Ochseninseln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ochseninseln
Karte der Ochseninseln
Karte der Ochseninseln
Gewässer Flensburger Förde
Geographische Lage 54° 52′ N, 9° 30′ O54.8588888888899.5066666666667Koordinaten: 54° 52′ N, 9° 30′ O
Karte von Ochseninseln
Anzahl der Inseln 2
Hauptinsel Große Ochseninsel
Gesamtfläche 0,11 km²
Einwohner 3 (2009-01-01)
Blick auf die Ochseninseln
Blick auf die Ochseninseln

Die Ochseninseln (dän. Okseøer) sind zwei kleine dänische Inseln in der Flensburger Förde vor dem Ort Sønderhav. Die größere Insel (Store Okseø) ist bei einer Größe von 11 ha[1] von 3 ständigen Einwohnern bewohnt (1. Januar 2009) [2], die kleinere Lille Okseø ist unbewohnt. Die Inseln gehören zum Kirchspiel Holebüll (Holbøl Sogn in der Harde Lundtoft Herred (Åbenrå Amt)), seit 1970 zur Kommune Bov (dt. Bau) im Sønderjyllands Amt, die seit der dänischen Kommunalreform zum 1. Januar 2007 in der Aabenraa Kommune in der Region Syddanmark aufgegangen ist.

Sie sind ein idealer Ankerplatz für Sportboote; auf der öffentlich zugänglichen Großen Ochseninsel gibt es aber auch einen kleinen Anleger für die Personenfähre vom Festland. Sie fährt von April bis September und legt schräg gegenüber von Annies Kiosk, Sønderhavs bekanntem Imbiss, ab.[3] Vom Flensburger Hafen aus kommend fahren mehrere Ausflugsschiffe um die Inseln herum.[4]

Geschichte der Inseln[Bearbeiten]

Die beiden Inseln bis zum Ende des Mittelalters[Bearbeiten]

Nach einer bekannten Sage sollen die Ochseninseln aus abfallenden Lehmklumpen vom Schuh eines Riesen entstanden sein, welcher einst versuchte, die Flensburger Förde von Süderhaff (Sønderhav) nach Glücksburg zu überspringen. Der Versuch schlug fehl, da der Riese nicht weit genug sprang und im Wasser landete. Dabei fielen Lehmklumpen von den Schuhen des Riesen, wodurch die Ochseninseln entstanden.[5][6]

Jenseits dieser Sage ihrer Entstehung, lassen Funde schon eine steinzeitliche Besiedelung vermuten. Die erste reale Erwähnung der Ochseninseln findet sich im Erdbuch des König Waldemar II. von Dänemark mit der Bezeichnung "Oxenör minor et major". Zu dieser Zeit wurde die Insel vermutlich als Weidefläche verwendet. Über dem Ochsenweg der zu dieser Zeit an Flensburg vorbeiführte, wurde reger Viehhandel betrieben. Zudem ist die Verwendung der Ochseninseln als Weidefläche des Schlosses Duburg in Flensburg bekannt,[7] welches 1411 unter Königin Margrethe die Erste errichtet wurde. Daneben besagt eine Sage, dass Königin Margrethe die Erste - die am 28. Oktober 1412 auf einem Schiff auf der Flensburger Förde an den Folgen der Pest verstarb[8] - daraufhin auf einer der beiden Inseln begraben worden sein soll.[9][10] Im 16. Jahrhundert war das Gebiet rund um die Ochseninseln im Besitz des Herzogs Hans dem Jüngeren. Zu dieser Zeit wurden die Inseln wahrscheinlich auch erstmals dauerhaft bewohnt.

Die große Ochseninsel (Store Okseø) seit dem 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts soll auf der großen Ochseninsel Bootsbau betrieben worden sein. Die Bewohner der Insel lebten zudem bis zur Sturmflut im Jahre 1872 von der Landwirtschaft und der Fischerei. Im Jahre 1830 wurde die Insel von Gut „Frueskov“ gekauft, welches östlich von Sønderhav liegt. 1845 kaufte der Bootsbauer Lorenz Issack die Insel. Erst 1982 verkaufte Familie Issack die Insel, welche nun im Besitz des Umweltministeriums, der Region Syddanmark und der Kommune Aabenraa ist. Die große Ochseninsel wird heute wieder landschaftlich genutzt und hat eine Landfläche von rund 7,5 Hektar. Auf der Insel befindet sich ein Campingplatz und eine Gaststätte namens Oens Kro. Auch der Werftbetrieb wurde wieder aufgenommen. Entlang der Förde auf dänischer Seite ist ein Wanderweg angelegt, von welchem die Inseln gut sichtbar sind. Über eine Fährverbindung sind die Inseln erreichbar.

Bei einem mittleren Unwetter um das Jahr 1985 herum löste eine schwache Wind-, bzw. Wasserhose der Stufe F0/F1 auf der Fujita-Skala einen kleinen Erdrutsch an der Südseite der Großen Ochseninsel aus, wobei ein Teil der dort befindlichen Steilküste in die Flensburger Förde abgetragen wurde.

Die kleine Ochseninsel (Lille Okseø) seit dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Um 1800 wurde auf der kleinen Ochseninsel eine Gaststätte errichtet, die im Sommer geöffnet hatte und von zahlreichen Gästen besucht wurde. Am 13. November 1872 zerstörte eine Sturmflut alle Gebäude der Insel, die Gaststätte wurde schließlich zwangsversteigert. 1881 gelang die Insel an den Rechtsanwalt und Notar Emil Ebsen aus Flensburg, der die Insel zu seinem Sommerdomizil mit Park umgestaltete und zahlreiche Wege mit Bänken, sowie Vasen und Skulpturen aus der Antike, anlegte. Im Jahre 1919 kaufte Rigmor Bardram Mayer die Insel und verkaufte sie 1933 an den dänischen Staat. 1963 erwarb die Lehrvereinigung Kopenhagen die Insel und errichtete dort ein Schullandheim. Der Park ist heute verschwunden und die Insel verwildert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Danmarks Statistik: Statistical Yearbook 2009 - Geography and climate, Table 3 Area and population. Regions and inhabited islands (englisch; PDF-Datei; 38 kB)
  2. www.statistikbanken.dk → Befolkning og valg → Folketal → Tabelle BEF4 (Folketal pr. 1. januar fordelt på øer), abgerufen am 5. Oktober 2009
  3. Große Ochseninsel/Store Okseø: Kontakt/Fährplan/Zeltplatz, abgerufen am 5. Mai 2011
  4. Juliane Kahlke: Fördeschifffahrt: Einmal Ochseninseln und zurück, in: Flensburger Tageblatt, 19.Apr.2014; abgerufen am: 6. Juli 2014
  5. Vgl. Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 274
  6. Die alte Sage findet auch Im Kriminalroman Hanseaten-Mord (im Kapitel 21. Juni in Flensburg) von Stella Michels ihre Erwähnung.
  7. Flensburg Online, Ochseninseln; abgerufen am 6. Juli 2014
  8. Vgl. Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 283
  9. S-H meerumschlungen, Bootsfahrt um die Ochseninseln; abgerufen am: 6. Juli 2014
  10. Die Sage entstand offenbar im 19. Jahrhundert als man auf einer der beiden Inseln ein Grab entdeckte. Vgl. Europese-Bibliotheek, Flensburg in alten Ansichten Band 2; abgerufen am: 6. Juli 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ochseninseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien