Oedingen (Remagen)

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50.607437.157539215Koordinaten: 50° 36′ 27″ N, 7° 9′ 27″ O

Oedingen
Stadt Remagen
Höhe: 215 m ü. NN
Einwohner: 981 (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 53424
Vorwahl: 02642
Oedingen (Rheinland-Pfalz)
Oedingen

Lage von Oedingen in Rheinland-Pfalz

Pfarrkirche St. Gertrudis
„Kapelle“ St. Gertrudis

Oedingen ist einer von sechs Ortsbezirken und zugleich einer von acht Ortsteilen[2] der verbandsfreien Stadt Remagen im Landkreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz.

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wurde Oedingen erstmals im Jahre 853. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit gehörte Oedingen zur Reichsritterschaft Landskron. Sogar nach dem Einmarsch der Franzosen in das Rheinland 1794 und dem Frieden von Campo Formio vom 17. Oktober 1797 ließ sich Freiherr vom Stein 1798 als Mitbesitzer der Herrschaft Landskron in Oedingen huldigen.

Auf Grund seiner Grenzlage ordneten anschließende Verwaltungszuordnungen Oedingen immer neu zu. Die Franzosen schlugen Oedingen der Mairie Heimersheim im Kanton Remagen im Arrondissement de Bonn (Rhein-Mosel-Département) zu, unter Preußen wurde es 1815 zunächst der Bürgermeisterei Gelsdorf (heute: Gemeinde Grafschaft) und spätestens 1817 der Bürgermeisterei Remagen zugeordnet.

Bis Ende der 1960er Jahre wurde das im Tagebauverfahren abgebaute Kaolin mittels einer Seilbahn von Oedingen durch den Wald über mehrere Kilometer bis zum Rheinufer in Oberwinter transportiert. Dort wurde das Kaolin gewaschen und mit der Bahn weiter transportiert. Der Betrieb der Seilbahn war mit zunehmenden Kraftverkehr nicht mehr wirtschaftlich, daher wurde im weiteren Verlauf der Transport mit LKW von Oedingen nach Oberwinter sichergestellt.

Bis weit in die 1970er Jahre arbeiteten in der Grube mehrere Dutzend Arbeiter. Mit zunehmender Automatisierung (elektrisch angetriebener Steinbrecher, Förderband, Bagger) wurde die Belegschaft der Fa. Erbslöh zuletzt auf wenige Arbeiter reduziert. Die Grube wird seit den 1980er Jahren auch als beliebtes Motocross-Gelände genutzt.

Politik[Bearbeiten]

Der Ortsbezirk Oedingen wird durch einen aus sieben Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat und einem Ortsvorsteher vertreten.[2]

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Oedingen (damals Ödingen) in die Stadt Remagen eingegliedert.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die ehemalige Pfarrkirche und heutige Friedhofskapelle St. Gertrudis ist ein einschiffiger romanischer Bau, dessen Baustil und Innenbemalung (Fresken) auf das 14. Jahrhundert als Bauzeit verweisen. Die Hauptarbeit einer um 1960 erfolgten Renovierung war die aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammende Freilegung der teils vierfach übermalten Gemälde im Chor.[4][5]

Die heutige neugotische Pfarrkirche St. Gertrudis wurde 1903-1909 nach Plänen des Bonner Architekten J. Stumpf errichtet und am 11. Juli 1911 von Karl Ernst Schrod, Weihbischof in Trier konsekriert.

Der als „Kaolingrube Oedingen“ bezeichnete Tagebau liegt auf Wachtberger Gemeindegebiet und ist ein als Biotop der Gelbbauchunke ausgewiesenes Naturschutzgebiet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oedingen (Remagen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ohne Nebenwohnsitze; Quelle: Einwohnerstatistik der Stadt Remagen
  2. a b Hauptsatzung der Stadt Remagen vom 15. Dezember 2009 (PDF-Dokument)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 193 (PDF; 2,1 MB)
  4. Hermann Comes: Altehrwürdige Kapelle, Heimatjahrbuch 1963, S.95
  5. P. Bentivolius Heinrich Marxen: Die alte Pfarrkirche St. Gertrud, in: Heimatjahrbuch 1990, S.64