Ohne dich (Rammstein-Lied)

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Ohne dich
Rammstein
Veröffentlichung 26. Juli 2004
Länge 4:32 Minuten
Genre(s) Neue Deutsche Härte
Album Reise, Reise

Ohne dich ist ein Lied der deutschen NDH-Band Rammstein aus dem Album Reise, Reise. Es wurde als dritte Single aus dem Album am 22. November 2004 in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlicht. In anderen Ländern wurde die Single zu einem späteren Zeitpunkt herausgebracht. Das Lied ist eine langsame, schwarz-romantische Ballade, in deren Mittelpunkt das Alleinsein des lyrischen Ich – als Dilemma im Rahmen einer Beziehung – steht.

Video[Bearbeiten]

Der Videoclip wurde vom 23. Oktober bis zum 25. Oktober 2004 im Kaunertal und auf dem Pitztaler Gletscher in Tirol gedreht.[1] Regisseur war Joern Heitmann, der bereits u. a. für die Lieder „Sonne“, „Mutter“ und „Amerika“ Regie führte. Am 8. November 2004 wurde das Video zum ersten Mal öffentlich im Fernsehen (MTV) ausgestrahlt.

Das Video zeigt die Band, die versucht, ein Gebirge zu erklimmen. Dabei stürzt Sänger Till Lindemann und verletzt sich. Kurz darauf folgt eine musiklose, in der Album-Version nicht vorkommende Minute, in der die Band rastet und den Verletzten behandelt. Anschließend tragen die anderen Bandmitglieder Lindemann auf den Gipfel, wo dieser zu Ende des Liedes mit Blick auf das Panorama stirbt.

Die österreichische Alternative-Band Naked Lunch warf Rammstein vor, beim Video ihren Clip „God“ plagiiert zu haben, welches ebenfalls ein Bergsteiger-Drama im Schneesturm zeigt. Universal habe im Zusammenhang mit der Produktion eines Videoclips für Rammstein eine Ansichtskassette von „God“ angefordert, es sei daher von einer Inspiration auszugehen.[2]

Cover[Bearbeiten]

Das CD-Cover zeigt eine Feldscheune, die von starkem Nebel umgeben ist. Das Foto stammt vom französischen Fotografen Fréderic Batier, der die Band auch während der Völkerball-Tour begleitete und fotografierte. Die CD selbst zeigt einen vernebelten Wald.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die Single wurde zwischen dem 22. November 2004 und dem 10. Juni 2005 in 17 verschiedenen Ländern veröffentlicht. Auf eine Veröffentlichung in den USA und Großbritannien wurde diesmal verzichtet. Das Lied erschien als Maxi-Single im Jewelcase, als Limited Edition im Digipack sowie vereinzelt in Neuseeland, Norwegen, der Schweiz und Schweden auch als 2-Track-Single. Inhaltlich unterscheiden sich Jewelcase-Version und Digipack-Edition nicht.

Veröffentlichungstermin Länder [3]
22. November 2004 Deutschland, Finnland, Österreich, Schweiz
30. Mai 2005 Dänemark, Estland, Hong Kong, Island, Neuseeland, Norwegen, Polen, Russland, Spanien, Schweden, Ungarn
7. Juni 2005 Frankreich
10. Juni 2005 Niederlande

Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Land höchste
Position[4]
Chartseinstieg Wochen in Charts
Deutschland 12 4. Dezember 2004 12 Wochen
Österreich 38 5. Dezember 2004 12 Wochen
Schweiz 42 5. Dezember 2004 12 Wochen

Interpretation[Bearbeiten]

(Loudspeaker.svgHörbeispiel ohne Schlagzeug) Akustische Gitarre im Titel Ohne Dich

Wie zu jedem Lied verweigert die Band auch zu „Ohne dich“ eine offizielle Interpretation. Zur Veröffentlichung des Albums Reise, Reise erklärte Sänger und Songwriter Till Lindemann im September 2004: „Auf das Album kommt noch eine total gute Ballade darauf: ‚Ohne dich’. Texte zu erklären nimmt der ganzen Sache ihren Reiz, vielleicht wären die Fans hinterher sogar enttäuscht. Ich lasse die Dinge lieber im Raum stehen, damit jeder seine eigene Interpretation und seine eigenes Gefühl einbringen kann.“ Bereits zur Veröffentlichung des vorherigen Albums Mutter bezeichnet der Gitarrist Paul Landers das Lied „Ohne dich“ in einem Interview als „Monsterschnulze, da ist „Still loving you“ ein Scheißdreck dagegen. Die ist aber nicht auf dem Album, weil wir zu viele Lieder hatten.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde das Lied am 16. April 2000 im Knaack Club in Berlin noch vor den Studioaufnahmen vorgestellt. Die Band spielte „Ohne dich“ als 11. Lied und somit als Abschlussballade des neu präsentierten Albums Mutter. Später nahmen sie es zusammen mit mehreren anderen Liedern im Studio auf. Dabei entschieden sie sich für die Balladen Nebel (als Abschlussballade) und Mutter und ließen „Ohne dich“ ganz weg, da es „als Metalband wenig Sinn [macht], drei Balladen auf ein Album zu packen“.[6] Gitarrist Paul Landers erklärte in einem Interview: „Die [Ballade] werden wir vielleicht eines Tages so ganz schäbig als Single rausbringen, ohne Album“.[5] Das Veröffentlichen albumloser Singles, wie z. B. „Das Modell“, sollte die Zeit zwischen den Alben überbrücken, was allerdings seit „Mutter“ nicht mehr geschehen ist. 2003 wurde das Lied erneut im El Cortijo Studio in Málaga für das Album Reise, Reise aufgenommen. Die ältere Aufnahme wurde auf der Single als „Beta Version“ veröffentlicht.[7] Am 22. November 2004 erfolgte schließlich die Veröffentlichung der Single im deutschsprachigen Raum.

Versionen und Remixe[Bearbeiten]

Mina Harker’s Version[Bearbeiten]

Die sog. „Mina Harker’s Version“ ist ein Remix der slowenischen Band Laibach im Duett mit „Mina Harker“. „Mina Harker“, nach der gleichnamigen Romanfigur aus Dracula, ist ein nur für diesen Remix begrenzter Pseudonym von Mina Špiler, der Sängerin der slowenischen Band Melodrom.

Die Version wurde im Oktober 2004 in Ljubljana fertiggestellt und ist der vom Original textlich am stärksten abweichende Remix. Gesungen wird er vom Laibach-Sänger Milan Fras und Mina Špiler, die abwechselnd und gleichzeitig Liedverse übernehmen, wobei der Refrain „Ohne dich kann ich nicht sein…“, auf die Duettpartnerin bezogen, zu „Ohne mich kannst du nicht sein…“ geändert wurde. Musikalisch wurde das Lied durch elektrische und klassische (vor allem Piano) Elemente ergänzt.

Sacred Mix[Bearbeiten]

Der Sacred Mix (engl. „Heiliger Mix“) ist ein Remix des Mitbegründers der Dresdner Sinfoniker Sven Helbig. Sven Helbig produzierte 2003 den Liederzyklus „Mein Herz brennt“ und lernte so die Band persönlich kennen. Gespielt wird hier auf der „Silbermann-Orgel“ der St. Petri-Stadtkirche im sächsischen Freiberg.[8] Textlich fehlt der Hintergrundgesang, sowie der letzte Refrain.

Schiller Mix[Bearbeiten]

Der in Berlin aufgenommene Mix stammt vom gleichnamigen Musikprojekt. Dementsprechend besitzt der Remix eine ruhige, melodiebetonte und elektronische Musik. Der Rhythmus unterscheidet sich beim „Schiller Mix“ am stärksten vom Album-Edit. Der Text ist fast identisch mit dem Original.

Under Byen Remix[Bearbeiten]

Dieser Remix hat die dänische Jazz-Rock-Band Under Byen entwickelt und entstand im „Beathead Studio“ in Kopenhagen. Hauptinstrumente sind hier Schlagzeug und Klavier. Der Gesang ist leicht verzerrt und textlich lückenhaft. Mit 5:48 min ist es der längste Remix auf der Maxi-CD.

Beta Version[Bearbeiten]

Beide Versionen sind ziemlich ähnlich, allerdings besitzt die Beta-Version einen stärkeren Schlagzeugeinsatz und elektronische Klänge, während die Album-Version vermehrt auf Oboe und Streichinstrumente setzt. Inhaltlich gibt es nur kleine Differenzen (verstärkter Hintergrundgesang von Christian Lorenz).

Live-Version feat. Apocalyptica[Bearbeiten]

Während der „Reise, Reise-Tour“ von 2004 bis 2005 begleitete die Band Apocalyptica das Lied mit Celli.

Cover-Version von Tommy Finke[Bearbeiten]

2007 coverte der Deutschrock-Sänger Tommy Finke das Lied.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Nominierung für den Echo 2005 im Bereich „Video – national“[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rammstein.de/ohne_dich/video.html
  2. http://www.laut.de/vorlaut/news/2004/12/01/10957/index.htm
  3. http://www.rammstein.de/ohne_dich/
  4. für AT, CH, DK, FIN und NL: http://acharts.us/song/3240
    für D: http://hitparade.ch/showitem.asp?interpret=Rammstein&titel=Ohne+dich&cat=s
    für E: http://top40-charts.com/song.php?sid=12341&sort=chartid&string=Ohne%20dich
  5. a b http://www.subkultur.com/rammstein/interview.html
  6. Kommentar von Christian Flake Lorenz aus Metal Hammer von April 2001 http://www.rammsteinniccage.com/media/interviews/hammerapr01ge.html
  7. http://herzeleid.com/en/news/*/archive/2004-11
  8. http://www.der-medienkonverter.de/kritik.php4?id=1058
  9. http://www.echo-deutscher-musikpreis.de/kategorie/kat768.htm

Weblinks[Bearbeiten]