Neresheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neresheim
Neresheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neresheim hervorgehoben
48.75416666666710.334444444444503Koordinaten: 48° 45′ N, 10° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 503 m ü. NHN
Fläche: 118,56 km²
Einwohner: 7857 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 73450,
73441 (Hohenlohe)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07326, Elchingen 07367Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 045
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 20
73450 Neresheim
Webpräsenz: www.neresheim.de
Bürgermeister: Gerd Dannenmann
Lage der Stadt Neresheim im Ostalbkreis
Schwäbisch Gmünd Landkreis Heidenheim Landkreis Schwäbisch Hall Rems-Murr-Kreis Landkreis Göppingen Aalen Abtsgmünd Adelmannsfelden Bartholomä Böbingen an der Rems Bopfingen Durlangen Ellenberg (Württemberg) Ellwangen (Jagst) Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) Essingen (Württemberg) Göggingen (Württemberg) Gschwend Heubach Heuchlingen Hüttlingen (Württemberg) Hüttlingen (Württemberg) Iggingen Jagstzell Kirchheim am Ries Lauchheim Leinzell Lorch (Württemberg) Mögglingen Mutlangen Neresheim Neuler Obergröningen Oberkochen Rainau Riesbürg Riesbürg Rosenberg (Württemberg) Ruppertshofen (Ostalbkreis) Schechingen Schwäbisch Gmünd Spraitbach Stödtlen Täferrot Tannhausen Tannhausen Unterschneidheim Waldstetten (Ostalbkreis) Waldstetten (Ostalbkreis) Westhausen (Württemberg) Wört BayernKarte
Über dieses Bild
Gesamtansicht mit Blick auf die Benediktinerabtei
Hauptstraße mit Rathaus

Neresheim ist eine Stadt im Ostalbkreis im Osten von Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Neresheim liegt im Herzen des Härtsfelds, zwischen Aalen und Nördlingen im östlichsten Teil der Schwäbischen Alb. In und nahe Neresheim entspringt in mehreren Quellen das Flüsschen Egau, das nach etwa 40 km bei Dillingen in die Donau fließt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Norden an die Stadt Bopfingen und die Gemeinde Riesbürg, im Osten an die bayerischen Gemeinden Nördlingen, Ederheim und Forheim, im Süden an Dischingen, Nattheim und die Stadt Heidenheim an der Brenz, alle drei im Landkreis Heidenheim, und im Westen an die Kreisstadt Aalen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Neresheim gehören folgende ehemals selbstständigen Gemeinden mit ihren damaligen Ortsteilen (22 Stück):[2]

  • Dorfmerkingen mit den Weilern Dossingen, Hohenlohe und Weilermerkingen und den Höfen Hölzleshof und Schlosshof
  • Elchingen
  • Kösingen mit dem Weiler Hohlenstein und dem Gehöft Fluertshäuserhof
  • Neresheim mit den Weilern Schloss Neresheim und Stetten, den Höfen Eichplatte, Gallusmühle, Lichshöfe, Sägmühle und Steinmühle und dem Haus Härtsfeldwerke
  • Ohmenheim mit dem Weiler Dehlingen
  • Schweindorf mit dem Weiler Mörtingen

Abgegangene Ortschaften, gruppiert nach der ehemaligen Gemeinde, auf deren Gebiet sie lagen, sind:[2]

  • Elchingen: Lebern
  • Neresheim: Eschenbach und Marterfelden (?)
  • Ohmenheim: Fartesheim, Echenwanc, Hecelesberc, Adellohesberc, Buch, Mittel- oder Michelstetten und Sommerhof

Geschichte[Bearbeiten]

Obwohl die Gegend schon viel früher besiedelt war, wurde Neresheim erstmals 1095 in einem Schenkungsbrief genannt und 1350 zur „Statt“ erhoben. 1634, während der Blutnacht von Neresheim im Dreißigjährigen Krieg, zählte Neresheim nur noch 250 Einwohner. Die Stadt erholte und entwickelte sich dann wieder. 1796 besetzten französische Truppen Neresheim. Eine Nennung der Stadt in der Inschrift am Triumphbogen in Paris bezieht sich auf die Schlacht bei Neresheim von 1796.

Nach einer vierjährigen Zugehörigkeit zu Bayern kam Neresheim 1810 als Königlich Württembergisches Oberamt Neresheim mit den entsprechenden Einrichtungen, wie Amtsgericht und Gefängnis, später auch Krankenhaus und Oberschule, zu Württemberg. Das Oberamt bestand bis 1938, als Neresheim dem neu gebildeten Landkreis Aalen zugeordnet wurde.

