Oestrich-Winkel
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Rheingau-Taunus-Kreis | |
| Höhe: | 84 m ü. NN | |
| Fläche: | 59,53 km² | |
| Einwohner: |
11.717 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 197 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 65375 | |
| Vorwahl: | 06723 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RÜD | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 39 012 | |
| LOCODE: | DE OSW | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Paul-Gerhardt-Weg 1 65375 Oestrich-Winkel |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Paul Weimann | |
| Lage der Stadt Oestrich-Winkel im Rheingau-Taunus-Kreis | ||
Oestrich-Winkel ist eine Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Der Schnittpunkt 50. Breitengrad nördlich/8. Längengrad östlich liegt im Stadtteil Winkel.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Oestrich-Winkel grenzt im Westen an Geisenheim, im Norden an Lorch, Welterod (Rhein-Lahn-Kreis), Heidenrod und Schlangenbad und im Osten an Eltville am Rhein. Im Süden, jenseits des Rheins, liegt die Stadt Ingelheim am Rhein (Landkreis Mainz-Bingen).
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Oestrich-Winkel besteht aus den Stadtteilen Hallgarten, Mittelheim, Oestrich und Winkel.
[Bearbeiten] Geschichte
Das rund 12 000 Einwohner zählende Oestrich-Winkel entstand im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen am 1. Juli 1972 mit dem Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Mittelheim, Oestrich und Winkel unter Verleihung der Stadtrechte. Der Doppelname hatte schon vor der Stadtgründung eine lange Tradition als Name der einzigen Bahnstation im Stadtgebiet. Zum ersten Bürgermeister der Stadt wurde der letzte Bürgermeister von Winkel, Klaus Frietsch, gewählt, der nachmalige Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises. Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Hallgarten im Rahmen der Gebietsreform in Hessen nach Oestrich-Winkel eingegliedert.
[Bearbeiten] Religionen
Jeder der vier Stadtteile von Oestrich-Winkel hat je eine katholische Kirchengemeinde, die im Pastoralen Raum Oestrich-Winkel zusammengeschlossen sind. Die evangelischen Christen gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Oestrich-Winkel,[2] die 1891 gegründet wurde und zu der auch der Eltviller Stadtteil Hattenheim gehört.
In Oestrich gibt es einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas und in Mittelheim eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.[3]
Vom 19. Jahrhundert bestand bis in die Zeit des Nationalsozialismus eine Jüdische Gemeinde in Oestrich.[4] Der jüdische Friedhof oberhalb von Oestrich ist noch vorhanden.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[5]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 37,9 | 14 | 43,4 | 16 | 47,9 | 18 | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 29,7 | 11 | 29,6 | 11 | 31,1 | 11 | |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 25,4 | 9 | 19,1 | 7 | 10,8 | 4 | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 7,0 | 3 | 7,9 | 3 | 4,3 | 2 | |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft | — | — | — | — | 6,0 | 2 | |
| Gesamt | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | ||
| Wahlbeteiligung in % | 52,8 | 51,5 | 60,2 | |||||
[Bearbeiten] Partnerschaften
Die Stadt Oestrich-Winkel unterhält partnerschaftliche Beziehungen zum ungarischen Tokaj, zum französischen Denicé und zur 2./ Fernmeldebataillon 283 in Lahnstein.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen von Oestrich-Winkel zeigt ein verkehrtes silbernes „Z“, beiderseits von einem goldenen Stern begleitet. Das „Z“ stellt eine Wolfsangel bzw. einen Doppelhaken dar, offenbar eine Darstellung aus der Verwendung zur Abwehr von Wölfen in früheren Zeiten. Das Stadtwappen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Wappen war weiterhin als die jetzt vier Gemeindeteile noch eigenständig waren das Wappen von Mittelheim.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Weinkultur
Oestrich-Winkel ist geprägt vom Weinbau. Folgende Lagen werden bewirtschaftet:
- Oestrich: Lenchen – Doosberg – Klosterberg – Pfaffenberg
- Mittelheim: Edelmann – St. Nikolaus – Goldberg
- Winkel: Dachsberg – Hasensprung – Gutenberg – Jesuitengarten – Bienengarten – Schloß Vollrads
- Hallgarten: Jungfer – Würzgarten – Schönhell – Hendelberg – Mehrhölzchen
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Der Oestricher Kran, ein Wahrzeichen des Stadtteils Oestrich, ist ein ehemaliger Weinverladekran aus dem 18. Jahrhundert zum Be- und Entladen von Schiffen. 1745 fertiggestellt arbeitete er bis 1926. Im Inneren des Kranes befinden sich zwei Tret- oder Laufräder, in denen je zwei Männer durch ihre Körpermasse eine Seilwinde in Bewegung setzten, um damit die Schiffladung zu heben.
An der nordöstlichen Gemeindegrenze nahe Hattenheim liegt Schloss Reichartshausen (gegründet im 12. Jahrhundert) mit seinen um 1900 als künstliche Ruine verkleideten Wirtschaftsgebäuden; es beherbergt heute die European Business School.
In Mittelheim findet sich eine der ältesten Steinkirchen Deutschlands, die St.-Aegidius-Basilika.
In Winkel steht das älteste erhaltene Steinhaus Deutschlands, das Graue Haus. Lange Zeit meinte man, dass Rabanus Maurus 856 dort wohnte und starb.
Schloss Vollrads mit seinem uralten Wasserturm gehört – 2 km nördlich von Winkel gelegen – ebenfalls zu den beachtenswerten Sehenswürdigkeiten.
In der Ortsmitte steht das Brentanohaus. Hier hat Goethe sich 1814 für einige Zeit als Gast der Frankfurter Bankiersfamilie Brentano aufgehalten. Kinder der Familie sind Clemens, Gunda und Bettina Brentano. Karoline von Günderrode, eine Freundin von Bettina, erstach sich 1806 hier in Winkel aus Liebeskummer und Lebensüberdruss am Rheinufer. In der Scheune gegenüber dem Brentano-Haus befindet sich seit 2003 das Kultur- und Eventhaus „Brentanoscheune“.
Nördlich von Hallgarten steht auf der 580 m hohen Hallgarter Zange ein steinerner Aussichtsturm, der nicht mehr zugänglich ist.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Regelmäßige Veranstaltungen sind das Lenchenfest (zuletzt 2007),[6] der Dippemarkt, ein Weihnachtsmarkt und die Jazzwoche.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen
Oestrich-Winkel ist seit 1980 Sitz der EBS Universität für Wirtschaft und Recht und ist somit Universitätsstadt. Weitere Bildungseinrichtungen sind unter anderem die Clemens-Brentano-Schule (Grund- und Hauptschule), die Rabanus-Maurus-Schule (Grund- und Hauptschule mit Förderstufe) und die Grundschule Hallgarten.
[Bearbeiten] Verkehr
Oestrich-Winkel liegt direkt an der Bundesstraße 42, die insbesondere Richtung Osten gut ausgebaut ist und bei Wiesbaden nahtlos in die A 66 übergeht. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Wiesbaden–Oestrich-Winkel–Koblenz und gehört zwischen Wiesbaden und Lorchhausen dem Rhein-Main-Verkehrsverbund analog zur Landesgrenze Hessen zu Rheinland-Pfalz an. Außerdem pendelt zwischen 6 und 21 Uhr im Winter und im Sommer von 6-22 Uhr von Mittelheim eine Fähre über den Rhein nach Ingelheim, wo ein Anschluss an die A 60 besteht.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- 1467, Richard von Greiffenklau zu Vollrads, † 13. März 1531, Erzbischof und Kurfürst von Trier, wurde auf Schloss Vollrads geboren
- 1846, 22. Mai, Peter Spahn, † 31. August 1925 in Bad Wildungen, deutscher Politiker (ZENTRUM), MdR, MdL (Preußen), Preußischer Justizminister, wurde in Winkel geboren
[Bearbeiten] Bekannte Persönlichkeiten
- Rabanus Maurus (um 78?–856), bedeutender karolingischer Gelehrter, starb in Winkel
- Karoline von Günderrode (1780–1806), Dichterin der Romantik, beging in Winkel Selbstmord
- Andreas Joseph Hofmann, Lehrer Metternichs, Revolutionär, Agent Frankreichs in London – und 1793 der erste Parlamentspräsident der deutschen Geschichte im Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
- ↑ Evangelische Kirchengemeinde Oestrich-Winkel
- ↑ Gemeinde Oestrich-Winkel der Neuapostolischen Kirche
- ↑ Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl
- ↑ Wiesbadener Tagblatt vom 30. Juni 2011: Oestrich bekommt ein neues Fest. Winzer und Gastronomen laden Ende Juli auf Marktplatz ein Nach dem letzten traditionellen Lenchenfest im Jahr 2007 gehört Oestrich zu den wenigen Orten im Rheingau ohne eigenes Weinfest.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Oestrich-Winkel
- Historisches Ortslexikon
- Links zum Thema Oestrich-Winkel im Open Directory Project
- Literatur von und über Oestrich-Winkel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
[Bearbeiten] Dokumente
- Bild von Oestrich aus J.F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F.C. Vogels Panorama des Rheins, Bilder des rechten und linken Rheinufers, Lithographische Anstalt F.C. Vogel, Frankfurt 1833
- Bild von Mittelheim aus J.F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F.C. Vogels Panorama des Rheins, Bilder des rechten und linken Rheinufers, Lithographische Anstalt F.C. Vogel, Frankfurt 1833
Aarbergen | Bad Schwalbach | Eltville am Rhein | Geisenheim | Heidenrod | Hohenstein | Hünstetten | Idstein | Kiedrich | Lorch | Niedernhausen | Oestrich-Winkel | Rüdesheim am Rhein | Schlangenbad | Taunusstein | Waldems | Walluf
