Oestrich-Winkel
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Rheingau-Taunus-Kreis | |
| Höhe: | 84 m ü. NN | |
| Fläche: | 59,53 km² | |
| Einwohner: |
11.381 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 191 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 65375 | |
| Vorwahl: | 06723 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RÜD | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 39 012 | |
| LOCODE: | DE OSW | |
| Stadtgliederung: | 4 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Paul-Gerhardt-Weg 1 65375 Oestrich-Winkel |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Paul Weimann (CDU) | |
| Lage der Stadt Oestrich-Winkel im Rheingau-Taunus-Kreis | ||
Oestrich-Winkel ist eine Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen. Der Sitz der Stadtverwaltung liegt im Stadtteil Oestrich.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Der Schnittpunkt 50. Breitengrad nördlich/8. Längengrad östlich liegt im Stadtteil Winkel.
Nachbargemeinden[Bearbeiten]
Oestrich-Winkel grenzt im Westen an Geisenheim, im Norden an Lorch, Welterod (Rhein-Lahn-Kreis), Heidenrod und Schlangenbad und im Osten an Eltville am Rhein. Im Süden, jenseits des Rheins, liegt die Stadt Ingelheim am Rhein (Landkreis Mainz-Bingen).
Stadtgliederung[Bearbeiten]
Das Stadtgebiet von Oestrich-Winkel besteht aus den Stadtteilen Hallgarten, Mittelheim, Oestrich und Winkel.
Geschichte[Bearbeiten]
Das rund 12.000 Einwohner zählende Oestrich-Winkel entstand im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen am 1. Juli 1972 mit dem Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Mittelheim, Oestrich und Winkel unter Verleihung der Stadtrechte. Der Doppelname hatte schon vor der Stadtgründung eine lange Tradition als Name der einzigen Bahnstation im Stadtgebiet. Zum ersten Bürgermeister der Stadt wurde der letzte Bürgermeister von Winkel, Klaus Frietsch, gewählt, der nachmalige Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises. Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Hallgarten im Rahmen der Gebietsreform in Hessen nach Oestrich-Winkel eingegliedert.
Religionen[Bearbeiten]
Jeder der vier Stadtteile von Oestrich-Winkel hat je eine katholische Kirchengemeinde, die im Pastoralen Raum Oestrich-Winkel zusammengeschlossen sind. Die evangelischen Christen gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Oestrich-Winkel,[2] die 1891 gegründet wurde und zu der auch der Eltviller Stadtteil Hattenheim gehört.
In Oestrich gibt es einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas und in Mittelheim eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.[3]
Vom 19. Jahrhundert bestand bis in die Zeit des Nationalsozialismus eine Jüdische Gemeinde in Oestrich.[4] Der jüdische Friedhof oberhalb von Oestrich ist noch vorhanden.
Politik[Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[5]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 37,9 | 14 | 43,4 | 16 | 47,9 | 18 | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 29,7 | 11 | 29,6 | 11 | 31,1 | 11 | |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 25,4 | 9 | 19,1 | 7 | 10,8 | 4 | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 7,0 | 3 | 7,9 | 3 | 4,3 | 2 | |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft | — | — | — | — | 6,0 | 2 | |
| Gesamt | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | ||
| Wahlbeteiligung in % | 52,8 | 51,5 | 60,2 | |||||
Bürgermeister[Bearbeiten]
Der seit 1. September 1995 amtierende Bürgermeister Paul Weimann (CDU) trat nach drei Amtsperioden 2013 nicht mehr zur Wiederwahl an. Zu seinem Nachfolger gewählt wurde am 17. März 2013 in einer Stichwahl mit 51,3 Prozent der Stimmen der seitherige hauptamtliche Erste Stadtrat Michael Heil (CDU). Die Wahlbeteiligung betrug 56,2 Prozent. Er tritt sein Amt am 1. September 2013 an.[6]
- Frühere Bürgermeister
- 1989 bis 1995: Heinz-Dieter Mielke (SPD)
- 1972 bis 1989: Klaus Frietsch (SPD)
Partnerschaften[Bearbeiten]
Die Stadt Oestrich-Winkel unterhält partnerschaftliche Beziehungen zum ungarischen Tokaj, zum französischen Denicé und zur 2./ Fernmeldebataillon 283 in Lahnstein.
