Oenpelli

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Oenpelli (Gunbalanya)
Oenpelli-from-Injalak.JPG
Blick vom Injalak Hill auf Oenpelli
Staat: Australien Australien
Bundesstaat: Flag of the Northern Territory.svg Northern Territory
Koordinaten: 12° 19′ S, 133° 3′ O-12.316667133.05Koordinaten: 12° 19′ S, 133° 3′ O
 
Einwohner: 881 (2006) [1]
 
Zeitzone: ACST (UTC+9:30)
LGA: West Arnhem Shire Council
Oenpelli (Gunbalanya) (Northern Territory)
Oenpelli (Gunbalanya)
Oenpelli (Gunbalanya)

Oenpelli, auch Gunbalanya oder Kunbarllanjnja genannt,[2] ist eine Siedlung der Aborigines im Westen von Arnhemland im Northern Territory, Australien. Der Ort liegt etwa 240 Kilometer östlich von Darwin und 42 Kilometer nordöstlich von Jabiru.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet um den Ort war traditionell das Land der Gagadju. 1906 ließ sich der Farmer Paddy Cahill im Gebiet von Oenpelli nieder und wurde Eigentümer über ein Gebiet mit einer Fläche von 2000 km².[2] 1916 übernahm die Regierungsadminstration von Gilruth das Land inklusive der vorhandenen Gebäude und übergab sie der Church Missionary Society. Die Missionsstation, die 1975 aufgegeben wurde, bestand aus einer Kirche, Schule, Apotheke, einem Ladengeschäft und Garten. Die Mission betrieb auch Viehzucht.[3] Im Jahr 1948 hatte die American-Australian Scientific Expedition to Arnhem Land für sieben Wochen ihr Lager bei Oenpelli, um die Kultur und Lebensweise der Aborigines zu studieren und zu dokumentieren.[4]

Name[Bearbeiten]

Cahill nannte sein Land Oenpelli, ein englischer Ausdruck von Un-balange. Oenpelli ist auch namensgleich mit einer bis zu vier Meter langen, seltenen australischen Pythonschlage, dem Oenpellipython. 2001 wurde der Name nach einer Befragung des 1995 gegründeten zuständigen Kunbarllanjnja Community Government Councils von Oenpelli in Gunbalanya geändert. Dieser Name wird häufiger verwendet als der traditionelle Name Kunbarllanjnja.[2]

Festival, Sprache[Bearbeiten]

Im August jeden Jahres findet das Stone Country Festival statt, früher Gunbalanya Cultural Open Day genannt. Dargeboten werden kulturelle Tänze, Malerei, Bush Food und Didjeridu-Musik. Es werden aber auch Kinder- und Sportaktivitäten, Karnevalaufführungen und Rundflüge angeboten. [5]

Zahlreiche Bewohner des Orts sprechen die Sprache der Aborigines der Kunwinjku, die sich vor der Missionsgründung um die Mission niedergelassen haben.[3]

Kunst der Aborigines[Bearbeiten]

Das westliche Arnhemland ist die Stätte bedeutender Zeugnisse der Kunst der Aborigines. Um Oenpelli ist die Kunstentwicklung der indigenen Bevölkerung in Höhlen und Felsüberhängen über Jahrtausende hinweg dokumentiert worden. Kunstwerke aus diesem Gebiet werden zwei Kunststilrichtungen zugeordnet, dem Mimi- und X-ray-Kunststil. Um den Ort gibt es mehr als 300 Felszeichnungen der Gagadju.[4]

Im Ort befindet sich ein Ausstellungszentrum lokaler Künstler, das Injalak Arts Centre.[6]

Erreichbarkeit[Bearbeiten]

Cahill Crossing

Erreichbar ist der Ort auf dem Arnhem Highway von Darwin und weiter über eine Abzweigung vor Jabiru, einer Ortschaft, die im Kakadu-Nationalpark liegt. Über diese unbefestigte Straße kann Oenpelli nur in der Trockenzeit (von Mai bis November) mit Fahrzeugen erreicht werden, da die Furt Cahill Crossing über den East Alligator River in der Regenzeit nicht überquert werden kann. Zum Befahren ist eine Erlaubnis erforderlich, die vom Northern Land Council mit einer Befristung von zwei Wochen erteilt wird. Bei geschlossener Furt ist der Ort mit Fahrzeugen nur über die enorm längere Strecke auf der Central Arnhem Road über Ramingining und Maningrida oder über den ganzjährig geöffneten Flughafen von Oenpelli erreichbar.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Australian Bureau of Statistics: Gunbalanya (Oenpelli) (L) (Urban Centre/Locality) (Englisch) In: 2006 Census QuickStats. 25. Oktober 2007. Abgerufen am 18. Januar 2012.
  2. a b c ntlis.nt.gov.au: NT Place Names Register, in englischer Sprache, abgerufen am 19. Januar 2013
  3. a b webjournals.ac.edu.au: Keith Cole: Dyer, Alfred John (1884-1968), in englischer Sprache, abgerufen am 18. Januar 2013
  4. a b samemory.sa.gov: Arnhem Land, 1948, in englischer Sprache, abgerufen am 18. Januar 2013
  5. tourismustopend.com.au: Oenpelli Open Day, in englischer Sprache, abgerufen am 19. Januar 2013
  6. injalak.com: About Injalak Arts Centre, in englischer Sprache, abgerufen am 18. Januar 2013

Weblinks[Bearbeiten]