Oestrich-Winkel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oestrich-Winkel
Oestrich-Winkel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oestrich-Winkel hervorgehoben
50.008483696168.019880056381284Koordinaten: 50° 1′ N, 8° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Rheingau-Taunus-Kreis
Höhe: 84 m ü. NN
Fläche: 59,53 km²
Einwohner:

11.381 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65375
Vorwahl: 06723
Kfz-Kennzeichen: RÜDVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 06 4 39 012
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Paul-Gerhardt-Weg 1
65375 Oestrich-Winkel
Webpräsenz: www.oestrich-winkel.de
Bürgermeister: Paul Weimann (CDU)
Lage der Stadt Oestrich-Winkel im Rheingau-Taunus-Kreis
Lorch (Rheingau) Rüdesheim am Rhein Geisenheim Oestrich-Winkel Kiedrich Eltville am Rhein Walluf Schlangenbad Bad Schwalbach Heidenrod Aarbergen Hohenstein (Untertaunus) Taunusstein Hünstetten Idstein Niedernhausen Waldems Rheinland-Pfalz Wiesbaden Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Oestrich-Winkel ist eine Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen. Der Sitz der Stadtverwaltung liegt im Stadtteil Oestrich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Schnittpunkt 50. Breitengrad nördlich/8. Längengrad östlich liegt im Stadtteil Winkel.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Oestrich-Winkel grenzt im Westen an Geisenheim, im Norden an Lorch, Welterod (Rhein-Lahn-Kreis), Heidenrod und Schlangenbad und im Osten an Eltville am Rhein. Im Süden, jenseits des Rheins, liegt die Stadt Ingelheim am Rhein (Landkreis Mainz-Bingen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Oestrich-Winkel besteht aus den Stadtteilen Hallgarten, Mittelheim, Oestrich und Winkel.

Geschichte[Bearbeiten]

Das rund 12.000 Einwohner zählende Oestrich-Winkel entstand im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen am 1. Juli 1972 mit dem Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Mittelheim, Oestrich und Winkel unter Verleihung der Stadtrechte. Der Doppelname hatte schon vor der Stadtgründung eine lange Tradition als Name der einzigen Bahnstation im Stadtgebiet. Zum ersten Bürgermeister der Stadt wurde der letzte Bürgermeister von Winkel, Klaus Frietsch, gewählt, der nachmalige Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises. Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Hallgarten im Rahmen der Gebietsreform in Hessen nach Oestrich-Winkel eingegliedert.

Religionen[Bearbeiten]

Jeder der vier Stadtteile von Oestrich-Winkel hat je eine katholische Kirchengemeinde, die im Pastoralen Raum Oestrich-Winkel zusammengeschlossen sind. Die evangelischen Christen gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Oestrich-Winkel,[2] die 1891 gegründet wurde und zu der auch der Eltviller Stadtteil Hattenheim gehört.

In Oestrich gibt es einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas und in Mittelheim eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.[3]

Vom 19. Jahrhundert bestand bis in die Zeit des Nationalsozialismus eine Jüdische Gemeinde in Oestrich.[4] Der jüdische Friedhof oberhalb von Oestrich ist noch vorhanden.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[5]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
37,9 %
29,7 %
25,4 %
7,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,5 %p
+0,1 %p
+6,3 %p
-0,9 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,9 14 43,4 16 47,9 18
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,7 11 29,6 11 31,1 11
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 25,4 9 19,1 7 10,8 4
FDP Freie Demokratische Partei 7,0 3 7,9 3 4,3 2
FWG Freie Wählergemeinschaft 6,0 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 52,8 51,5 60,2
Bürgerzentrum und Rathaus der Stadt Oestrich-Winkel, erbaut im Jahr 2005

