Oedheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oedheim
Oedheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oedheim hervorgehoben
49.2397749.256834166Koordinaten: 49° 14′ N, 9° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Höhe: 166 m ü. NHN
Fläche: 21,26 km²
Einwohner: 5960 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 280 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 74229,
74196 (Grollenhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07136
07139 (Degmarn)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 078
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ratsstraße 38
74229 Oedheim
Webpräsenz: www.oedheim.de
Bürgermeister: Ulrich Ruoff
Lage der Gemeinde Oedheim im Landkreis Heilbronn
Abstatt Abstatt Bad Friedrichshall Bad Rappenau Bad Wimpfen Beilstein Beilstein Beilstein Brackenheim Cleebronn Eberstadt Ellhofen Ellhofen Eppingen Erlenbach Flein Gemmingen Güglingen Gundelsheim Hardthausen am Kocher Heilbronn Ilsfeld Ittlingen Jagsthausen Jagsthausen Kirchardt Langenbrettach Lauffen am Neckar Lauffen am Neckar Lehrensteinsfeld Leingarten Löwenstein Löwenstein Löwenstein Massenbachhausen Möckmühl Neckarsulm Neckarwestheim Neudenau Neuenstadt am Kocher Nordheim Obersulm Oedheim Offenau Pfaffenhofen Roigheim Schwaigern Siegelsbach Talheim Untereisesheim Untergruppenbach Weinsberg Widdern Wüstenrot ZaberfeldKarte
Über dieses Bild
Blick von der Kocherbrücke auf das Wehr

Oedheim [ˈøːthaɪ̯m] ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg (Deutschland). Sie gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Oedheim liegt am Unterlauf des Kochers im Norden des Landkreises Heilbronn. Die Gemeinde hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Hohenloher-Haller Ebene.[2] Die Oedheimer Markung umfasst 1763 Hektar und erstreckt sich über Höhen zwischen 148,60 und 249,50 Metern über Meereshöhe. Die Ortsmitte liegt auf einer Höhe von 166 Metern. Der Großteil der Markungsfläche ist von Löss oder Lösslehm über Lettenkohle und Kalkböden bedeckt und eignet sich daher bestens für Landwirtschaft. Ackerland macht daher mehr als die Hälfte der Markungsfläche aus (1965 waren 1066 von 1763 Hektar Ackerland).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarstädte Oedheims sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Süden): Neckarsulm, Bad Friedrichshall und Neuenstadt am Kocher, die alle zum Landkreis Heilbronn gehören. Mit Bad Friedrichshall und Offenau ist Oedheim eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Oedheim besteht aus den Ortsteilen Oedheim und Degmarn. Zu Oedheim selbst gehören der Weiler Falkenstein sowie die Höfe Grollenhof, Lautenbach und Willenbach.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die frühesten Siedlungsspuren aus der Umgebung von Oedheim datieren in die Jungsteinzeit (4000 bis 2000 v. Chr.). Auch aus der Bronzezeit und der Zeit der Kelten wurden auf der Oedheimer Gemarkung Funde geborgen. Zur Zeit der Römer bestanden mindestens drei römische Gutshöfe auf der Gemarkung von Oedheim, die von zwei alten Fernwegen, nämlich der Hohen Straße von Wimpfen nach Jagsthausen und der Nibelungenstraße von Wimpfen nach Öhringen, berührt wird. Auch die Dreifaltigkeitskapelle wurde vermutlich auf römischen Grundmauern errichtet. Der heutige Ort Oedheim wurde aufgrund seiner Lage an einer Talflanke und der Endsilbe -heim vermutlich im Zuge der fränkischen Landnahme gegründet. Der Ortsname bezeichnet den Ort als Sitz des Sippenführers Odo.

