Oda (Ostfrankenreich)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Oda, auch Ota, Uta, (* um 873/874 vermutlich in Velden; † nach 30. November 903), vermutlich aus dem Adelsgeschlecht der Konradiner, war als Gemahlin Arnulfs von Kärnten Herzogin von Kärnten, ostfränkische Königin und römisch-deutsche Kaiserin sowie Mutter von Ludwig IV. dem Kind.

Leben[Bearbeiten]

Um 888 heiratete sie den Kärntner Herzog Arnulf, der 887 zum ostfränkischen König gewählt worden war und die römisch-deutsche Kaiserwürde anstrebte. Durch diese Verbindung erhoffte sich Arnulf die Unterstützung der Konradiner, die über Lothringen, Rheinfranken, Hessen und Bayern herrschten.

Als sie ihrem Gemahl nach einem Jahr noch keinen Nachfolger geboren hatte, legte der König der Reichsversammlung in Forchheim die Bitte vor, seine beiden außerehelichen Söhne Zwentibold und Ratold aus zwei Konkubinaten als seine Nachfolger anzuerkennen. Erst 893 gebar Oda schließlich den gewünschten männlichen Erben Ludwig.

Gegen Ende von Arnulfs Regierungszeit trat Oda in historischen Dokumenten mehrmals für den Erhalt der Privilegien der bedeutenden Klöster Kremsmünster und Altötting sowie der Bischofskirchen Worms und Freising ein. Offensichtlich hatte sie ihren Gemahl während seiner Regierungsjahre tatkräftig unterstützt. Dabei schaffte sie sich jedoch auch Feinde; kurz vor dem Tod ihres bereits schwerkranken und regierungsunfähigen Gemahls musste sie sich im Juni 899 in Regensburg gegen die Anklage des Ehebruchs verteidigen, konnte den Vorwurf jedoch durch 72 Eideshelfer erfolgreich abwenden. Es war dies der zweite Prozess dieser Art in der Geschichte des Mittelalters: Erst 12 Jahre zuvor war die Kaiserin Richardis desselben Vergehens angeklagt worden.

Oda vermachte die bedeutenden Ländereien Brixen und Föhring aus ihrem Witwengut ihrem Sohn Ludwig zur Ausstattung der Bischofskirchen von Säben und Freising. Sie dürfte nach dem Tod ihres Gemahls in ihre fränkische Heimat zurückgekehrt sein und wurde nach ihrem Tod an der Seite ihres Gemahls im Kloster Sankt Emmeram zu Regensburg beigesetzt.

Herkunft[Bearbeiten]

Zu Odas Herkunft liegen unterschiedliche Quellen vor, in der Forschung ist die Frage umstritten. Friedrich Stein hatte 1872 gezeigt, dass Oda keine Schwester Konrads des Älteren war, und angenommen, dass ihr Vater Berengar oder Berthold war, zwei Brüder und Onkel Konrads aus der Familie der Konradiner. Diese Auffassung wird auch heute noch weitgehend akzeptiert.[1] Hintergrund der Vermutungen in Richtung der Konradiner sind die Bezeichnungen propinquus Ludovici und nepos amabilis, die den Söhnen Konrads des Älteren in Bezug auf König Ludwig das Kind gegeben werden.

Donald C. Jackman sieht diese Bezeichnungen, insbesondere mit dem Zusatz amabilis, als Hinweis auf eine wesentlich engere Verwandtschaft, als von Stein und Eduard Hlawitschka aufgezeigt, allerdings nicht auf der väterlichen, sondern auf der mütterlichen Seite: er kommt zu dem Schluss, dass Königin Oda als Mutter König Ludwigs und Glismut als Mutter König Konrads Schwestern gewesen seien. Daraus schließt er insbesondere, dass weder Berengar noch Berthold Odas Vater waren, sowie dass Oda nicht zur Familie der Konradiner gehören kann. Eine Folge seiner Annahme ist, dass König Konrad I. als Vetter ersten Grades der nächste Blutsverwandte Ludwigs war, was – nach Jackman – bei der Königswahl im Jahr 911 eine entscheidende Rolle spielte.

Georg Spitzlberger sieht den niederbayerischen Markt Velden als den Geburtsort von Oda. Der Ort nahm um die Geburtszeit als Königshof eine zentrale Stellung ein.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Stein: Geschichte des Königs Konrad I. von Franken und seines Hauses. C. H. Beck, Nördlingen 1872.
  • Eduard Hlawitschka: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2006.
  • Donald C. Jackman: Die Ahnentafeln der frühesten deutschen Könige. In: Herold-Jahrbuch, Neue Folge, Band 15. Selbstverlag, Berlin 2010, S. 47 ff.
  • Adelheid Krah: Uta (Oda, Ota). In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 8, LexMA-Verlag, München 1997, ISBN 3-89659-908-9, Sp. 1344.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. vgl. Adelheid Krah: Uta (Oda, Ota). In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 8, LexMA-Verlag, München 1997, ISBN 3-89659-908-9, Sp. 1344., sowie Eduard Hlawitschka: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2006
  2. Stefan Schütze (Red.): Veldener Heimatbuch. Geschichte und Geschichten einer niederbayerischen Vilstalgemeinde. STS-Verlag, Velden 2003.
Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Richardis römisch-deutsche Kaiserin
um 888 bis nach 30. November 903
Adelheid von Burgund