T33 der Härtsfeldbahn

1900 begann der Bau der Härtsfeldbahn zwischen Aalen und Dillingen mit Neresheim als Betriebsmittelpunkt. Die Bahn war eine Schmalspurbahn (Meterspur) und diente neben dem Personenverkehr hauptsächlich dem Holztransport aus den Neresheim umgebenden Thurn und Taxis’schen Wäldern sowie dem Kalksteintransport aus den Steinbrüchen. Der Bahnbetrieb wurde 1972 eingestellt; ein Abschnitt wurde 2001 als Museumsbahn wiedereröffnet.

1945 zählte der Hauptort mit überwiegend bäuerlicher Struktur rund 900 Einwohner und musste etwa ebenso viele Flüchtlinge aufnehmen.

Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. Januar 1971 die Gemeinden Schweindorf und Kösingen, am 1. März 1972 die Gemeinde Dorfmerkingen, am 1. Mai 1972 die Gemeinde Elchingen auf dem Härtsfeld und am 1. Januar 1975 die Gemeinde Ohmenheim eingemeindet.

Religionen[Bearbeiten]

Neresheim ist stark im katholischen Glauben verwurzelt und durch die Benediktinerabtei geprägt. Trotzdem gab es einige wenige, hauptsächlich als Beamte des Oberamtes zugewanderte evangelische Familien, die zuerst energisch erkämpft im Rathaus – das deswegen einen Turm hat – und später im Haus Franzke (heute Zuckermann) einen eigenen Betsaal hatten. Der Hauptort hat zudem noch zwei katholische Kirchenbauten mit den typischen Zwiebeltürmen. Bis Anfang der 1970er Jahre war es üblich, dass der katholische Stadtpfarrer bei Haus- oder Krankenbesuchen nur Brevier betend durch den Ort ging und von den männlichen Passanten ehrfürchtig durch Abnehmen des Hutes oder der Mütze und von den Frauen durch Kniebeuge und Kreuzzeichen gegrüßt wurde. Auch die Teilorte haben eigene katholische Kirchen und stark im Glauben verwurzelte Gemeinden. Sie gehören alle dem Dekanat Ostalb der Diözese Rottenburg-Stuttgart an. Eine Ausnahme macht der Teilort Schweindorf, der, ursprünglich zum evangelischen Nördlingen gehörend, schon immer eine evangelische Insel auf dem Härtsfeld mit eigener Kirche bildete, die auch die wenigen Neresheimer evangelischen Christen betreute.

Durch den Zuzug der Flüchtlinge zu Ende des Zweiten Weltkriegs stieg der Anteil der Evangelischen auf 25 %. Nach der anfänglichen Betreuung durch den Pfarrer Wagner aus Schweindorf bekam Neresheim 1956 den evangelischen Vikar Eberhard Gaier, der später als Pfarrer mit unternehmerischem Talent und Energie eine eigene Kirche baute, seinen Pfarrbezirk auf weitere Orte ausweitete und das heutige, zur Evangelischen Diakonie gehörige Samariterstift, damals als Bruder- und Schwesternschaft Haus am Sohl gründete.

Das Benediktinerkloster hatte immer Sitz und Stimme im Gemeinderat und nahm Einfluss auf die Politik und Entwicklung des Ortes, was dazu führte, dass die Gegend sich nur behutsam Veränderungen stellte, dafür heute ein gern besuchtes naturnahes Erholungsgebiet mit dem Kloster als Mittelpunkt ist.

Entwicklung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Mit der Flurbereinigung 1957 und Aussiedlung fast aller Bauernhöfe zu den Lichshöfen und Eichplatte begann für Neresheim die Wandlung zur „richtigen“ Stadt. 1958 wurde das Härtsfeld von der damaligen Landesregierung als Sanierungsgebiet eingestuft (Förderprogramm Härtsfeld) und die Gemeinden mit Schwerpunkt Neresheim erhielten umfangreiche Fördermittel für ihre kommunalen Maßnahmen. Großer Aufholbedarf herrschte bei der Infrastruktur. So mussten vordringlich mit diesen Mitteln Wasserversorgung und Kanalisation mit Kläranlage, dann Schul- und Sportstätten entweder neu geschaffen oder erneuert werden.

Industrieansiedlungen sind mit mäßigem Erfolg versucht worden und meist nach einigen Jahren gescheitert. Trotzdem gab es eine rege Bautätigkeit im Baugebiet Sohl außerhalb des Ortskernes, wobei Neresheim wegen seiner Schulen vor Ort ein beliebtes Wohnziel von Pendlern der Industriebetriebe in Heidenheim und Aalen wurde.

Der Ortskern bzw. die eigentliche Hauptstraße verödete und zerfiel teilweise. Erst ab 1980 konnte im Rahmen der Städtebauförderung durch eine gezielte Stadterneuerung mit der Restauration des Rathauses, der Neugestaltung des Marienplatzes und der Marktstraße, sowie dem Abriss und der Sanierung zerfallener Bausubstanz, begonnen werden. Diese Sanierung ist noch nicht abgeschlossen, jedoch füllt sich der Ortskern bereits mit neuem Leben. Zwischenzeitlich hat sich Eingangs des Ortes auf dem Gelände der früheren Firma WAP im Härtsfeld Center eine kleine Ansiedlung von Handelsketten und Geschäften gebildet.

Politik[Bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Gerd Dannenmann (parteilos). Die Ortsteile haben eigene Ortsvorsteher und eigene Ortschaftsräte und wirken entsprechend der Gemeindeordnung an den Entscheidungsprozessen der Gesamtgemeinde mit.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl in Neresheim 2009
 %
50
40
30
20
10
0
48,1 %
31,6 %
14,9 %
5,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,5 %p
± 0,0 %p
-0,2 %p
-2,3 %p

Der Gemeinderat besteht aus 22 Mitgliedern. Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 48,1 % (+2,5) – 11 Sitze (±0)
  2. FWG 31,6 % (±0) – 7 Sitze (±0)
  3. SPD 14,9 % (−0,2) – 3 Sitze (±0)
  4. REP 5,4 % (−2,3) – 1 Sitz (±0)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Schild von Gold und Rot geteilt, belegt mit blauem Herzschild, der oben auf eine Reihe roter, unten auf eine Reihe gestürzter goldener Eisenhütchen stößt. An den Herzschild stößt beiderseits je ein die Teilung überdeckendes, mit der Spitze nach außen weisendes Eisenhütchen in verwechselten Farben. Das Wappen ist überdeckt von einem durchgehenden silbernen Leistenschragen.“

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Neresheim unterhält seit 1976 partnerschaftliche Beziehungen zum österreichischen Steinach am Brenner in Tirol, seit 1994 zur italienischen Gemeinde Bagnacavallo in der Emilia-Romagna und seit 1996 zur Gemeinde Aix-en-Othe im Norden Frankreichs.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Ort führt die Bundesstraße 466. Etwa 10 km entfernt liegen über die Auffahrten Heidenheim und Aalen Anschlüsse zur Autobahn A 7. Es bestehen Omnibuslinien nach Aalen, Bopfingen, Dischingen und Heidenheim, in diesen Verkehr sind die Teilorte mit eingebunden. Bis 1972 war Neresheim auch durch die Härtsfeldbahn (Aalen–Dillingen) an das Schienennetz angebunden.

Neresheim hat am Ort einen Segelflugplatz und beherbergt weiter im Ortsteil Elchingen den Flugplatz Aalen-Heidenheim des Luftsportringes Aalen mit einer 950 m langen und 25 m breiten Asphalt-Start- und Landebahn.

Nordwestlich von Utzmemmingen liegt bei 48° 49′ 48″ N, 10° 25′ 10″ O48.8310.419444444444 ein Funkfeuer mit dem Rufzeichen NDG (Sendefrequenz: 375 kHz).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Größte Industrie am Ort sind die von Bruno Weisser 1946 gegründeten beiden Betriebe Weisser Spulenkörper und Bruno Weisser Kunststoffverarbeitung mit insgesamt ca. 300 Arbeitnehmern. Weitere metallverarbeitende Betriebe, Handwerksunternehmen und Dienstleistungsbetriebe befinden sich in den beiden Industriegebieten in Neresheim und denen der Teilorte.

Gericht und Einrichtungen[Bearbeiten]

Neresheim verfügt über ein Amtsgericht mit Notariat, das zum Landgerichtsbezirk Ellwangen und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.

