Ochsenblut

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ochsenblut (Begriffsklärung) aufgeführt.

Bei Schlachtungen anfallendes Ochsenblut wurde von Bauern als Anstrichmittel verwertet. Ein Rezept nennt 100 Liter Ochsenblut, wovon nach einigen Tagen 30 Liter Serum abgeschöpft werden, der danach verbleibende Teil wird dann mit 25 kg Sumpfkalk versetzt, dazu etwas Eisenoxid und Leinöl.[1] Traditionell wurden diese Farben zum Schutz und zur optischen Gestaltung von Holzoberflächen bei Holzdielenböden und Fachwerk genutzt. Die häufige Verwendung dieses rot-braunen Farbtons in der Vergangenheit beruht weniger auf geschmacklichen Vorlieben als vielmehr auf Kostenbewusstsein, da die Farbe billig war.

Ein Beispiel: Das Thomas-Mann-Haus in Nida

Die Bezeichnung Ochsenblut wird aber auch im Zusammenhang mit historischen Farben häufig verwendet, ist jedoch nicht eindeutig definiert – weder als Farbe noch als Farbton. Zur Herstellung der Farbe gibt es diverse Rezepturen unterschiedlicher Autoren. Gemeinsames Element dieser Farben ist ein rot-brauner Farbton durch Verwendung von Pigmenten aus Eisen(III)-oxid (Hämatit), der entfernt an (Ochsen-)Blut erinnert.

Durch die heutigen Möglichkeiten der synthetischen Herstellung mineralischer Pigmente hat sich die Palette verfügbarer Farbtöne von Eisenoxid-Pigmenten erheblich erweitert.

Stadtheimatpfleger Fritz Sengpiel aus Hornburg bei Wolfenbüttel wendet sich gegen die These, dass historische Anstriche unter Beimischung von echtem Ochsenblut angefertigt worden seien. Die rot-braune Farbe stamme von Erdfarben her. „Dass die Fachwerkbalken früher mit Ochsenblut gestrichen wurden, um rot-braun auszusehen, gehört ins Reich der Märchen. Blut würde den Balken nicht diese Farbe geben. Man kann ja auch nicht mit Zitronen etwas gelb anmalen. Lehm wurde gebrannt, zermahlen und mit Leinöl versetzt. Der rote Ton rührt vom Eisenoxid her.“[2]

Bois Durci (auch als gehärtetes Holz benannt) war Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich ein natürlicher Kunststoff aus einer Mischung von Holzmehl und Ochsenblut, welches nach dem Trocknen unter Erhitzung zu Formstücken gepresst wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rezepte der Firma Kremer Pigmente
  2. Ochsenblut gehört ins Reich der Märchen. In: Braunschweiger Zeitung. 14. August 2003