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der seit 1. September 1995 amtierende Bürgermeister Paul Weimann (CDU) trat nach drei Amtsperioden 2013 nicht mehr zur Wiederwahl an. Zu seinem Nachfolger gewählt wurde am 17. März 2013 in einer Stichwahl mit 51,3 Prozent der Stimmen der seitherige hauptamtliche Erste Stadtrat Michael Heil (CDU). Die Wahlbeteiligung betrug 56,2 Prozent. Er tritt sein Amt am 1. September 2013 an.[6]

Frühere Bürgermeister
  • 1989 bis 1995: Heinz-Dieter Mielke (SPD)
  • 1972 bis 1989: Klaus Frietsch (SPD)

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Oestrich-Winkel unterhält partnerschaftliche Beziehungen zum ungarischen Tokaj, zum französischen Denicé und zur 2./ Fernmeldebataillon 283 in Lahnstein.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stadtwappen von Oestrich-Winkel zeigt ein verkehrtes silbernes „Z“, beiderseits von einem goldenen Stern begleitet. Das „Z“ stellt eine Wolfsangel bzw. einen Doppelhaken dar, offenbar eine Darstellung aus der Verwendung zur Abwehr von Wölfen in früheren Zeiten. Das Wappen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es war vor der Stadtgründung seit 1965 Gemeindewappen von Mittelheim.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde am 6. Januar 1988 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

„Die Flagge der Stadt Oestrich-Winkel zeigt zwischen schmalen blauen, mit einem weißen Faden belegten Randstreifen auf breiter weißer Mittelbahn in der oberen Hälfte das aufgelegte Stadtwappen.“[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weinberge in Oestrich-Winkel mit Blick auf die Hallgarter Zange

Weinkultur[Bearbeiten]

Oestrich-Winkel ist geprägt vom Weinbau. Folgende Lagen werden bewirtschaftet:

  • Oestrich: Lenchen – Doosberg – Klosterberg – Pfaffenberg
  • Mittelheim: Edelmann – St. Nikolaus – Goldberg
  • Winkel: Dachsberg – Hasensprung – Gutenberg – Jesuitengarten – Bienengarten – Schloß Vollrads
  • Hallgarten: Jungfer – Würzgarten – Schönhell – Hendelberg – Mehrhölzchen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Vollrads: Wohnturm

Der Oestricher Kran, ein Wahrzeichen des Stadtteils Oestrich, ist ein ehemaliger Weinverladekran aus dem 18. Jahrhundert zum Be- und Entladen von Schiffen. 1745 fertiggestellt arbeitete er bis 1926. Im Inneren des Kranes befinden sich zwei Tret- oder Laufräder, in denen je zwei Männer durch ihre Körpermasse eine Seilwinde in Bewegung setzten, um damit die Schiffladung zu heben. Die Oestricher Pfarrkirche St. Martin gilt als älteste Kirche des Rheingaus.

An der nordöstlichen Gemeindegrenze nahe Hattenheim liegt Schloss Reichartshausen (gegründet im 12. Jahrhundert) mit seinen um 1900 als künstliche Ruine verkleideten Wirtschaftsgebäuden; es beherbergt heute die EBS Universität für Wirtschaft und Recht.

In Mittelheim findet sich eine der ältesten Steinkirchen Deutschlands, die St.-Aegidius-Basilika.

In Winkel steht das älteste erhaltene Steinhaus Deutschlands, das Graue Haus. Lange Zeit meinte man, dass Rabanus Maurus 856 dort wohnte und starb.
Schloss Vollrads mit seinem uralten Wasserturm gehört – 2 km nördlich von Winkel gelegen – ebenfalls zu den beachtenswerten Sehenswürdigkeiten.
In der Ortsmitte steht das Brentanohaus. Hier hat Goethe sich 1814 für einige Zeit als Gast der Frankfurter Bankiersfamilie Brentano aufgehalten. Kinder der Familie sind Clemens, Gunda und Bettina Brentano. Karoline von Günderrode, eine Freundin von Bettina, erstach sich 1806 hier in Winkel aus Liebeskummer und Lebensüberdruss am Rheinufer. In der Scheune gegenüber dem Brentano-Haus befindet sich seit 2003 das Kultur- und Eventhaus „Brentanoscheune“.