Die Stadt war Sitz des katholischen Dekanats Neresheim des Bistums Rottenburg-Stuttgart, das mit den Dekanaten Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd 2006 zum Dekanat Ostalb zusammengeschlossen wurde.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Neben der Grund- und Hauptschule hat Neresheim eine Realschule und ein Gymnasium mit langer Tradition. Obwohl Neresheim damals und auch noch lange danach nur ein paar Hundert Einwohner zählte, bekam es als Oberamtsstadt 1846 eine Realschule, die sich später Oberschule für Jungen nannte, dann bis 2006 ein Progymnasium ohne Oberstufe war, seit 2004 ein Vollgymnasium ist und nun den Namen Benedikt-Maria-Werkmeister-Gymnasium trägt. Einzugsgebiet ist nach wie vor das gesamte Härtsfeld, die einzelnen Klassenstärken sind mit ca. 450 Schülern gesamt am Gymnasium, verteilt auf 19 Klassen (Schuljahr 2008/2009),[3] überschaubar.

Fachkrankenhaus SRH[Bearbeiten]

Hervorgegangen aus dem früheren Kreiskrankenhaus hat Neresheim eine Neurologisch-Neurochirurgische Schwerpunktklinik zur Früh-/Schnellversorgung und Rehabilitation von Menschen mit schweren Hirnschädigungen – z. B. nach Unfällen oder plötzlichen Hirnblutungen.

Samariterstift[Bearbeiten]

Ursprünglich als Bruder- und Schwesternschaft Haus am Sohl durch den Neresheimer Pfarrer Gaier gegründet, gehört das Stift in Neresheim mit über 300 Mitarbeitern heute zum Sozialunternehmen Samariterstiftung der evangelischen Diakonie in Baden-Württemberg.

Das Haus hat in Neresheim eine Kapazität von rund 90 Plätzen für die Alten- und Kurzzeitpflege und rund 140 Betreuungsplätze sich gegenseitig unterstützender Behinderter in weitgehend autonomen Außenwohngruppen. Weiterer Schwerpunkt ist die Behindertenpflege mit über das Härtsfeld verteilten vier betreuenden Werkstätten für mehr als 450 Behinderte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Härtsfeldmuseum mit Rathaus Rückseite
Museumsbahn vor dem Bahnhof
Abteikirche Neresheim
Kuppelfresco v. Knoller
Holzhey Orgel
Das ehemalige Postamt von 1911
  • Das Härtsfeldmuseum bietet Einblicke in die kulturelle Entwicklung des Härtsfelds.
  • Das Härtsfeldbahnmuseum im alten Bahnhof zeigt die Geschichte der Härtsfeldbahn.
  • Das Rathaus wurde restauriert und im früheren Zustand mit Gewölben und Zugängen zu Verliesen wiederhergestellt und kann besichtigt werden.
  • In der Marktstraße wurde ein früherer Stadtbrunnen freigelegt, wie auch die Egau-Quellen gefasst und zugänglich gemacht wurden.
  • Am Friedhof wurde ein Teil der früheren Stadtmauer restauriert.

Bauwerke[Bearbeiten]

Herausragende Sehenswürdigkeit ist die 1095 gegründete Abtei Neresheim. Die Klosterkirche wurde von Balthasar Neumann entworfen und ist einer der größten barocken Hallenbauten Süddeutschlands. In der Kirche finden sich Kuppelfresken des Kirchenmalers Martin Knoller aus Steinach am Brenner in Tirol. Die Hauptorgel der Abteikirche wurde 1792–1797 von Johann Nepomuk Holzhey aus Ottobeuren erbaut.

Weitere Zeugen vergangener Epochen des Ortes und der Umgegend sind Schloss Taxis, die Burg Katzenstein, die Kapfenburg und die beiden Ruinen Hoch- und Niederhaus im Kartäusertal.

Wie auch der Hauptort haben einzelne Teilorte eigene Kirchen mit aufwendigen Fresken, Malereien und kunstvollen Altarausstattungen. Ältestes Gebäude in Neresheim dürfte das Vogt- und Schießhaus sein, das 1531 nach einem Brand wieder aufgebaut wurde und heute das Härtsfeldmuseum beherbergt. Das daneben stehende Rathaus, dessen Alter nicht so sicher ist, wird ab 1405 genannt, soll 1640 zumindest umgebaut worden sein. Es diente auch als Getreideumschlagplatz (Schranne). Das hohe Spitzdach hat vier Bodengeschosse zur Getreidelagerung erhalten. Die evangelische Kirchengemeinde, die in dem Gebäude auch lange Zeit einen Betsaal hatte, setzte 1893 ein spitzes Glockentürmchen auf das Dach. Nachdem die Glocke Platz in der neuen evangelischen Kirche gefunden hat, ist in dem Turm ein Glockenspiel aus 18 Glocken, von dem dreimal täglich automatisch oder auch manuell gespielt Volksweisen ertönen.

Außerhalb des Altstadtkerns trifft man auf die ehemalige Zehntscheuer von etwa 1600, die heute in Privathand leersteht und wegen ungeklärter Denkmalschutzauflagen keiner anderen Nutzung zugeführt werden kann. Direkt im Anschluss befindet sich das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende ehemalige Postamt von 1911 mit der charakteristischen kupfernen Turmspitze, das sich auch in Privathand befindet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Historische Dampfzugfahrten auf der Härtsfeldbahn
  • Historisches Stadtfest Ende Juni
  • Konzerte in der Abteikirche Neresheim
  • Alle geraden Jahre ein großer Faschingsnachtumzug im Ortsteil Kösingen

Sport[Bearbeiten]

Sportstätten

In Neresheim direkt gibt es ein Hallenbad, Freibad, und eine Dreifachsporthalle für den Schul- und Vereinssport. Der Leichtathletik und dem Fußball steht eine Sportanlage mit 400-Meter-Kampfbahn und weiteren Anlagen zur Verfügung. Weitere Sportanlagen befinden sich im Besitz von Vereinen, wie Golf-, Tennis-, Schieß- und Reitanlagen. In den Ortsteilen sind teilweise eigene Sportplätze, Frei- und/oder Hallenbäder und Turn- und Festhallen vorhanden, wie sich auch eigene Sportvereine gebildet haben.

Der Härtsfeldsee bietet Möglichkeiten zum Baden, Surfen und Bootfahren.

Fußball

Die Fußballer der Sportfreunde Dorfmerkingen spielen in der Staffel 2 der Landesliga Württemberg. Der Verein spielte von 2000 bis 2003 in der Oberliga Baden-Württemberg. In der Saison 1998/99 qualifizierte er sich durch den Gewinn des WFV-Pokals zur Teilnahme an der ersten DFB-Pokalhauptrunde.

Der größte Erfolg des Kösinger Sport-Clubs (KSC) war der Aufstieg in die Bezirksklasse. Seither ging es aber bergab. Nach Abgabe von wichtigen Spielern stieg er in die Kreisklasse B ab.

Der SV Neresheim stieg in der Saison 2008/2009 in die Kreisliga A auf.

Segelflug

Seit 1954 hat Neresheim einen Segelflugverein mit eigenem Platz und Infrastruktur (Halle, Unterkünfte und Werkstätten) auf dem ehemaligen Exerzierplatz im Fleinersloh südlich der Stadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Karl Ludwig Wilhelm Lang (1852–1914), verliehen 1892
  • Gottlieb Immanuel Marschall (1840–1905), verliehen 1896
  • Kaspar Vogler (1830–1910), verliehen 1901
  • Hugo Präg (1868–1936), verliehen 1928
  • Bernhard Durst (1882–1966), verliehen 1957
  • Adalbert Seifriz (1902–1990), verliehen 1962
  • Otto Häfele (1896–1978), verliehen 1967
  • Johann Kraus (1904–1977), verliehen 1977
  • Erich Ganzenmüller, (1914–1983) verliehen 1977
  • Anton Hegele (1917–1992), verliehen 1985

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Karl von Hohl (1825–1899), geboren in Ohmenheim, Jurist und Politiker
  • Joseph von Eisenbarth (1844–1913), geboren in Dehlingen, katholischer Geistlicher
  • Oscar Mayer (1859–1955), Wurstfabrikant in den USA (geboren im heutigen Stadtteil Kösingen)
  • Karl Bonhoeffer (1868–1948), Psychiater und Neurologe, Vater von Dietrich Bonhoeffer
  • Otto Gauß (1877–1970), Organist und Komponist
  • Julius von Jan (1897–1964), Pfarrer der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Adalbert Seifriz (1902–1990), CDU-Politiker
  • Helmut Weihenmaier (1905–1995), Landrat sowie Bürgermeister von Tübingen
  • Andreas Zeyer (* 1968), Fußballspieler (u. A. Heidenheimer SB, SSV Ulm, SC Freiburg, VfL Bochum, Hamburger SV)
  • Michael Zeyer (* 1968), Fußballspieler (u. A. Heidenheimer SB, SC Freiburg, 1. FC Kaiserslautern, MSV Duisburg, VfB Stuttgart, Fortuna Düsseldorf)

Literatur[Bearbeiten]

  • Heckmann et al.: Neresheim die Härtsfeldstadt, Süddeutscher Zeitungsdienst, ISBN 3-9806438-3-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neresheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Neresheim – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 763–768.
  3. http://www.pgn.aa.bw.schule.de/