Die älteste Siedlung auf Oedheimer Gebiet ist der Weiler Willenbach, der bereits 803 urkundlich belegt ist. Willenbach (damals Willenheim) war vermutlich die zunächst bedeutendste Siedlung, könnte aber bei den Ungarneinfällen im 10. Jahrhundert zerstört worden sein, woraufhin das durch seine Talflankenlage besser geschützte Oedheim entstand oder ausgebaut wurde. In Urkunden ist erstmals um 1235 von Odehein die Rede. Bereits damals erschien mit Ruodigerus de Hoedehain (Oedheim) mit dem Beinamen Capplanus ein Vertreter der Familie Capler als Dienstmann der Herren von Weinsberg. Der Ort zählte zur Herrschaft Scheuerberg der Herren von Weinsberg, die die Capler als Dienstmannen auf Schloss Oedheim eingesetzt hatten, von wo aus insbesondere die Furt über den Kocher kontrolliert wurde.

Die Weinsberger verkauften 1335 die gesamte Herrschaft Scheuerberg mit Oedheim an das Erzstift Mainz. Dieses verpfändete die Herrschaft für 17 Jahre an Hans von Sickingen und tauschte das Gebiet 1484 schließlich mit dem Deutschen Orden gegen ein Gebiet bei Prozelten mit der Henneburg. So kam Oedheim 1484 zum Unteramt Heuchlingen innerhalb der Kommende Horneck der Deutschordensballei Franken. Das Schloss in Oedheim war jedoch nicht Teil des Verkaufs von 1335 gewesen, sondern blieb unter Weinsberger Oberherrschaft, bevor es 1449 zur Herrschaft Neuenstadt und mit dieser 1504 zu Württemberg kam. Das württembergische Lehen der Adelsfamilie Capler (mit dem Beinamen Bautz) inmitten des ansonsten zum Deutschen Orden zählenden Ortes sorgte für jahrhundertelange Streitigkeiten.

Vom Bauernkrieg 1525 sind keine Auswirkungen auf Oedheim bekannt. Während der Reformation blieb der Ort aufgrund der Zugehörigkeit zum Deutschen Orden katholisch, während sich die württembergischen Lehensleute im Schloss zur Reformation bekannten. Im Schmalkaldischen Krieg 1546 wurde das Schloss daher von kaisertreuen Truppen des Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach geplündert und niedergebrannt. Im 17. und 18. Jahrhundert hatte Oedheim, vor allem während des Dreißigjährigen Krieges, wie die gesamte Umgebung an den Folgen von Truppendurchzügen und der Pest zu leiden.

Der Ort fiel 1806 durch die Mediatisierung des Ordensgebietes an das Königreich Württemberg, wo der Ort zum Oberamt Neckarsulm kam. 1851 kamen Willenbach und Lautenbach als Teilgemeinden zu Oedheim. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten zahlreiche Oedheimer von dem rein landwirtschaftlich geprägten Ort ins Ausland aus. Von den 158 zwischen 1846 und 1927 ausgewanderten Personen gingen 148 nach Nordamerika. Ab dem späten 19. Jahrhundert ließ die Auswanderung ins Ausland nach, dafür setzte verstärkt eine Binnenwanderung in die durch die Industrialisierung aufblühenden Städte ein. Aufgrund von Ab- und Auswanderung stagnierte der Bevölkerungsstand des Ortes in der Zeit von 1850 bis 1900 bei etwa 1700 Personen. Beginnend mit einzelnen, in der Zeit ab 1870 errichteten Häusern entwickelte sich auf der rechten Kocherseite die Siedlung Neudorf, die bis in die 1970er Jahre auf rund 1400 Bewohner anwuchs.

1937 richtete die Luftwaffe südlich des Orts einen Fliegerhorst ein, von dem aus im Zweiten Weltkrieg Angriffe gegen Frankreich geflogen wurden. In den letzten Kriegstagen wurde der Ort durch Kampfhandlungen zwischen Einheiten der 7. US-Armee und im Ort verschanzter Truppen der Waffen-SS schwer beschädigt. Insgesamt lag der Ort zehn Tage im Artilleriefeuer und erlitt zudem einen Luftangriff. Etwa die Hälfte der Bebauung, etwa 120 Gebäude, wurden dabei zerstört. 35 Einwohner verloren bei den Kämpfen ihr Leben.[4] Am 14. April 1945 konnten die Amerikaner den Ort besetzen. 1939 wurden 2058 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 2242.[5]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ab 1946 zwischen 500 und 600 Heimatvertriebene in Oedheim angesiedelt, außerdem ließen sich auch verstärkt Ausländer am Ort nieder. Oedheim wandelte sich von einem bäuerlich geprägten Ort zu einem Wohnort für Pendler in die umliegenden, von Industrie und Gewerbe geprägten Orte Neckarsulm, Heilbronn und Bad Friedrichshall. In Oedheim selbst haben sich Industrie und Gewerbe nur in sehr beschränktem Maße angesiedelt. Am 1. Juli 1971 wurde Degmarn nach Oedheim eingemeindet.

Religionen[Bearbeiten]

In Oedheim gibt es die katholische Kirchengemeinde St. Mauritius und die evangelische Christuskirchen-Gemeinde, die zur Pfarrei Bad Friedrichshall-Kochendorf gehört. In Degmarn gibt es die katholische Kirchengemeinde St. Pankratius.

Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof (Feb. 2008)

Die Jüdische Gemeinde Oedheim entstand, als Juden in Oedheim durch den Deutschen Orden und die Freiherren Capler ab dem späten 17. Jahrhundert aufgenommen wurden und ab 1705 das Recht erhielten, Schule und Gottesdienst abzuhalten. Die Zahl der jüdischen Familien erhöhte sich bis 1780 auf insgesamt 18 Familien. Nach dem Übergang zu Württemberg wurden 1807 insgesamt 84 Juden am Ort gezählt. 1854 war mit über 100 jüdischen Einwohnern ein Höchststand erreicht, danach nahm die Gemeinde durch Ab- und Auswanderung rasch ab. Nachdem der Gottesdienst zuvor in verschiedenen Häusern abgehalten worden war, erbaute die jüdische Gemeinde im Jahr 1864 die Synagoge Oedheim. 1869 waren noch 63 Juden im Ort, 1900 noch 38 und 1933 noch 16, von denen elf auswandern konnten, während fünf Personen nach Deportationen 1942 den Tod fanden. Beim Novemberpogrom 1938 wurde der Jüdische Friedhof Oedheim durch Sprengungen von SA-Leuten verwüstet. Eine noch im Ort lebende jüdische Familie wurde misshandelt, ihre Wohnung demoliert.[6]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus von Oedheim

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,6 %
27,9 %
16,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,5 %p
+3,7 %p
+0,9 %p

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Stimm- und Sitzverteilung:[7]

Partei Stimmen +/− Sitze +/−
CDU 55,6 % (− 4,5) 11 (− 1)
FW 27,9 % (+ 3,7) 5 (+ 1)
SPD 16,6 % (+ 0,9) 3 (± 0)

Die Wahlbeteiligung lag bei 55,2 % und war damit um 0,9 Prozentpunkte geringer als bei der Kommunalwahl 2004. Dem Gemeinderat gehören 15 Männer und vier Frauen an.[7]

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Oedheimer Wappens lautet: In Silber aus einem mit einem linkshin schwimmenden silbernen Fisch belegten blauen Schildfuß wachsend ein rot bekleideter Mann mit roter Mütze, in jeder Hand einen aufrechten schwarzen Pfeil haltend. Die Flagge der Gemeinde ist Rot-Weiß.