In der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Hallgarten ist die berühmte Hallgartener Madonna aus dem frühen 15. Jahrhundert zu besichtigen. Nördlich des Ortes steht auf der 580 m hohen Hallgarter Zange ein steinerner Aussichtsturm, der nicht mehr zugänglich ist.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen sind das Lenchenfest (zuletzt 2007),[8] der Dippemarkt, ein Weihnachtsmarkt und die Jazzwoche.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft und ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Oestrich-Winkel sind der Weinbau und der Tourismus bedeutend. Aufgrund eines tiefgreifenden Strukturwandels existieren heute im Stadtgebiet nur wenige Industrieunternehmen. Vorwiegend bestehen Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Ansässige Unternehmen mit überregionaler Bedeutung, sind der Kosmetikhersteller WILDE COSMETICS GmbH, die Koepp AG sowie die Lafarge Roof System Components GmbH & Co. KG, die im Bereich Kunststoffverarbeitung agiert.

Im Stadtgebiet bestanden im Jahr 2011, 1.931 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Der Dienstleistungsanteil lag bei 64,1 %.[9]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

EBS Universität für Wirtschaft und Recht (Business School), Blick auf den Campus vom Rheinufer aus

Oestrich-Winkel ist seit 1980 Sitz der EBS Universität für Wirtschaft und Recht und ist somit Universitätsstadt. Weitere Bildungseinrichtungen sind unter anderem die Reform-Schule-Rheingau (Hauptschule mit zehnter Jahrgangsstufe), die Rabanus-Maurus-Schule (Grundschule) und die Grundschule Hallgarten.

Verkehr[Bearbeiten]

Oestrich-Winkel liegt direkt an der Bundesstraße 42, die insbesondere Richtung Osten gut ausgebaut ist und bei Wiesbaden nahtlos in die A 66 übergeht. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Frankfurt am MainWiesbaden–Oestrich-Winkel–Koblenz und gehört zwischen Wiesbaden und Lorchhausen dem Rhein-Main-Verkehrsverbund analog zur Landesgrenze Hessen zu Rheinland-Pfalz an. Außerdem pendelt zwischen 6 und 21 Uhr im Winter und im Sommer von 6 bis 22 Uhr von Mittelheim eine Fähre über den Rhein nach Ingelheim, wo ein Anschluss an die A 60 besteht.

Radwanderwege[Bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Variante R3a des Hessischen Radfernweg R3 (Rhein-Main-Kinzig-Radweg). Der R3 führt unter dem Motto Auf den Spuren des Spätlesereiters. entlang von Rhein, Main und Kinzig über Fulda nach Tann in der Rhön. Auf dem ersten Teilstück bis Eltville führt die Variante R3a über die Rheingauer Riesling Route. Am Rheinufer verläuft der Rheinradweg, ein ca. 1.230 km langer Radfernweg, der durch fünf Staaten vom Quellgebiet des Rheins in den Schweizer Alpen am Oberalppass bis zur Mündung bei Rotterdam führt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Evangelische Kirchengemeinde Oestrich-Winkel
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.nak-wiesbaden.deGemeinde Oestrich-Winkel der Neuapostolischen Kirche
  4. Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Oestrich-Winkel
  7. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1988 Amtsblatt Nr. 4 Seite 242
  8. Wiesbadener Tagblatt vom 30. Juni 2011: Oestrich bekommt ein neues Fest. Winzer und Gastronomen laden Ende Juli auf Marktplatz ein Nach dem letzten traditionellen Lenchenfest im Jahr 2007 gehört Oestrich zu den wenigen Orten im Rheingau ohne eigenes Weinfest.
  9. http://www.standorte-in-hessen.de/hessische_kommunen/details.cfm?cfid=3589574&cftoken=35273989&kennzahl=439012&landkreis=&letter=O

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oestrich-Winkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Dokumente[Bearbeiten]