Präfektur Okinawa

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Dieser Artikel beschreibt die Präfektur Okinawa. Zu anderen Bedeutungen des Begriffs „Okinawa“ siehe Okinawa (Begriffsklärung).
Okinawa-ken
沖縄県
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Naha
Region: Kyūshū
Insel: Kyūshū
Fläche: 2.276,15 km²
Wasseranteil: 0,5 %
Einwohner: 1.422.534
(1. Oktober 2014)
Bevölkerungsdichte: 625 Einw. pro km²
Landkreise: 5
Gemeinden: 41
ISO 3166-2: JP-47
Gouverneur: Hirokazu Nakaima
Website: www.pref.okinawa.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Okinawa
Präfekturbaum: Pinus luchuensis
Präfekturblume: Indischer Korallenbaum
Präfekturvogel: Okinawa-Specht
Präfekturfisch: Zweistreifen-Füsilier
Präfekturlied: Okinawa-kenmin no uta
(„Lied der Bürger von Okinawa“)
Gedenktag der Rückgabe an Japan: 15. Mai
Map-okinawa-pref.png

Die Präfektur Okinawa (jap. 沖縄県, Okinawa-ken, Okinawaisch Uchinā[1]) ist Japans südlichste Präfektur. Sie umfasst die zu den Ryūkyū-Inseln gehörenden Inselgruppen Okinawa, Miyako und Yaeyama. Die Präfektur Okinawa ist daher von der gleichnamigen Inselgruppe und deren Hauptinsel Okinawa Hontō zu unterscheiden. Letztere stellte ehemals den Mittelpunkt des Königreichs Ryūkyū dar, und liegt etwas über 500 Kilometer südwestlich der japanischen Hauptinsel Kyūshū. Die Insel Yonaguni am südwestlichen Ende der Präfektur Okinawa ist nur knapp 125 Kilometer von Taiwan entfernt.

Geographie[Bearbeiten]

Die zur Präfektur Okinawa gehörenden Inseln liegen zwischen 24° und 28° N und zwischen 123° und 131° 20' E.

Im Einzelnen umfasst die Präfektur Okinawa:

  • Drei große Inselgruppen (von Norden nach Süden):
    • die Inselgruppe Okinawa: Auf Okinawa Hontō, der Hauptinsel der Inselgruppe, liegt Naha, die Hauptstadt der Präfektur.
    • die Inselgruppe Miyako (alter deutscher Name der Insel: Typinsan)
    • die Inselgruppe Yaeyama, von deren westlichster Insel, Yonaguni, man bei gutem Wetter Taiwan sehen kann.
      (Die Inselgruppen Miyako und Yaeyama werden auch zusammenfassend als Inselgruppe Sakishima bezeichnet.)
  • Inseln, die zu keiner der drei größeren Inselgruppen gehören:
    • die ungefähr 110 Kilometer nördlich der Inselgruppe Okinawa gelegene Insel Iōtorishima.
    • die drei Inseln der rund 350 Kilometer ostsüdöstlich der Inselgruppe Okinawa gelegenen Inselgruppe Daitō (大東諸島, -shotō). Manchmal wird diese Inselgruppe trotz relativ großer Entfernung auch zur Inselgruppe Okinawa dazugerechnet.
    • die etwa 400 km westsüdwestlich liegende unbewohnte Inselgruppe Senkaku.

In der Präfektur befinden sich 363 Inseln[2] bzw. 160 Inseln von mindestens 1 ha Fläche, von denen 49 bewohnt sind.[3] Für eine Auflistung siehe Liste der Inseln der Präfektur Okinawa.

Der höchste Berg ist der 526 m hohe Omoto-dake auf Ishigaki-jima.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Auf Okinawa und den umliegenden Inselgruppen konnten sich eigene Sprachen und Kulturen entwickeln, da Okinawa zum Königreich Ryūkyū (琉球, Ryūkyū) gehörte, das bis 1879 Bestand hatte.

Die auf Okinawa gesprochenen Ryūkyū-Sprachen, auch bekannt als Uchinaguchi, werden jedoch nur noch von älteren Einwohnern verwendet. Die meisten jungen Einwohner ziehen die japanische Sprache vor, wenn auch ein okinawischer Dialekt verbleibt. Das äußert sich vor allem bei nur lokal gebräuchlichem Vokabular. Trotzdem versucht man durch populäre Musik (beispielsweise die okinawische Band Begin) sowie durch Radio und Fernsehsendungen in der Ryūkyū-Sprache, die jungen Menschen dazu zu bringen, sie doch zu lernen und aktiv zu nutzen.

