Oise

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Oise (Begriffsklärung) aufgeführt.
Oise
Lage der Oise in Frankreich

Lage der Oise in Frankreich

Daten
Gewässerkennzahl FRH---0100
Lage Belgien, Provinz Hennegau und Frankreich, Regionen Picardie und Île-de-France
Flusssystem Seine
Abfluss über Seine → Ärmelkanal
Quelle in Belgien, im Gemeindegebiet von Chimay
49° 59′ 47″ N, 4° 21′ 21″ O49.99644.3557310
Quellhöhe ca. 310 m[1]
Mündung an der Gemeindegrenze von Conflans-Sainte-Honorine und Andrésy in die Seine48.9874552.07156620Koordinaten: 48° 59′ 15″ N, 2° 4′ 18″ O
48° 59′ 15″ N, 2° 4′ 18″ O48.9874552.07156620
Mündungshöhe ca. 20 m[2]
Höhenunterschied ca. 290 m
Länge 351 km[3]
Einzugsgebiet 16.667 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
AbflussVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ
110 m³/s
Mittelstädte Compiègne, Creil, Cergy, Pontoise, Conflans-Sainte-Honorine
Kleinstädte Hirson, Guise, Chauny, Noyon, Beaumont-sur-Oise, L’Isle-Adam
Schiffbar von der Mündung bis Compiègne
Oise-Schleuse

Oise-Schleuse

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Die Oise ist ein Fluss in Nordfrankreich und gehört zu den wichtigsten Gewässern der Picardie. Sie entspringt in Belgien im Gemeindegebiet von Chimay und mündet an der Gemeindegrenze von Conflans-Sainte-Honorine und Andrésy als rechter Nebenfluss in die Seine. Sie verläuft rund 10 Kilometer auf belgischem Gebiet und weitere 341 Kilometer in Frankreich. Ihre Gesamtlänge beträgt daher rund 351[3] Kilometer, sie hat einen Einzugsbereich von 16.667 Quadratkilometern. Auf ihrem Weg durchfließt die Oise die Départements Aisne, Oise, Val-d’Oise und Yvelines. Die westlichen Ausläufer der Ardennen an der belgischen Grenze, zwischen Hirson und Guise werden Thiérache genannt. Diese umfasst nicht nur das obere Oisetal, sondern ist auch Quellgebiet der Sambre und mehrerer Nebenflüsse von Sambre und Oise.

Hydrologie[Bearbeiten]

Der mittlere Abfluss der Oise beträgt 110 m³/s (in Pont-Sainte-Maxence). Der längste hydrologische Flusslauf im Flusssystem der Oise umfasst die Aire von der Quelle bei Sait-Aubin-sur-Aire im Barrois bis zu ihrer Mündung in die Aisne bei Termes im Kanton Grandpré, jene von dort bis zu ihrer Mündung bei Compiègne und die Oise von dort bis zu ihrer Mündung in die Seine. Damit ist er anderthalb mal so lang wie die Oise selber.

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Linke Nebenflüsse:

Rechte Nebenflüsse:

Schifffahrt[Bearbeiten]

Die Oise ist von ihrer Mündung in die Seine bis Compiègne schiffbar. Von dort bietet die ebenfalls schiffbare Aisne eine weiterführende Verbindung nach Osten. Richtung Norden begleitet zunächst der Canal latéral à l’Oise (deutsch: Oise-Seitenkanal), dann der Canal de Saint-Quentin (deutsch: Kanal von Saint-Quentin), und schließlich der Canal de la Sambre à l’Oise (deutsch: Sambre-Oise-Kanal), den Fluss bis zu seinem Oberlauf.

Der Canal de l’Oise à l’Aisne (deutsch: Oise-Aisne-Kanal) verbindet nicht die beiden Flüsse, sondern lediglich deren Seitenkanäle als Schifffahrtsweg.

Orte am Fluss[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Die Kelten nannten den Fluss Isara, womit er ursprünglich namensgleich ist mit der Isère, der flandrischen IJzer, der bayrischen Isar und der Südtiroler Eisack (ital.: Isarco). In der Entwicklung des Französischen wurde das ‚i‘ zu ‚oi‘, wie viele alte ‚i‘ und ‚e‘, etwa Liger > Loire, bibere > boire („trinken“, ital.: bere) und stella > étoile („Stern“).

Spätestens seit dem Mittelalter war die Oise namengebend für Regionen. Vor der Französischen Revolution gab es die Grafschaft Valois [Verschmelzung des Wortes val(lée) („Tal“) mit dem Namen Ois(e)] als Stammland des hochadeligen Hauses Valois, dem mehrere französische Könige angehörten. Seit im Gefolge der Revolution die überkommene Gliederung Frankreichs durch die Einteilung in Départements ersetzt wurde, sind nach der Oise zwei Départements benannt. Am 4. März 1790 wurde das Département Oise geschaffen, das seither in kaum veränderten Grenzen fortbesteht und das Département Seine-et-Oise. Jenes bestand bis zum 1. Januar 1968, als die Umgebung von Paris wegen ihrer Bevölkerungszunahme in kleinere Départements aufgeteilt wurde. Eines dieser neuen heißt Val-d’Oise[4].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oise – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Quelle geoportail.gouv.fr
  2. Mündung geoportail.gouv.fr
  3. a b Die Angaben zur Flusslänge in Frankreich beruhen auf den Informationen über die Oise auf sandre.eaufrance.fr (französisch), abgerufen am 7. Juli 2009, gerundet auf volle Kilometer. Weitere 10 Kilometer verläuft der Fluss in Belgien.
  4. Val-d’Oise oder auch Val d'Oise: Während in französischen Ortsnamen alles außer einem evt. vorhandenen Artikel durch Bindestriche verbunden wird, ist man bei Départementsnamen weniger konsequent. Im vorliegenden Fall wird es auf der Internetseite der Präfektur mit Bindestrich als Val-d’Oise, auf der Internetseite des Conseil géneral dagegen ohne Bindestrich Val d'Oise geschrieben