Oestrich-Winkel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oestrich-Winkel
Oestrich-Winkel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oestrich-Winkel hervorgehoben
50.008483696168.019880056381284Koordinaten: 50° 1′ N, 8° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Rheingau-Taunus-Kreis
Höhe: 84 m ü. NN
Fläche: 59,53 km²
Einwohner:

11.717 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65375
Vorwahl: 06723
Kfz-Kennzeichen: RÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 39 012
Adresse der
Stadtverwaltung:
Paul-Gerhardt-Weg 1
65375 Oestrich-Winkel
Webpräsenz: www.oestrich-winkel.de
Bürgermeister: Paul Weimann
Lage der Stadt Oestrich-Winkel im Rheingau-Taunus-Kreis
Lorch (Rheingau) Rüdesheim am Rhein Geisenheim Oestrich-Winkel Kiedrich Eltville am Rhein Walluf Schlangenbad Bad Schwalbach Heidenrod Aarbergen Hohenstein (Untertaunus) Taunusstein Hünstetten Idstein Niedernhausen Waldems Rheinland-Pfalz Wiesbaden Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Oestrich-Winkel ist eine Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Der Schnittpunkt 50. Breitengrad nördlich/8. Längengrad östlich liegt im Stadtteil Winkel.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Oestrich-Winkel grenzt im Westen an Geisenheim, im Norden an Lorch, Welterod (Rhein-Lahn-Kreis), Heidenrod und Schlangenbad und im Osten an Eltville am Rhein. Im Süden, jenseits des Rheins, liegt die Stadt Ingelheim am Rhein (Landkreis Mainz-Bingen).

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Oestrich-Winkel besteht aus den Stadtteilen Hallgarten, Mittelheim, Oestrich und Winkel.

[Bearbeiten] Geschichte

Das rund 12 000 Einwohner zählende Oestrich-Winkel entstand im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen am 1. Juli 1972 mit dem Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Mittelheim, Oestrich und Winkel unter Verleihung der Stadtrechte. Der Doppelname hatte schon vor der Stadtgründung eine lange Tradition als Name der einzigen Bahnstation im Stadtgebiet. Zum ersten Bürgermeister der Stadt wurde der letzte Bürgermeister von Winkel, Klaus Frietsch, gewählt, der nachmalige Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises. Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Hallgarten im Rahmen der Gebietsreform in Hessen nach Oestrich-Winkel eingegliedert.

[Bearbeiten] Religionen

Jeder der vier Stadtteile von Oestrich-Winkel hat je eine katholische Kirchengemeinde, die im Pastoralen Raum Oestrich-Winkel zusammengeschlossen sind. Die evangelischen Christen gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Oestrich-Winkel,[2] die 1891 gegründet wurde und zu der auch der Eltviller Stadtteil Hattenheim gehört.

In Oestrich gibt es einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas und in Mittelheim eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.[3]

Vom 19. Jahrhundert bestand bis in die Zeit des Nationalsozialismus eine Jüdische Gemeinde in Oestrich.[4] Der jüdische Friedhof oberhalb von Oestrich ist noch vorhanden.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[5]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
37,9 %
29,7 %
25,4 %
7,0 %
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,5 %p
+0,1 %p
+6,3 %p
-0,9 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,9 14 43,4 16 47,9 18
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,7 11 29,6 11 31,1 11
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 25,4 9 19,1 7 10,8 4
FDP Freie Demokratische Partei 7,0 3 7,9 3 4,3 2
FWG Freie Wählergemeinschaft 6,0 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 52,8 51,5 60,2
Bürgerzentrum und Rathaus der Stadt Oestrich-Winkel, erbaut im Jahr 2005

[Bearbeiten] Partnerschaften

Die Stadt Oestrich-Winkel unterhält partnerschaftliche Beziehungen zum ungarischen Tokaj, zum französischen Denicé und zur 2./ Fernmeldebataillon 283 in Lahnstein.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen von Oestrich-Winkel zeigt ein verkehrtes silbernes „Z“, beiderseits von einem goldenen Stern begleitet. Das „Z“ stellt eine Wolfsangel bzw. einen Doppelhaken dar, offenbar eine Darstellung aus der Verwendung zur Abwehr von Wölfen in früheren Zeiten. Das Stadtwappen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Wappen war weiterhin als die jetzt vier Gemeindeteile noch eigenständig waren das Wappen von Mittelheim.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Weinkultur

Weinberge in Oestrich-Winkel mit Blick auf die Hallgarter Zange

Oestrich-Winkel ist geprägt vom Weinbau. Folgende Lagen werden bewirtschaftet:

