Offshore Powerboat Racing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Class1-Offshoreboot in voller Fahrt

Das Offshore Powerboat Racing ist ein Motorbootsport, bei dem in Küstennähe auf offener See, manchmal auch auf großen Binnengewässern, Langstreckenrennen gefahren werden. An Bord sind mindestens zwei Personen, einer kümmert sich um die Navigation, damit das Boot auf möglichst kurzem Weg die nächste Wendeboje erreicht. Die Regeln hierfür legt der Weltdachverband Union Internationale Motonautique (UIM) fest.

Ohne Sponsoren für Rennen und Teams geht es, vor allem durch den finanziellen Aufwand bei größeren Klassen, nicht. Wer ein entsprechendes Team finanziert, sitzt nicht selten beim Rennen mit an Bord.

Klassen und Boote[Bearbeiten]

Es gibt im Offshore-Rennsport verschiedenen Klassen, die sich bezüglich Größe der Boote und Motorisierung unterscheiden. Die größten und am stärksten motorisierten Boote sind die der „Class 1“, die einen maximalen Hubraum von 16 Litern (bei Benzinmotoren ohne Turbolader) haben dürfen. Die Katamarane haben eine Länge von ca. 12–14 Meter und Motoren mit bis zu 735 kW pro Schraube. Gefahren werden hier Streckenlängen von 100 bis 105 nautischen Meilen (ca. 180 km). In der kleinsten Klasse mit Außenbordmotoren von maximal 1000 cm³ ist die Streckenlänge kürzer.

In bestimmten Serien, z. B. der „Powerboat P1“ oder der „Honda Formula 4-Stroke“ werden nur Boote vom Typ Dreikantfeile eingesetzt.

Meisterschaften[Bearbeiten]

Die Class 1 fährt eine Weltmeisterschaftsserie mit ca. 8 Veranstaltungen je Jahr. 2008 waren dies Rennen in: Doha (Katar), Budva (Montenegro), Moskau (Russland), Arendal (Norwegen), Constanta (Rumänien), Porto Marina (Ägypten) und zweimal Dubai (VAE).

Kleinere Klassen, z. B. die „Class 3A“ (bis 1000 cm³), tragen Welt- oder Europameisterschaften in zwei oder drei Rennläufen an einem (verlängerten) Wochenende aus.

Geschichte[Bearbeiten]

Gerüchten zufolge ist der Offshore-Rennsport entstanden, weil sich Schmuggler Ende der 40er Jahre immer schnellere, hochseefähige Boote bauten, um Zigarren von Kuba in die USA zu „importieren“.

Tatsächlich gibt es aber Zeitungsberichte, dass schon 1904 etwa 20 Boote zu einem Rennen über 22 Seemeilen von Dover nach Calais antraten. Es gewann das ca. 11 Meter lange Boot „Mercedes IV“ mit einem 59 kW (80 PS) Daimler-Motor. 1921 stellte der rennbesessene Amerikaner Gar Wood einen Geschwindigkeits-Rekord für die Strecke Miami–New York auf, der 41 Jahre lang nicht überboten wurde.

Mit den Rennen „Miami - Nassau“ (1956), „Cowes - Torquay - Cowes“ (1961) und „Viareggio - Bastia - Viareggio“ (1962) blühte der Offshore-Rennsport weltweit auf. Ab 1964 gab es die „Sam Griffith Trophy“ als inoffizielle Weltmeisterschaft, ab 1977 wurde daraus eine offizielle U.I.M.-Weltmeisterschaft.

Bekannte Piloten:

Weblinks[Bearbeiten]