsidian Entertainment, more or less) and was published by Atari.
  4. a b c Jason Schreier: The Knights of New Vegas: How Obsidian Survived Countless Catastrophes And Made Some Of The Coolest Role-Playing Games Ever (englisch) In: Kotaku. 17. Dezember 2012. Abgerufen am 5. April 2013.
  5. Alec Meer: Only Way To Be Sure: Lost Aliens RPG Art (englisch) In: Rock, Paper, Shotgun. 24. Januar 2011. Abgerufen am 7. März 2012.
  6. Aliens RPG: Entwicklung eingestellt, in GamersGlobal.de, 27. Juni 2009, zuletzt abgerufen am 28. Mai 2010
  7. Peter Steinlechner: Alpha Protocol: Rollenspiel mit Bond, Bourne und Bauer, in: Golem.de, 17. März 2009, zuletzt abgerufen am 6. Mai 2010
  8. Alpha Protocol auf critify.de
  9. Spielekritik auf critify
  10. Andresito: Entrevista con Chris Avellone (Englisch) In: El Pixel Ilustre. 18. August 2011. Abgerufen am 26. September 2011.
  11. Dan Ryckert: January Cover Revealed: South Park (englisch) In: Game Informer. GameStop. 1. Dezember 2011. Abgerufen am 2. Dezember 2011.
  12. Obsidian Entertainment: Project Eternity (Englisch) Kickstarter.com. 14. September 2012. Abgerufen am 8. November 2012.
  13. Eddie Makuch: Obsidian's Project Eternity RPG fully funded (englisch) In: GameSpot. CNET. 18. September 2012. Abgerufen am 18. Januar 2013.
  14. Robert Purchese: Obsidian's Project Eternity most funded video game ever on Kickstarter (englisch) In: EuroGamer.net. EuroGamer Network. 17. Oktober 2012. Abgerufen am 15. November 2012.
  15. Project Eternity: 4,3 Millionen US-Dollar fürs neue Obsidian-Rollenspiel. In: Buffed. Computec Media. 4. Dezember 2012. Abgerufen am 18. Januar 2013.
  16. Matthias Dammes: Pillars of Eternity: Neuer Name, Gameplay-Trailer und Backer-Portal für Project Eternity. In: PC Games. Computec Media. 11. Dezember 2011. Abgerufen am 18. Februar 2014.
  17. Andrew Goldfarb: THQ Dissolved, Saints Row, Company of Heroes Devs Acquired (englisch) In: IGN. Ziff Davis. 23. Januar 2013. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  18. Chris Pereira: South Park: The Stick of Truth Goes Gold (englisch) In: IGN. Ziff Davis. 12. Februar 2014. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  19. Joshua E. Sawyer: Formspringmeldung im September 2011 (englisch). Abgerufen am 6. Oktober 2011. "Obsidian's names are similar, U.S. states in order of their incorporation to the union. We use this scheme because there is an order to it, but the names have no connection to the project itself."