  • Oestrich: Lenchen – Doosberg – Klosterberg – Pfaffenberg
  • Mittelheim: Edelmann – St. Nikolaus – Goldberg
  • Winkel: Dachsberg – Hasensprung – Gutenberg – Jesuitengarten – Bienengarten – Schloß Vollrads
  • Hallgarten: Jungfer – Würzgarten – Schönhell – Hendelberg – Mehrhölzchen

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Oestricher Kran
Schloss Vollrads: Wohnturm

Der Oestricher Kran, ein Wahrzeichen des Stadtteils Oestrich, ist ein ehemaliger Weinverladekran aus dem 18. Jahrhundert zum Be- und Entladen von Schiffen. 1745 fertiggestellt arbeitete er bis 1926. Im Inneren des Kranes befinden sich zwei Tret- oder Laufräder, in denen je zwei Männer durch ihre Körpermasse eine Seilwinde in Bewegung setzten, um damit die Schiffladung zu heben.
An der nordöstlichen Gemeindegrenze nahe Hattenheim liegt Schloss Reichartshausen (gegründet im 12. Jahrhundert) mit seinen um 1900 als künstliche Ruine verkleideten Wirtschaftsgebäuden; es beherbergt heute die European Business School.

In Mittelheim findet sich eine der ältesten Steinkirchen Deutschlands, die St.-Aegidius-Basilika.

In Winkel steht das älteste erhaltene Steinhaus Deutschlands, das Graue Haus. Lange Zeit meinte man, dass Rabanus Maurus 856 dort wohnte und starb.
Schloss Vollrads mit seinem uralten Wasserturm gehört – 2 km nördlich von Winkel gelegen – ebenfalls zu den beachtenswerten Sehenswürdigkeiten.
In der Ortsmitte steht das Brentanohaus. Hier hat Goethe sich 1814 für einige Zeit als Gast der Frankfurter Bankiersfamilie Brentano aufgehalten. Kinder der Familie sind Clemens, Gunda und Bettina Brentano. Karoline von Günderrode, eine Freundin von Bettina, erstach sich 1806 hier in Winkel aus Liebeskummer und Lebensüberdruss am Rheinufer. In der Scheune gegenüber dem Brentano-Haus befindet sich seit 2003 das Kultur- und Eventhaus „Brentanoscheune“.

Nördlich von Hallgarten steht auf der 580 m hohen Hallgarter Zange ein steinerner Aussichtsturm, der nicht mehr zugänglich ist.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Regelmäßige Veranstaltungen sind das Lenchenfest (zuletzt 2007),[6] der Dippemarkt, ein Weihnachtsmarkt und die Jazzwoche.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

EBS Universität für Wirtschaft und Recht (Business School), Blick auf den Campus vom Rheinufer aus

Oestrich-Winkel ist seit 1980 Sitz der EBS Universität für Wirtschaft und Recht und ist somit Universitätsstadt. Weitere Bildungseinrichtungen sind unter anderem die Clemens-Brentano-Schule (Grund- und Hauptschule), die Rabanus-Maurus-Schule (Grund- und Hauptschule mit Förderstufe) und die Grundschule Hallgarten.

[Bearbeiten] Verkehr

Oestrich-Winkel liegt direkt an der Bundesstraße 42, die insbesondere Richtung Osten gut ausgebaut ist und bei Wiesbaden nahtlos in die A 66 übergeht. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Frankfurt am MainWiesbaden–Oestrich-Winkel–Koblenz und gehört zwischen Wiesbaden und Lorchhausen dem Rhein-Main-Verkehrsverbund analog zur Landesgrenze Hessen zu Rheinland-Pfalz an. Außerdem pendelt zwischen 6 und 21 Uhr im Winter und im Sommer von 6-22 Uhr von Mittelheim eine Fähre über den Rhein nach Ingelheim, wo ein Anschluss an die A 60 besteht.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Bekannte Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. Evangelische Kirchengemeinde Oestrich-Winkel
  3. Gemeinde Oestrich-Winkel der Neuapostolischen Kirche
  4. Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl
  6. Wiesbadener Tagblatt vom 30. Juni 2011: Oestrich bekommt ein neues Fest. Winzer und Gastronomen laden Ende Juli auf Marktplatz ein Nach dem letzten traditionellen Lenchenfest im Jahr 2007 gehört Oestrich zu den wenigen Orten im Rheingau ohne eigenes Weinfest.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Oestrich-Winkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Dokumente

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen