Odilien-Blindeninstitut

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Rückseite des Odilien-Blindeninstituts
Förderverein Odilien-Institut
Zweck: Betrieb der Odilien GmbH und der Odilien-Schulen
Vorsitz:
Gründungsdatum: 1880
Mitarbeiterzahl: 430
Sitz: Graz, Leonhardstraße 130
Website: www.odilien.at

Das Odilien-Blindeninstitut befindet sich im zweiten Grazer Stadtbezirk St. Leonhard. Es ist eine Einrichtung für sehbehinderte und blinde Menschen.

Institut[Bearbeiten]

Sonderpädagogisches Zentrum und Schule für sehbehinderte und blinde Kinder am Odilien-Institut
Volksschule Odilien
Schulform Sonderpädagogisches Zentrum, Volks-, Haupt- oder Sonderschule
Gründung 1880
Ort Graz-St. Leonhard
Bundesland Steiermark
Staat Österreich
Koordinaten 47° 4′ 38″ N, 15° 27′ 53″ O47.07722515.464713888889Koordinaten: 47° 4′ 38″ N, 15° 27′ 53″ O
Träger Förderverein Odilien-Institut
Lehrkräfte ca. 35
Leitung Agnes Nimrichter
Website spz.odilien.at

Die Gründung des Odilienverein zur Fürsorge für die Blinden Steiermarks im Jahr 1880 geht auf eine Initiative des blinden Organisten und Klavierstimmers Gustav Garzaner zurück.[1] Mit fünf Zöglingen wurde das Institut unter der Schirmherrschaft der Erzherzogin Stephanie eröffnet.[1]

Das Odilien-Institut, heute getragen vom privaten Förderverein Odilien-Institut von 1990, betreut rund 430 Menschen jeder Altersstufe mit Sehbeeinträchtigungen oder Blindheit. Es beschäftigt in Form der Odilien GmbH 240 Lehr- und Betreuungsfachkräfte verschiedener Fachdisziplinen.[2] Besonderer Wert wird auf die vor- und nachschulische Begleitung gelegt, das Angebot reicht von Frühförderung über Trainingsangebote, Beratungszentrum, Bildungsplattform, diverse Werkstätten, Bibliothek und Ludothek bis hin zum Cafe Odilia als Treff.

Die Beherbergungsangebote umfassen Nachmittagsbetreuung für Kinder und Jugendliche, Fachschulinternat, Wohnheim, Wohngemeinschaften und Trainingswohnungen bis hin zum Seniorenheim.

Schulen[Bearbeiten]

Die beiden Schulen, das Sonderpädagogische Zentrum für sehbehinderte und blinde Kinder am Odilien-Institut und die Schule für sehbehinderte und blinde Kinder am Odilien-Institut haben etwa 25 Lehrkräfte, und werden von SDir. Prof. Agnes Nimrichter geleitet.

  • Die Schule wird, je nach Kind, nach dem Lehrplan der Volks-, Haupt- oder Sonderschule geführt.
  • Das Sonderpädagogische Zentrum ist eine Schulform für speziellen Unterricht.

Außerdem betreibt der Verein eine Regel-Volksschule, die VS Odilien, mit Integrationsklassen. Durch die Kombination der verschiedenen Schulformen kann jeder Schüler angemessen betreut werden. Die Volksschule wurde 2006 mit dem Pädagogischen Panther, dem höchsten Schulpreis der Steiermark, ausgezeichnet.[3]

Des Weiteren bietet das Odilien-Institut:

Für Schüler steht auch ein Fachschulinternat zur Verfügung.

Bauwerk[Bearbeiten]

Das Institut[1] befindet sich wahrscheinlich an jener Stelle, die der ehemalige Meierhof Guntarn einnahm. Dieser war nach der Grazer Stadtfestung das zweite Siedlungsgebiet in Graz. Zu ihm gehörten auch der ehemaligen Schanzelwirt, eines der ältesten Gasthäuser der Stadt. Das Gebäude wurde 1798 von Freiherr von Ludwigsdorf erbaut. Vorher war der Standort seit 1305 im Besitz des Deutschen Ritterordens. Seit dem Jahr 1881 befindet sich das Blindeninstitut in den Räumlichkeiten des Komplexes. In den Jahren 1885 und 1886 erfolgte ein Anbau und durch den Zubau aus 1902 und 1903 erreichte der Komplex seine heutige Gesamtlänge von 144 Metern.

Der Baukörper besteht aus drei bis vier Geschoßen und die Fassade wurde im altdeutschen Neorenaissance-Stil gestaltet.[4]

Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.

Ottilia-Kapelle[Bearbeiten]

Die Hauskapelle,[4] deren Turm weithin sichtbar ist, wurde 1916 erstmals renoviert. Sie befindet sich in der Mittelachse der Anlage und tritt daraus hervor. Der Turm besteht aus zwei Geschoßen und besitzt ein Spitzdach. Die Innenausstattung stammt aus der Bauzeit der Kapelle. Darin enthalten sind eine Schnitzfigur der Heiligen Joseph und Vinzenz von Paul, darüber Gemälde der heiligen Ottilia, vom Herz-Jesu und von Blinden, die vom Künstler A. v. Wörndle im Jahr 1891 geschaffen wurden. Die seitlichen Ölbilder mit den Darstellungen des Herz-Mariä und der heiligen Cäcilia stammen vom selben Künstler.

Weblink[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Chronik des Odilien-Blindeninstituts
  2. Förderverein Odilien-Institut
  3. Die PreisträgerInnen des Pädagogischen Panthers 2006, elternbrief.at
  4. a b DEHIO Graz. Bearbeitet von Horst Schweigert. Schroll, Wien 1979. S. 118.