Die Schlacht um Okinawa im Jahre 1945 war eine der letzten großen Schlachten im Zweiten Weltkrieg, die schätzungsweise 120.000 Menschenleben kostete. Als Folge des Zweiten Weltkrieges wurde die Insel durch die USA besetzt.

Während der Besatzungszeit versuchte man einen von Japan unabhängigen „Staat Okinawa“ oder die „Republic of the Ryukyus“ zu bilden. Sogar einen Anschluss als US-Bundesstaat, wie Hawaii, wurde noch vor dem Koreakrieg in Erwägung gezogen. Jedoch ging die Kontrolle über die Insel am 15. Mai 1972 an Japan zurück. Mehr als ein Fünftel der Insel ist allerdings weiterhin eine US-Militärbasis.

Der G8-Wirtschaftsgipfel 2000 fand von 21. bis 23. Juli unter japanischem Vorsitz auf der Insel Okinawa statt. Für die Neuausgabe von 2000-Yen-Scheinen zu dieser Zeit wurden Motive Okinawas verwendet.

Politik[Bearbeiten]

Fraktionen im Präfekturparlament (Stand: März 2013)[5]
        
Von 48 Sitzen entfallen auf:
Das Parlamentsgebäude in Naha.

Gouverneur von Okinawa ist in zweiter Amtszeit Hirokazu Nakaima. Er wurde als Mitte-rechts-Kandidat erstmals 2006 gewählt und 2010 im Amt bestätigt. Das Parlament von Okinawa ist neben Tokio, Ibaraki, Iwate, Miyagi und Fukushima eines von zuletzt sechs Präfekturparlamenten, die nicht bei einheitlichen Regionalwahlen gewählt werden. Aus den letzten Wahlen im Juni 2012 ging die Liberaldemokratische Partei (LDP) zwar mit 15 der insgesamt 48 Sitze als stärkste Kraft hervor, verfehlte aber auch zusammen mit anderen Unterstützern des Gouverneurs eine Mehrheit.

Die politische Landschaft Okinawas ist auch seit der Rückkehr unter japanische Souveränität 1972 stark durch die US-Militärpräsenz und die Debatte über den US-japanischen Sicherheitsvertrag geprägt. So arbeiteten die linken Parteien lange auch bei nationalen Wahlen in einer Einheitsfront zusammen: die Kommunistische Partei Japans (KPJ), die Sozialdemokratische Partei (SDP), die „Sozialistische Massenpartei Okinawa“ (Okinawa Shakai Taishūtō), die unter der US-Militärregierung entstand und als Regionalpartei weiterbesteht, und die Demokratische Partei nominierten zuletzt bei der Oberhauswahl 2007 und teilweise auch bei der Unterhauswahl 2009 gemeinsam Kandidaten, bevor die Demokraten die Zentralregierung übernahmen und sich nach Bruch ihres Wahlversprechens einer Reduzierung der Militärpräsenz heftiger Opposition durch die linken Parteien in Okinawa gegenübersahen.

Die Delegation Okinawas ins nationale Parlament besteht im Unterhaus seit der Wahl 2012 aus drei Liberaldemokraten und einem Sozialdemokraten, im Oberhaus sitzen für die Präfektur Keiko Itokazu von der „Sozialistischen Massenpartei Okinawa“, die auf nationaler Ebene nominell als Unabhängige auftritt und noch 2007 mit Demokratischer und Kommunistischer Unterstützung gewählt wurde, und für die LDP Aiko Shimajiri, die erstmals 2007 bei einer Nachwahl als Unabhängige mit LDP-Kōmeitō-Unterstützung gegen einen gemeinsamen linken Kandidaten gewählt wurde und bei den regulären Wahlen 2010 bestätigt wurde.

Kultur[Bearbeiten]

Okinawa ist als Geburtsstätte der Kampfkünste Karatedō/Tōde und Kobudō bekannt.

Ebenfalls stammt Eisa, eine Art Trommler- und Tanzgruppe, aus Okinawa. Fast jede Insel hat eine eigene Eisa-Truppe und eigene Arrangements. Die Akteure sind Schüler, Studenten und junge Erwachsene zwischen 15 und maximal 25 Jahren. Sowohl Jungen als auch Mädchen betreiben dieses traditionelle und äußerst beliebte Spektakel.