Ein Wappenstein von 1600 am Oedheimer Rathaus zeigt schon zwei Wappen des Ortes: den rotgekleideten Mann mit Pfeilen in den Händen in silbernem Feld und eine silberne Pflugschar, wahrscheinlich das Oedheimer Fleckenzeichen, in rotem Feld. Die Bedeutung des Mannes ist nicht geklärt. Das Pflugscharwappen wird auch in Siegeln der Jahre 1607 bis 1623 verwendet. In späteren Siegeln von 1842 uns 1914 wurden beide Wappen zu einem vereinigt, mit der Pflugschar im Schildfuß. Die Pflugschar wurde in einem Stempel von 1930 durch einen Pflug ersetzt, 1952 – offenbar ein Missverständnis – durch einen Fisch. Der Fisch wird als Hinweis auf den Kocher verstanden. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 17. August 1953 von der vorläufigen baden-württembergischen Regierung verliehen.[8]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Partnergemeinde Oedheims ist Degerfors in der Landschaft Värmland in Schweden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Witwenhaus
  • Das Schloss Oedheim liegt am Abhang des Kocherufers und geht auf eine kleine wehrhafte Burg zurück, die im Laufe der Zeit vielfach umgestaltet wurde. Die Anlage war seit dem hohen Mittelalter bis zu deren Aussterben 1967 von der Familie Capler von Oedheim bewohnt. Das Anwesen befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
  • Das Witwenhaus wurde im 16. Jahrhundert durch Ulrich Capler von Oedheim als Witwensitz erbaut.
  • Die katholische Mauritiuskirche, erstmals erwähnt 1241, ist die ursprüngliche Kirche des Ortes. Sie wurde im 18. und 19. Jahrhundert zu ihrer heutigen Gestalt erweitert. Das nahe der Kirche gelegene Pfarrhaus wurde 1729 erbaut und 1973 renoviert.
  • Das Rathaus wurde 1579 als Amtshaus des Deutschen Ordens erbaut. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es von 1953 bis 1955 nach Plänen von Paul Binnig zu seiner heutigen Gestalt umgebaut. Das schmuckvolle Ordenswappen aus dem Jahr 1600 an dem Gebäude erinnert an das in jenem Jahr verliehene Siegelrecht der Gemeinde.
  • Die Kundenmühle auf der linken und die Kunstmühle auf der rechten Kocherseite sind historische Mühlen in Oedheim. Die Kundenmühle ist die ältere der beiden historisch zusammengehörigen Mühlen, deren Geschichte bis in das 11. oder 12. Jahrhundert zurückgeht. 1377 wird Graf Albert von Löwenstein als Besitzer der Kundenmühle genannt, über die Verpfändung an Konz von Neideck kam die Mühle wenig später an das Spital in Mosbach. 1805 tauschte der Deutsche Orden die Mühle ein, doch kam sie nach dessen Mediatisierung bereits 1806 an Württemberg und wenig später in Privatbesitz. Die Kunstmühle entstand als jüngere Säg- und Ölmühle mit Hanfreibe. 1896 hatte sie einen eigenen Besitzer, brannte jedoch 1902 ab und erhielt nach dem Wiederaufbau ihren heutigen Namen. Die Kunstmühle war bis 1968 in Betrieb, die Kundenmühle bis in die jüngere Zeit. Zum elektrischen Betrieb der Mühlen wurde 1952 durch Richard Spohn das Richard-Spohn-Werk genannte Wasserkraftwerk am Kocher errichtet.
  • Die Kocherbrücke geht auf das Jahr 1765 zurück, als bei Oedheim erstmals anstelle des durch Hochwasser zerstörten Fahrnachens eine Brücke über den Kocher geschlagen wurde. Da die Capler von Oedheim die Fahrgerechtigkeit für die bisherige Kocherüberquerung hatten, mussten für die Brückennutzung weiterhin Gebühren bezahlt werden, die erst 1833 mit dem Wegfall der Fahrgerechtigkeit und 1847 mit der Aufhebung des Brückengelds wegfielen. Die Brücke wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und letztlich 1945 von deutschen Pionieren gesprengt. Nach einigen Jahren einer provisorischen Brücke erfolgte 1959 der Neubau der heutigen Brücke. Die Figur des Brückenheiligen Nepomuk stand schon auf der ersten Brücke und stammt von 1766.
  • Auf dem ab 1798 belegten Friedhof von Oedheim sind mehrere historische Grabmäler der einstigen Ortsherren erhalten, die ältesten davon stammen aus dem 16. Jahrhundert. Das schmuckvolle Grabmal der beiden letzten Capler-Brüder Hans und Dietrich wurde um 1920 von Albert Volk gestaltet.
  • Südöstlich außerhalb des Altortes, heute am Rande eines Neubaugebiets und der Straße nach Neuenstadt am Kocher gelegen, befindet sich die Dreifaltigkeitskapelle. Auf der Markung von Oedheim befindet sich darüber hinaus noch eine Vielzahl von religiösen Kleindenkmälern wie Steinkreuzen und Bildstöcken.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Wasserturm ist eine der Landmarken Oedheims

Oedheim ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Kayberg im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

Zu den bedeutendsten Unternehmen in Oedheim zählte die Maschinenfabrik Boehringer, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, hauptsächlich Steinfertigungsmaschinen baute und damit vom Bauboom der 1950er Jahre und auch von einem griechischen Staatsauftrag nach dem Erdbeben auf den Ionischen Inseln 1954 profitierte.[9]

Bahnhof in Oedheim (1907)

Verkehr[Bearbeiten]

Anschluss an das Fernstraßennetz besteht in Neuenstadt (A 81 StuttgartWürzburg) und Neckarsulm (A 6 MannheimNürnberg).

Von 1907 bis 1993 bediente die Untere Kochertalbahn Bad Friedrichshall-Jagstfeld–Ohrnberg als Privatbahn der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) Oedheim und Degmarn. Die Gleise wurden Anfang 2006 demontiert. Auf der Trasse verläuft seit 2009 ein Fahrradweg.[10]

Der öffentliche Personennahverkehr wird heute durch Regionalbusse der WEG gewährleistet und ist in den Verkehrsverbund HNV integriert. Der nächste Bahnhof befindet sich in Bad Friedrichshall-Jagstfeld. Er ist Knotenpunkt der Franken-, Neckar- und Elsenztalbahnen.

Medien[Bearbeiten]

Über das Geschehen in Oedheim berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe NM, Nord-Mitte.

Bildung[Bearbeiten]

Die Kochertalschule Oedheim ist eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Grabmal von Dietrich Fritz Hermann Freiherr Capler von Oedheim genannt Bautz

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Gemeinde Oedheim hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen[11]:

Die ehemalige Gemeinde Degmarn hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen[11]:

  • 1966: August Horch (* 30. August 1895 in Degmarn; † 1. Juni 1982 ebenda), Bürgermeister in Degmarn von 1945 bis 1966

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Bernhard Huss (24. Februar 1876; † 5. August 1948 in Mariannhill), katholischer Missionar. Nach ihm ist die Bernhard-Huss-Straße benannt.
  • Paul Strenkert (* 9. Januar 1899; † 1. Dezember 1989 in Kempten), deutscher Gewerkschafter und Politiker (BVP, später CSU)
  • Franz Mosthav (* 16. Juni 1916; † 19. Juli 2000 in München), Schauspieler

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Johann August Freiherr von Wächter (* 3. April 1807 in Den Haag; † 3. August 1879 in Lautenbach), Diplomat und württembergischer Außenminister, war Gutsherr von Lautenbach und wirkte in Oedheim und Umgebung als Mäzen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Anton Henkel: Oedheim. Beiträge zur Heimatgeschichte. Gemeinde Oedheim, Oedheim 1975.
  •  Ralph Walter (Hrsg.): 750 Jahre Oedheim. 1235–1985. Gemeinde Oedheim, Oedheim 1985.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oedheim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Quelle für den Abschnitt Gemeindegliederung:
    Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 48–49
  4. Klaus-Dietmar Henke: Die amerikanische Besetzung Deutschlands. R. Oldenbourg Verlag, München 1995, ISBN 3-486-54141-2, Seite 789
  5. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 1: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordwürttemberg
  6.  Wolfram Angerbauer, Hans Georg Frank: Jüdische Gemeinden in Kreis und Stadt Heilbronn: Geschichte, Schicksale, Dokumente. Landratsamt Heilbronn Schul- und Kulturamt, Heilbronn 1986, ISBN 3980156206.
  7. a b Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg – abgerufen am 20. Juli 2009
  8. Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
    Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 111
    Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg. Heft 9), S. 128
  9. Dr. Julius Keil: Die westdeutsche Industrie und ihre führenden Männer, Bd. VI: Land Baden-Württemberg, Frankfurt am Main 1966, S. 53–56.
  10.  Siegfried Lambert: Eine neue Perle für Pedalritter. In: Heilbronner Stimme vom 9. Juni 2009. (bei stimme.de).
  11. a b  Thomas Seitz (Hrsg.): Die Oedheimer Ehrenbürger. In: Oedheimer Hefte. 2. Auflage. Nr. 3, Eigenverlag Thomas Seitz, Oedheim 2007, S. 24–25.