Offizierskasino

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Als Offizierskasino,[1] in der deutschen militärischen Fachsprache ohne Fugen-s auch Offizierkasino, werden die Offiziersheime bzw. Offiziersmessen[2] des Militärs bezeichnet, in denen die Speise- und Aufenthaltsräumlichkeiten des Führungspersonals betrieben werden. Neben den Räumlichkeiten für das Offizierskorps gibt es für die Unteroffiziere die bisweilen als Unteroffizierskasino bezeichneten Unteroffiziersheime bzw. Unteroffiziersmessen.

Grundlagen[Bearbeiten]

Das Offizierskasino bzw. Offiziersheim ist eine Betreuungseinrichtung, zu der außer dem Personal nur Offiziere und vergleichbare Staatsbedienstete sowie Gäste Zutritt haben.

Messe ist ursprünglich der Speiseraum auf Schiffen, Kasino in italienischer Tradition eine gute Kantine. Durch die britische Tradition des Offiziersclubs fallen die beiden Begrifflichkeiten des Speise- und Aufenthaltsraumes im Deutschen zusammen.

Das Offiziersheim hat über einen Kantinenbereich hinaus normalerweise noch Lese- oder Fernsehräume. An großen Standorten sind manchmal auch Unterkünfte oder Gästezimmer vorhanden.

Die Ordonnanzen (Bedienung) werden gewöhnlich durch Soldaten gestellt, die Reinigung der Küche wird gelegentlich auch zivilen Angestellten übertragen. Je nach Größe des Offizierskorps werden auch hauptamtliche (zivile) Geschäftsführer und/oder Köche angestellt.

Da der Zutritt grundsätzlich nur auf den „berechtigten Personenkreis“ beschränkt ist, gehören häufig auch zivile Veranstaltungen oder Vorträge zu den Ausnahmen. Ebenso sind zivile/militärische Feierlichkeiten, Hochzeiten, Verabschiedungen oder Bälle häufige Veranstaltungen.

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Nationales[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Bei der Bundeswehr werden diese Einrichtungen als Offizierheime (ohne Fugen-S) bezeichnet, in der DDR wurde das Fugen-S verwendet. Umgangssprachlich werden sie von Soldaten häufig auch (unkorrekt) nach dem Trägerverein OHG (Offizierheimgesellschaft) genannt. Zutritt haben nur Offiziere, vergleichbare zivile Beamte und Angestellte des Bundes und der Länder (z. B. Polizei) und deren Gäste. Ähnliche Einrichtungen sind auch für die Laufbahngruppen der Unteroffiziere (Unteroffizierheim/Unteroffizierheimgesellschaft UHG) und der Mannschaften (Mannschaftsheim), hier häufig durch einen Pächter betrieben, vorhanden.

Die Preise für Essen und Getränke sind sehr günstig, da die Offiziere eines Standortes sich zum Zwecke der Bewirtschaftung zu einem zivilrechtlichen Verein ohne Gewinnerzielungsabsicht zusammenschließen und kaum ziviles Personal angestellt wird. In manchen Offizierheimgesellschaften wird daher auf Mitgliedsbeiträge verzichtet.

Aus Kostengründen werden in den letzten Jahren häufig auch Offizierheime mit den örtlichen Unteroffizierheimen zusammengelegt oder zumindest mit einer gemeinsamen Küche ausgestattet.

Bei der Deutschen Marine werden Einrichtungen mit der gleichen Funktion Offiziermesse genannt.

Andere Streitkräfte[Bearbeiten]

Bei den britischen und niederländischen Streitkräften werden diese auch als Messe bezeichnet. Die dort tätigen Soldaten im Service werden Pantry genannt.

In Österreich werden die Kellner als Ordonnanz bezeichnet. Sie sind in der Regel Rekruten bzw. Gefreite, die den 6 Monate andauernden Wehrdienst ableisten. Die Offiziere, Unteroffiziere, Chargen und Rekruten haben jeweils getrennte Räumlichkeiten. Für die Offiziere und Gäste gibt es das Offizierskasino, auch "Kasino" genannt, für Unteroffiziere die Unteroffiziersmesse, auch kurz als Messe bezeichnet, und für die Rekruten und Chargen gibt es das Soldatenheim, umgangssprachlich "Soldheim" bezeichnet.

Im französischen Heer sind die Offizierskasinos normalerweise mit den Betreuungseinrichtungen der Unteroffiziere zu einem „cercle mixte“ verbunden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Offizierskasinos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizierskasino, das. In: Duden, abgerufen am 2. Dezember 2012.
  2. Offiziersmesse, die. In: Duden, abgerufen am 31. Dezember 2012.