Langlebigkeit[Bearbeiten]

Die japanische Insel Okinawa gilt als die Region mit der weltweit höchsten Lebenserwartung. Sie wird auch als die „Insel der Hundertjährigen“ bezeichnet. Okinawa ist einer von drei Orten weltweit, auf dem pro Einwohnerzahl die meisten Hundertjährigen leben. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt mit 86 Jahren für Frauen und 78 Jahren für Männer höher als im übrigen Japan, das in der weltweiten Statistik ohnehin eine führende Position innehat. Eine wissenschaftliche Studie der Ryūkyū-Universität[6] bescheinigt den Alten zudem einen überdurchschnittlich guten Gesundheitszustand. Das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Krebs und Diabetes zu erkranken, ist bei den Menschen, die die traditionelle Lebensweise pflegen, deutlich geringer als in westlichen Industrienationen. In der Altersgruppe zwischen 20 und 60 hingegen weist die Statistik einen gegenteiligen Effekt aus: Hier sind die Menschen dicker und kränker als im übrigen Japan, was die Forscher unter anderem auf den Einzug US-amerikanisch geprägter Ess- und Lebensgewohnheiten zurückführen.

In einer erneuten Erhebung im Jahr 2013 musste Okinawa die ohnehin vor allem auf der Langlebigkeit der Frauen beruhende erste Position in der Altersstatistik an die Präfektur Nagano abgeben und fiel auf Platz drei.[7]

Amerikanisches Militär[Bearbeiten]

Militärstützpunkte auf Okinawa Hontō

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es auf Okinawa mehrere US-amerikanische Militärstützpunkte, unter anderem die Kadena Air Base und das Camp Foster. Okinawa wird daher auch „unversenkbarer Flugzeugträger“ der USA genannt. Fast alle der 14.460 Marineinfanteristen in Japan sind hier stationiert. Im Oktober 2005 gab die japanische Regierung an, dass die US-Streitkräfte mehrere tausend Soldaten von der Insel abziehen werden.

Okinawa als Basis komplett aufzugeben, wie es von vielen Einheimischen verlangt wird, kommt nach den Plänen der US-Strategen wohl nicht in Frage. Zu wichtig sei der Standort. Vor allem, um in unmittelbarer Reichweite von Taiwan zu sein, sollte der Taiwan Relations Act wirklich zur aktiven Anwendung kommen. Derzeit bemüht sich die US-Navy um ein Stück Küste Okinawas, um dort einen U-Boot-Stützpunkt zu errichten. Bei diesem Gebiet handelt es sich aber um eine Naturschutzzone, vor allem weil sie ein Anlaufpunkt für den vom Aussterben bedrohten Meeressäuger Dugong und weitere bedrohte Arten ist.

Trivia[Bearbeiten]

Abflugtafeln in Flughäfen der Volksrepublik China und Taiwans sowie Monitore in Flugzeugen entsprechender Fluggesellschaften zeigen auch heute 琉球 (Ryūkyū, Pinyin: Líuqíu), nicht 沖縄 (Okinawa), an.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die Hauptinsel Okinawa Hontō

(Kreisfreie) Städte (, shi)[Bearbeiten]

  • chūkakushi („Kernstadt“)
    • Naha, Sitz der Präfekturverwaltung
  • sonstige kreisfreie Städte

Landkreise (, gun)[Bearbeiten]

Liste der Landkreise der Präfektur Okinawa, sowie deren Städte (, chō) und Dörfer (, son).

Größte Orte[Bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
1. Oktober 2000
Einwohner
1. Oktober 2005
Naha 301.032 312.308
Okinawa 119.686 125.869
Uruma 109.992 113.574
Urasoe 102.734 106.047
Ginowan 86.744 89.775
Nago 56.606 59.440
Itoman 54.974 55.822
Miyakojima 54.249 53.480
Tomigusuku 50.198 52.507
Ishigaki 43.302 45.145

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Präfektur Okinawa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://ryukyu-lang.lib.u-ryukyu.ac.jp/srnh/details.php?ID=SN03451
  2. Japan Statistical Yearbook 2012, Tabelle 1-1: Islands, Area and Length of Coastline of National Land, Online (MS Excel; 22 kB)
  3. 第1 指定離島・島しょ・人口. In: 離島関係資料(平成24年1月). 沖縄県企画部地域・離島課 („Referat für Land und Inseln, Planungsabteilung, Präfektur Okinawa“), Januar 2012, abgerufen am 11. Dezember 2012 (japanisch).
  4. 於茂登岳. In: デジタル大辞泉 bei kotobank.jp. Abgerufen am 13. Dezember 2012 (japanisch).
  5. Präfekturparlament Okinawa: Abgeordnete
  6. Prof. Suzuki et al.: „Okinawa Centenarian Study“, Näheres unter http://www.okicent.org
  7. Kwan Weng Kin: Okinawa: No longer the land of longevity, The Straits Times Asia Report, 2. Mär. 2013

26.183055555556127.54972222222Koordinaten: 26° N, 128° O