Offene Spiele

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Solid white.svg a b c d e f g h Solid white.svg
8 a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8 8
7 a7 b7 c7 d7 e7 f7 g7 h7 7
6 a6 b6 c6 d6 e6 f6 g6 h6 6
5 a5 b5 c5 d5 e5 f5 g5 h5 5
4 a4 b4 c4 d4 e4 f4 g4 h4 4
3 a3 b3 c3 d3 e3 f3 g3 h3 3
2 a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2 2
1 a1 b1 c1 d1 e1 f1 g1 h1 1
a b c d e f g h
Die Offenen Spiele werden eingeleitet mit 1. e2-e4 e7-e5

Ein Offenes Spiel im Schach beginnt mit dem Eröffnungszug 1. e2-e4, gefolgt vom schwarzen Antwortzug 1. … e7-e5.

In den ECO-Codes sind die Offenen Spiele unter den Schlüsseln C20 bis C99 klassifiziert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Offenen Spiele zählen zu den ältesten Eröffnungen des Schachspiels. Bereits 1561 erschien ein Werk des spanischen Mönchs Ruy López de Segura, in dem er Erklärungen zu einigen der auch heute noch beliebten Eröffnungen, beispielsweise der Spanischen Partie, liefert. Obwohl auch bereits zahlreiche andere Eröffnungszüge analysiert und auch erprobt waren, begann doch die überwiegende Mehrzahl der Partien mit diesen Zügen, ja während der romantischen Ära des Schachs im 19. Jahrhundert galt eine andere Eröffnungskombination geradezu als unehrenhaft. Mit dem Aufkommen der sogenannten „Hypermodernen Schachschule“ begann ein Boom von Eröffnungen wie der Sizilianischen Verteidigung oder verschiedener „indischer“ Systeme, sodass das klassische 1. e2-e4 e7-e5 viel von seiner einstigen Popularität verlor. Allerdings hat sich dieser Partiebeginn über all die Jahre immer eine gewisse Anzahl Anhänger erhalten können und auch noch im heutigen Weltklasseschach ist 1. … e7-e5, meistens in Verbindung mit der Spanischen Eröffnung, die nach 2. Sg1-f3 Sb8-c6 3. Lf1-b5 entsteht, nach der Sizilianischen Verteidigung (1. … c7-c5) die am häufigsten gewählte Antwort auf 1. e2-e4.

Es empfiehlt sich für Anfänger, die Schachkunst mit den offenen Spielen zu erlernen, da – mit Ausnahmen – die offenen Spiele einen besonders einfachen Zugang zu grundlegenden Strategien des Schachs ermöglichen. Auch elementare taktische Wendungen wie die Fesselung (ein Grundelement z. B. der Spanischen Partie) können in den offenen Spielen sehr leicht kennengelernt werden – zum Nutzen oder Schaden.

Die Grunderöffnungen[Bearbeiten]

Die folgenden Eröffnungen sind die häufigsten Antworten auf schwarzes e7-e5. Sie geben Weiß die Möglichkeit eines aktiven Spiels:

  • Königsspringerspiel: 2. Sg1-f3 Der mit Abstand am häufigsten gespielte Zug.
  • Königsgambit: 2. f2-f4 Zur Zeit Ruy Lopez' war dies die populärste Methode, inzwischen ist sie auf Großmeisterturnieren nur noch selten anzutreffen, da sie ein gewisses Risiko mit sich bringt. Einige erstklassige Schachspieler (z.B. der ehemalige Weltmeister Boris Spasski) sind dem Königsgambit jedoch in Treue verbunden.
  • Läuferspiel: 2. Lf1-c4
  • Mittelgambit: 2. d2-d4
  • Wiener Partie: 2. Sb1-c3

Aufgrund des Anzugvorteils des Weißen sind neben diesen Antworten auch beinah alle anderen legalen Züge möglich. Sie sind jedoch fast nie anzutreffen, da sie oftmals nur einen Tempoverlust bedeuten. Antwortet Weiß beispielsweise mit einem 'indifferenten' Zug wie a2-a3, so könnte Schwarz mit Sg8-f6 fortsetzen und übernimmt damit im Prinzip das Anzugsrecht des Weißen.

Bekannte Varianten[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Varianten stellen allesamt erprobte Eröffnungsfortsetzungen dar. Die Wahl aus diesen Systemen hängt vom eigenen Geschmack ab. Die häufigsten Partien werden heutzutage auf Großmeisterniveau mit der Spanischen Partie, der Russischen Verteidigung, der Schottischen Partie oder – etwas seltener – der Philidor-Verteidigung gespielt, andere Systeme sind eher in unteren Spielklassen oder historischen Partien zu finden.

Unregelmäßige Eröffnungen mit 1. e2-e4 e7-e5[Bearbeiten]

Weniger gebräuchliche bzw. wenig erfolgversprechende Fortsetzungen von 1. e2-e4 e7-e5 sind

Die übrigen zweiten Züge von Weiß haben keinen eigenständigen Charakter. Möglichkeiten wie 2. a2-a3 oder Randspringerzüge sind harmlos und erlauben es dem Schwarzen, die Stellung schnell auszugleichen, da Weiß auf seinen Anzugsvorteil verzichtet und keine unmittelbare Drohungen aufstellt.

Siehe auch[Bearbeiten]