Offa (Angeln)

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Offa war ein legendärer König der Angeln.

Darstellung aus dem 13. Jahrhundert

Versionen seiner heroischen Tat werden von den dänischen Historiographen Saxo Grammaticus und Sven Aagesen, von einer englischen Lebensbeschreibung eines Mönchs von St. Albans (Vitae duorum Offarum, um 1200) und in dem altenglischen Gedicht Widsith berichtet.

In der dänischen Sage ist Offa stumm bis zu seinem 30. Lebensjahr. Als Reaktion auf den unrechtmäßigen Thronanspruch des sächsischen Königs gegen seinen alternden und blinden Vater erlangt Offa die Sprache wieder, erschlägt allein mit dem magischen Schwert Skræp den Sohn und einen Krieger des Herausforderers auf einer Insel in der Eider und rettet so die dänische Unabhängigkeit.

Die englische Fassung nennt Offa den Sohn Wermunds, König der Westangeln im englischen Warwick. Offa ist blind bis zum Alter von sieben Jahren, stumm bis zum Alter von 30. Durch ein Wunder geheilt, verteidigt er die Herrschaft gegen zwei Usurpatoren.

Der Widsith (V. 35-44) erwähnt als erinnerswerte Heldentat des jungen Angelnherrschers Offa in seiner Konkurrenz mit dem Dänen Alewih, er habe gegen die Myrgingas allein mit dem Schwert ein großes Königreich am Fifeldor (traditionell identifiziert mit der Eider) erkämpft und so den Grenzverlauf zwischen Angeln und Sueben (Swaefe) festgelegt.

Nach einer angelsächsischen (mercischen) Chronik galt er als Vorfahr des Königs Offa von Mercien. Dort wird eine Genealogie Waermund - Offa - Angeltheow - Eomer aufgeführt.

In unklarem Kontext ist ein Offa auch in dem angelsächsischen Heldenepos von Beowulf erwähnt (V. 1944-1962); es ist nicht ganz sicher, ob damit dieselbe Sagenfigur gemeint war.

Spätere Rezeption[Bearbeiten]

Im Zuge des aufkommenden Nationalismus ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Offa, auf dänisch Uffe hin Spage genannt, zu einer Art dänischem Nationalhelden hochstilisiert, der sein Land gegen einen übermächtigen Gegner aus dem Süden (nämlich Deutschland) gerettet habe.

Die 1935 gegründete dänische Schule in Tönning heißt nach dem sagenhaften Königssohn Uffe-Skolen.

Weblinks[Bearbeiten]