Octafluorcyclobutan

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Strukturformel
Struktur von Octafluorcyclobutan
Allgemeines
Name Octafluorocyclobutan (INN)
Andere Namen
  • Peroctafluorcyclobutan
  • RC318
  • Cyclooctafluorbutan
  • Freon C318
Summenformel C4F8
CAS-Nummer 115-25-3
PubChem 8263
Kurzbeschreibung

farbloses Gas mit etherischem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 200 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte
  • 6,9 kg·m−3[1]
  • 1,639 g·cm−3 der flüssigen Phase am Siedepunkt[2]
Schmelzpunkt

−41 °C[1]

Siedepunkt

−6,4 °C[1]

Dampfdruck

269 kPa[1] (20 °C)

Löslichkeit

sehr schlecht in Wasser (140 mg·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
04 – Gasflasche

Achtung

H- und P-Sätze H: 280
P: 403 [2]
Treibhauspotential

10300 (bezogen auf 100 Jahre) [3]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−1542,6 kJ/mol[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Octafluorcyclobutan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der organischen Fluorverbindungen.

Herstellung[Bearbeiten]

Durch volle Fluorierung von Cyclobutan mit elementarem Fluor über radikalische Substitution (für genaueres siehe Trichlormethan) lässt sich dieses Gas herstellen:

\mathrm{C_4H_8 + 8 \ F_2 \longrightarrow\ C_4F_8 + 8 \ HF}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Octafluorcyclobutan ist ein farbloses nicht brennbares Gas mit etherischem Geruch, welches geringfügig löslich in Wasser ist. Industriell wird es in Form von Druckgasflaschen geliefert, in denen es in verflüssigter Form vorliegt. Beim Ausströmen der Flüssigkeit oder beim Entweichen großer Gasmengen bilden sich kalte Nebel, die sich am Boden ausbreiten. Bei hohen Konzentrationen besteht Erstickungsgefahr. Seine kritische Temperatur liegt bei 115,32 °C, der kritischer Druck bei 27,8 bar, die kritische Dichte bei 0,62 kg/l, die Tripelpunkt-Temperatur bei −40,2 °C und der Tripelpunkt-Druck bei 0,191 bar.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Octafluorcyclobutan wird in der Halbleitertechnik als Ätz- und Passivierungsgas verwendet (vgl. Reaktives Ionentiefenätzen). Weiters wird Octafluorcyclobutan wegen seiner hohen Durchschlagsfestigkeit, diese ist bei Normaldruck um ca. 25 % höher als bei dem in gasisolierten Schaltanlagen eingesetzten Schwefelhexafluorid (SF6), auch in der Hochspannungstechnik als Isoliergas eingesetzt.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Praxair: Sicherheitsdatenblatt Octafluorcyclobutan.
  2. a b c d Eintrag zu CAS-Nr. 115-25-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 29. Mai 2011 (JavaScript erforderlich).
  3. P. Forster, P., V. Ramaswamy et al.: Changes in Atmospheric Constituents and in Radiative Forcing. In: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge University Press, Cambridge und New York 2007, S. 213, (PDF).
  4. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-25.
  5.  M.S. Naidu, V. Kamaraju: High Voltage Engineering. 2. Auflage. McGraw-Hill Professional, 1995, ISBN 978-0-07136108-8.