Wappen[Bearbeiten]
Das Stadtwappen von Oestrich-Winkel zeigt ein verkehrtes silbernes „Z“, beiderseits von einem goldenen Stern begleitet. Das „Z“ stellt eine Wolfsangel bzw. einen Doppelhaken dar, offenbar eine Darstellung aus der Verwendung zur Abwehr von Wölfen in früheren Zeiten. Das Wappen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es war vor der Stadtgründung seit 1965 Gemeindewappen von Mittelheim.
Flagge[Bearbeiten]
Die Flagge wurde am 6. Januar 1988 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.
„Die Flagge der Stadt Oestrich-Winkel zeigt zwischen schmalen blauen, mit einem weißen Faden belegten Randstreifen auf breiter weißer Mittelbahn in der oberen Hälfte das aufgelegte Stadtwappen.“[7]
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Weinkultur[Bearbeiten]
Oestrich-Winkel ist geprägt vom Weinbau. Folgende Lagen werden bewirtschaftet:
- Oestrich: Lenchen – Doosberg – Klosterberg – Pfaffenberg
- Mittelheim: Edelmann – St. Nikolaus – Goldberg
- Winkel: Dachsberg – Hasensprung – Gutenberg – Jesuitengarten – Bienengarten – Schloß Vollrads
- Hallgarten: Jungfer – Würzgarten – Schönhell – Hendelberg – Mehrhölzchen
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Der Oestricher Kran, ein Wahrzeichen des Stadtteils Oestrich, ist ein ehemaliger Weinverladekran aus dem 18. Jahrhundert zum Be- und Entladen von Schiffen. 1745 fertiggestellt arbeitete er bis 1926. Im Inneren des Kranes befinden sich zwei Tret- oder Laufräder, in denen je zwei Männer durch ihre Körpermasse eine Seilwinde in Bewegung setzten, um damit die Schiffladung zu heben. Die Oestricher Pfarrkirche St. Martin gilt als älteste Kirche des Rheingaus.
An der nordöstlichen Gemeindegrenze nahe Hattenheim liegt Schloss Reichartshausen (gegründet im 12. Jahrhundert) mit seinen um 1900 als künstliche Ruine verkleideten Wirtschaftsgebäuden; es beherbergt heute die EBS Universität für Wirtschaft und Recht.
In Mittelheim findet sich eine der ältesten Steinkirchen Deutschlands, die St.-Aegidius-Basilika.
In Winkel steht das älteste erhaltene Steinhaus Deutschlands, das Graue Haus. Lange Zeit meinte man, dass Rabanus Maurus 856 dort wohnte und starb.
Schloss Vollrads mit seinem uralten Wasserturm gehört – 2 km nördlich von Winkel gelegen – ebenfalls zu den beachtenswerten Sehenswürdigkeiten.
In der Ortsmitte steht das Brentanohaus. Hier hat Goethe sich 1814 für einige Zeit als Gast der Frankfurter Bankiersfamilie Brentano aufgehalten. Kinder der Familie sind Clemens, Gunda und Bettina Brentano. Karoline von Günderrode, eine Freundin von Bettina, erstach sich 1806 hier in Winkel aus Liebeskummer und Lebensüberdruss am Rheinufer. In der Scheune gegenüber dem Brentano-Haus befindet sich seit 2003 das Kultur- und Eventhaus „Brentanoscheune“.
In der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Hallgarten ist die berühmte Hallgartener Madonna aus dem frühen 15. Jahrhundert zu besichtigen. Nördlich des Ortes steht auf der 580 m hohen Hallgarter Zange ein steinerner Aussichtsturm, der nicht mehr zugänglich ist.
Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]
Regelmäßige Veranstaltungen sind das Lenchenfest (zuletzt 2007),[8] der Dippemarkt, ein Weihnachtsmarkt und die Jazzwoche.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Wirtschaft und ansässige Unternehmen[Bearbeiten]
In Oestrich-Winkel sind der Weinbau und der Tourismus bedeutend. Aufgrund eines tiefgreifenden Strukturwandels existieren heute im Stadtgebiet nur wenige Industrieunternehmen. Vorwiegend bestehen Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Ansässige Unternehmen mit überregionaler Bedeutung, sind der Kosmetikhersteller WILDE COSMETICS GmbH, die Koepp AG sowie die Lafarge Roof System Components GmbH & Co. KG, die im Bereich Kunststoffverarbeitung agiert.
