Offstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Offstein
Offstein
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Offstein hervorgehoben
49.6061111111118.2380555555556118Koordinaten: 49° 36′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Monsheim
Höhe: 118 m ü. NHN
Fläche: 5,64 km²
Einwohner: 1820 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 323 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67591
Vorwahl: 06243
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 054
Adresse der Verbandsverwaltung: Alzeyer Straße 15
67590 Monsheim
Webpräsenz: www.offstein.de
Ortsbürgermeister: Robert Kuhn
Lage der Ortsgemeinde Offstein im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Offstein in Rheinhessen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Monsheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Offstein liegt im südlichen Rheinhessen und im westlichen Bereich des Oberrheingrabens. Der Eisbach, ein linksrheinischer Nebenfluss, verläuft durch den südlichen Teil der Ortsgemeinde. Die Siedlungsform kommt einem Haufendorf gleich. Durch die geschützte Lee-Seite der umliegenden Mittelgebirge wird ein mildes und arides Klima begünstigt. Ein hoher Lössgehalt sowie eine hohe natürliche Ertragsfähigkeit der Böden ermöglichen ein hohes Ertragspotenzial in der Landwirtschaft.

Zu Offstein gehören auch die Wohnplätze Rosengartenmühle und Stegmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Hinweise über die ersten sesshaften Bewohner Offsteins liefern Grabfunde, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Auch keltische und germanische Ausgrabungen bezeugen eine Besiedlung vor der Römerzeit. Das Wissen der Römer bezüglich des Weinbaus und des Baus von Steinhäusern wurde von den aufstrebenden Franken ab Ende des 5. Jahrhunderts übernommen. Aus dieser Zeit stammt auch die Herkunft des Namens „Offstein“, welcher sich auf den Familienname einer ansässigen Familie „zu Offenstein“ bezieht.

Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr der Ort mit dem Lorscher Codex zwischen den Jahren 766 und 768, der den Geländetausch zwischen dem damaligen Bischof von Metz und dem Kloster Lorsch bezeugt. Mehrere Besitzschenkungen schlossen sich in der Folgezeit an. Das mittelalterliche Lehnswesen wurde von 1359 bis 1661 von den Junkern von Oberstein bestimmt, die in der Burg Oberstein residierten. Nach einer erneuten Lehnszeit fiel mehr und mehr Grund an die Ortsbewohner.[3]

Mit der Aufteilung der Kurpfalz in der Franzosenzeit wurde Offstein 1798 bis 1814 dem Kanton Pfeddersheim im Département Donnersberg angegliedert. 1815 wurde es dem Großherzogtum Hessen zugeordnet. Mit dem Zusammenschluss der Kantone Pfeddersheim, Osthofen und Worms nach der französischen Besetzung wurde die Ortschaft im Jahr 1835 Teil des Kreises Worms. Seit 1972 gehört Offstein der damals neu gebildeten Verbandsgemeinde Monsheim an.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Offstein besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[5]

Wahl SPD GfO FWG Gesamt
2009 7 9 16 Sitze
2004 6 6 4 16 Sitze
1999 6 7 3 16 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

  • 1945–1969 Johann Peter Schneider (SPD)
  • 1969–1975 Willy Schneider (SPD)
  • 1975–1994 Otto Bergner (SPD)
  • 1994–heute Robert Kuhn (parteilos)[7]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Schwarz eine silberne Waage.

Ehemaliger Bahnhof Offstein mit stillgelegten Gleisen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im benachbarten, zur Gemeinde Obrigheim gehörenden Weiler Neuoffstein befindet sich das Südzucker-Werk Offstein, welches der wichtigste Arbeitgeber für Offstein ist.

Durch Offstein verlief die Bahnstrecke Worms–Grünstadt. Der Güterverkehr nach Offstein wurde 1998 eingestellt und die Strecke in diesem Abschnitt stillgelegt. Eine Busverbindung in südwestlicher bzw. nordöstlicher Richtung besteht über die Linie 451 Grünstadt–Worms. Die A61 liegt nur wenige Autominuten entfernt. Die Versorgung mit elektrischem Strom begann im Jahr 1900, welche der Installation einer Anlage in der Stegmühle im Westen Offsteins zu verdanken ist. Neun Jahre später erfolgte der Anschluss an das Seebachgebiet Osthofen über eine neu verlegt Wasserleitung, die der Trinkwasserversorgung diente. Die bis ins beginnende 20. Jahrhundert verwendeten Dorfbrunnen wurden dadurch kontinuierlich ersetzt.[6]

Söhne und Töchter von Offstein[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gemeinde Offstein (Hrsg.): 771-1971. 1200 Jahre Offstein. Aus der Geschichte der Gemeinde. Grünstadt 1971.
  •  Kath Pfarramt St. Martinus Offstein (Hrsg.): Festschrift 800 Jahre Pfarrei St. Martinus Offstein, 230 Jahre Martins-Kirche Offstein. 1212 - 1782 - 2012. Offstein 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Offstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 85 (PDF; 2,3 MB)
  3. Ortsgeschichte bei www.offstein.de
  4. Helmut Zorn, 1200 Jahre Offstein – Aus der Geschichte der Gemeinde. Grünstadt 1971, S. 37–40, 77–82 und 119–122
  5. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  6. Helmut Zorn, 1200 Jahre Offstein – Aus der Geschichte der Gemeinde. Grünstadt 1971, S. 127f.