Ogasawara-guntō

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Ogasawara-guntō (Bonininseln)
Satellitenbild der Inselgruppe
Satellitenbild der Inselgruppe
Gewässer Pazifischer Ozean
Geographische Lage 27° 10′ N, 142° 12′ O27.166666666667142.2Koordinaten: 27° 10′ N, 142° 12′ O
Ogasawara-guntō (Bonininseln) (Japan)
Ogasawara-guntō (Bonininseln)
Anzahl der Inseln 41
Hauptinsel Chichi-jima und Haha-jima
Gesamtfläche 73 km²
Einwohner 2821 (2009)

Ogasawara-guntō (jap. 小笠原群島, dt. „Ogasawara-Inselgruppe“), auch Bonininseln, ist eine japanische Inselgruppe, die etwa 1000 Kilometer südöstlich der japanischen Hauptinsel Honshū liegt und sich südlich an die Izu-Inseln anschließt.

Der Name Bonininseln ist eine Ableitung französischer Kartographen aus dem japanischen munin (deutsch: „ohne Menschen“) = „Niemandsinseln“. Die Inselkette gehört zur Gemeinde Ogasawara, der einzigen Gemeinde der gleichnamigen Unterpräfektur innerhalb der Präfektur Tokio. Die Gesamtheit der zu dieser Gemeinde gehörigen Inseln sind auch unter der Sammelbezeichnung Ogasawara-Inseln (jap. Ogasawara-shotō) bekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Entdeckt wurden die Bonininseln (genauer die südliche Hahajima-Inselkette) vermutlich am 2. Oktober 1543 von dem spanischen Seefahrer Bernardo de la Torre, der sie Forfana nannte. Der erste japanische Kontakt mit den Inseln datiert von 1670, während die vermeintliche Entdeckung von 1543 sich nicht nachweisen lässt.

Die holländischen Seefahrer Quast und Tasman sichteten die Bonininseln 1639. Sie nannten sie Gracht, was angesichts der äußeren Form auch passend erscheint. Die Inselgruppe besteht aus drei Gruppen, die durch tiefe Kanäle getrennt sind und sich über insgesamt etwa 73 km² erstrecken. Die Inseln als solche sind allesamt klein und eignen sich trotz der vielen steilen Berge für die landwirtschaftliche Nutzung in den grünen Tälern.

Anfangs unbewohnt, entstand um 1830 eine kleine Siedlung von Seeleuten und Hawaiianern auf der Peelsinsel. Diese Siedlung diente hauptsächlich zur Versorgung der Walfänger mit Lebensmitteln. Ab 1876 wurde die Inselgruppe Teil des japanisches Staatsgebietes. Nach der Kapitulation Japans im August 1945 wurden die Bonininseln bis zu ihrer Rückgabe an Japan im Juni 1968 von den Vereinigten Staaten verwaltet.

Geographie[Bearbeiten]

Ogasawara-guntō besteht aus folgenden Inselketten und Inseln mit einer gesamten Landfläche von 73 km², jeweils geordnet von nach Nord nach Süd und West nach Ost (Felsen (iwa) sind bis auf Ausnahmen nicht aufgeführt):[1]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten des Abschnitts Geographie: OSM, Google oder Bing

Chichi-jima und Haha-jima sind die einzigen bewohnten Inseln, mit einer Bevölkerung von rund 2000 bzw. 440. Bis zum Zweiten Weltkrieg war auch Muko-jima bewohnt, 1939 mit einer Bevölkerung von 46[2]. Auf den Inseln werden Zuckerrohr, Ananas, Bananen und versuchsweise in den 1980er-Jahren, Kaffee angebaut. Des Weiteren gibt es Edelhölzer; insbesondere Zedern-, Buchen-, Buchsbaum-, Rosen- und Sandelholz werden exportiert.

Heute zählen die Inseln zu den isoliertesten Teilen Japans, denn sie sind nur mit einer 24-stündigen Schifffahrt erreichbar. Die Linienschiffe legen zweimal in der Woche in Tokio ab. Von der japanischen Bauindustrie und von Politikern wird seit längerem der Bau eines Flughafens gefordert, dem die einheimische Bevölkerung aber skeptisch gegenübersteht.

Gelegentlich wird die 130 km westlich von Chichi-jima relativ isoliert gelegene kleine Insel Nishinoshima (27° 15′ N, 140° 52′ O27.246944444444140.87444444444), auch Rosario Island genannt, zu den Bonininseln gerechnet. Dies ist geographisch nicht korrekt, da diese Insel durch den mehr als 4000 Meter tiefen Ogasawara-Trog von den Bonininseln getrennt ist und auf der gleichen untermeerischen Schwelle wie die weiter südlich gelegene Inselkette Kazan-rettō liegt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ogasawara guntō – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Hyman Kublin: The Bonin Islands, 1543–1875. Harvard University, Cambridge 1947 (PhD thesis)
  • Nobuo Muroga, : Geographical exploration by the Japanese. In: Herman R. Friis (Hrsg.): The Pacific Basin. A history of its geographical exploration. New York 1967

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format7 章 エリア別計画. Dorf Ogasawara, abgerufen am 20. Juni 2009 (japanisch, ergänzt mit Yahoo Maps).
  2. Neal M. Bowers: The Mariana, Volcano, and Bonin Islands, in Otis W. Freeman, Geography of the Pacific, 1951, page 233