Im Stadtgebiet bestanden im Jahr 2011, 1.931 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Der Dienstleistungsanteil lag bei 64,1 %.[9]
Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]
Oestrich-Winkel ist seit 1980 Sitz der EBS Universität für Wirtschaft und Recht und ist somit Universitätsstadt. Weitere Bildungseinrichtungen sind unter anderem die Reform-Schule-Rheingau (Hauptschule mit zehnter Jahrgangsstufe), die Rabanus-Maurus-Schule (Grundschule) und die Grundschule Hallgarten.
Verkehr[Bearbeiten]
Oestrich-Winkel liegt direkt an der Bundesstraße 42, die insbesondere Richtung Osten gut ausgebaut ist und bei Wiesbaden nahtlos in die A 66 übergeht. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Wiesbaden–Oestrich-Winkel–Koblenz und gehört zwischen Wiesbaden und Lorchhausen dem Rhein-Main-Verkehrsverbund analog zur Landesgrenze Hessen zu Rheinland-Pfalz an. Außerdem pendelt zwischen 6 und 21 Uhr im Winter und im Sommer von 6 bis 22 Uhr von Mittelheim eine Fähre über den Rhein nach Ingelheim, wo ein Anschluss an die A 60 besteht.
Radwanderwege[Bearbeiten]
Durch den Ort verläuft die Variante R3a des Hessischen Radfernweg R3 (Rhein-Main-Kinzig-Radweg). Der R3 führt unter dem Motto Auf den Spuren des Spätlesereiters. entlang von Rhein, Main und Kinzig über Fulda nach Tann in der Rhön. Auf dem ersten Teilstück bis Eltville führt die Variante R3a über die Rheingauer Riesling Route. Am Rheinufer verläuft der Rheinradweg, ein ca. 1.230 km langer Radfernweg, der durch fünf Staaten vom Quellgebiet des Rheins in den Schweizer Alpen am Oberalppass bis zur Mündung bei Rotterdam führt.
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- 1467, Richard von Greiffenklau zu Vollrads, † 13. März 1531, Erzbischof und Kurfürst von Trier, wurde auf Schloss Vollrads geboren
- 1846, 22. Mai, Peter Spahn, † 31. August 1925 in Bad Wildungen, deutscher Politiker (ZENTRUM), MdR, MdL (Preußen), Preußischer Justizminister, wurde in Winkel geboren
- 1955, 8. März, Andreas Etienne, Schauspieler und Theaterleiter
Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Rabanus Maurus (um 78?–856), bedeutender karolingischer Gelehrter, starb in Winkel
- Karoline von Günderrode (1780–1806), Dichterin der Romantik, beging in Winkel Selbstmord
- Andreas Joseph Hofmann, Lehrer Metternichs, Revolutionär, Agent Frankreichs in London – und 1793 der erste Parlamentspräsident der deutschen Geschichte im Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Evangelische Kirchengemeinde Oestrich-Winkel
- ↑ Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv: Gemeinde Oestrich-Winkel der Neuapostolischen Kirche
- ↑ Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Oestrich-Winkel
- ↑ Staatsanzeiger für das Land Hessen 1988 Amtsblatt Nr. 4 Seite 242
- ↑ Wiesbadener Tagblatt vom 30. Juni 2011: Oestrich bekommt ein neues Fest. Winzer und Gastronomen laden Ende Juli auf Marktplatz ein Nach dem letzten traditionellen Lenchenfest im Jahr 2007 gehört Oestrich zu den wenigen Orten im Rheingau ohne eigenes Weinfest.
- ↑ http://www.standorte-in-hessen.de/hessische_kommunen/details.cfm?cfid=3589574&cftoken=35273989&kennzahl=439012&landkreis=&letter=O
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website der Stadt Oestrich-Winkel
- Historisches Ortslexikon
- Links zum Thema Oestrich-Winkel im Open Directory Project
- Literatur von und über Oestrich-Winkel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Dokumente[Bearbeiten]
- Bild von Oestrich aus J.F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F.C. Vogels Panorama des Rheins, Bilder des rechten und linken Rheinufers, Lithographische Anstalt F.C. Vogel, Frankfurt 1833
- Bild von Mittelheim aus J.F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F.C. Vogels Panorama des Rheins, Bilder des rechten und linken Rheinufers, Lithographische Anstalt F.C. Vogel, Frankfurt 1833
Aarbergen | Bad Schwalbach | Eltville am Rhein | Geisenheim | Heidenrod | Hohenstein | Hünstetten | Idstein | Kiedrich | Lorch | Niedernhausen | Oestrich-Winkel | Rüdesheim am Rhein | Schlangenbad | Taunusstein | Waldems | Walluf
